merken
PLUS Riesa

Riesa soll neuen Mietspiegel erhalten

Das Vergleichsinstrument ist schon einige Jahre alt – und soll zeitnah überarbeitet werden. Eines scheint dabei jedoch ausgeschlossen.

Das Symbolfoto nimmt es mit der Spiegelung wörtlich – ein Mietspiegel ist allerdings kein Gegenstand aus Glas, sondern letztlich ein Stück Papier, das einen Überblick über die üblichen Mietpreise in einer bestimmten Region gibt.
Das Symbolfoto nimmt es mit der Spiegelung wörtlich – ein Mietspiegel ist allerdings kein Gegenstand aus Glas, sondern letztlich ein Stück Papier, das einen Überblick über die üblichen Mietpreise in einer bestimmten Region gibt. © Sebastian Schultz

Riesa. Riesa soll einen neuen Mietspiegel erhalten. Zumindest, wenn es nach dem städtischen Großvermieter, der Wohnungsgesellschaft Riesa (WGR), geht. Auf Nachfrage von sächsische.de sagte Geschäftsführer Roland Ledwa, der derzeitige Mietspiegel bedürfe einer zeitnahen Überarbeitung, „da die darin aufgeführten Mietpreise keineswegs den derzeitigen Marktpreisen entsprechen“.

Erarbeitet wird der Mietspiegel, der in tabellarischer Form einen Überblick zu den üblichen Mietpreisen gibt, in Riesa von einer Arbeitsgruppe. Der seit 1998 existierenden Runde gehören laut Riesas Rathaussprecher Uwe Päsler sowohl Vermieter als auch Mietervertreter an. Zuletzt habe die Arbeitsgruppe im Mai getagt.

VARO Direct
Grüner heizen, Haushaltskasse entlasten
Grüner heizen, Haushaltskasse entlasten

Kunden von VARO Energy Direct können jetzt im Rahmen einer besonderen Aktion viel Geld beim Brennstoffeinkauf sparen.

Dabei sei auch das Thema eines qualifizierten Mietspiegels diskutiert worden. Im Gegensatz zu einem einfachen Mietspiegel, wie ihn Riesa derzeit hat, wird die qualifizierte Variante nach wissenschaftlichen Grundsätzen erarbeitet und alle zwei Jahre fortgeschrieben. Das bedeutet laut der Stadt allerdings höhere Kosten für die Erstellung: „Für einen einfachen Mietspiegel sind etwa 10.000 Euro zu veranschlagen, für einen qualifizierten das Drei- bis Vierfache“, so der Stadtsprecher. Beide Formen des Mietspiegels müssten allerdings durch eine Fremdfirma erarbeitet werden, „weil die Stadtverwaltung den Aufwand der statistischen Erhebung nicht selbst leisten kann“, so Päsler. Bezahlt wird die Erstellung des Mietspiegels von der Stadt Riesa.

Nach Informationen von sächsische.de gibt es in Riesa Akteure, die gern einen qualifizierten Mietspiegel erstellt sähen. Stadtsprecher Uwe Päsler sagt dazu, das Thema sei in Reaktion auf ein Schreiben mehrerer Vermieter, Immobilienunternehmen und -verwaltungen vom Februar dieses Jahres in der Arbeitsgruppe diskutiert worden.

WGR-Chef Roland Ledwa sieht auf Nachfrage keinen Bedarf für einen solchen vergleichsweise aufwendigen Mietspiegel. Die einfache Variante habe sich in der Praxis bewährt. Qualifizierte Mietspiegel würden in der Regel in großen Städten oder für Ballungszentren erstellt, um den Vermietermarkt zu regulieren, so Ledwa, der auf das Stichwort Mietpreisbremse verweist. Solche Instrumente seien aber „in Riesa weder erforderlich noch umsetzbar“, so der WGR-Geschäftsführer, der auch die höheren Kosten für die Kommune bei einem qualifizierten Mietspiegel anmerkt.

Weiterführende Artikel

Neuer Mietspiegel für Großenhain

Neuer Mietspiegel für Großenhain

Wie wohnt man gut und günstig in Großenhain? Mieter und Vermieter sollen sich jetzt bei einer Umfrage an der Bestandsaufnahme beteiligen.

Wann ein neuer Mietspiegel für Riesa kommt, bleibt vorerst offen. Laut Rathaussprecher Uwe Päsler hat die Stadt als Moderatorin der Arbeitsgruppe vorgeschlagen, die Reform des Mietspiegelgesetzes auf Bundesebene abzuwarten. Bis der neue Mietspiegel da sei, „ist eine Anpassung des jetzigen mittels des Preisindexes des Statistischen Bundesamtes machbar“, so Päsler.

Der derzeitige Mietspiegel der Stadt Riesa ist über die Internetseite der Stadt Riesa als PDF-Dokument abrufbar.

Mehr zum Thema Riesa