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Röderaue verkauft Schießplatz an Jäger

Die Koselitzer Anlage gehört bald vollständig der Jägerschaft Riesa. Sie war 2018 als eine der Ersten aus dem Landesjagdverband ausgetreten.

Die Jäger im Altkreis Riesa trainieren ihre Treffsicherheit mit der Flinte auf der Schießanlage in Koselitz.
Die Jäger im Altkreis Riesa trainieren ihre Treffsicherheit mit der Flinte auf der Schießanlage in Koselitz. © Philipp Schulze/dpa (Symbolfoto)

Koselitz. Der Schießplatz Koselitz soll das künftige Domizil der Jägerschaft Riesa werden. Das Gelände im Waldstück zwischen Koselitz und Streumen gehört zum einen dem Schützenverein Frauenhain und zum anderen der Gemeinde Röderaue. Deren  Gemeinderat hat jetzt dem Verkauf seines Waldflurstücks zugestimmt. Es ist immerhin knapp 14.000 Quadratmeter groß.  

Laut Information von Bürgermeister Lothar Herklotz (CDU), der selbst Jäger und seit 2018 Vorsitzender des Schützenvereins Frauenhain ist, seien fast alle Jäger im Altkreis Riesa Mitglied in der Jägerschaft Riesa. Sie verfügt über eine Schießplatzerlaubnis für den Wurftaubenstand in Koselitz und betreibt sie bereits. 

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Treffer: Solche sogenannten Tontauben werden auf dem Schießplatz in Koselitz (im Hintergrund der Schießstand) geschossen.
Treffer: Solche sogenannten Tontauben werden auf dem Schießplatz in Koselitz (im Hintergrund der Schießstand) geschossen. © Archivfoto: Eric Weser

Um dem Betreiber der Anlage die Möglichkeit zu geben, seine Aufgabe zu erfüllen, sei es notwendig, diesem die erforderlichen Flurstücke zur Verfügung zu stellen, argumentiert die Gemeindeverwaltung. Alle anwesenden Gemeinderäte stimmten dem Verkauf für knapp 7.000 Euro zu. Laut Gutachterausschuss des Landkreises Meißen waren für das Öd- und Unland 30 Cent pro Quadratmeter als Verkaufspreis zugrunde gelegt worden, zuzüglich einer Aufwuchsvergütung von 20 Cent pro Quadratmeter. 

Im Landkreis Meißen gibt es neun Schießanlagen, wo Jäger ihre Treffsicherheit trainieren können. Der Schützenverein Frauenhain hat eine eigene Anlage und benötigt den Schießplatz in Koselitz nicht. 

Bald Mitglied bei den Wolfs-Kritikern?

Die Jägerschaft Riesa denkt darüber nach, in die neue Interessengemeinschaft Sächsischer Jäger (IGSJ) einzutreten, bestätigt Lothar Herklotz. Sie war im November 2018 in Siebenlehn gegründet worden. 

Die IGSJ will sich unter anderem für „die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen durch die Hege jeglichen Wildes“ und die „Regulierung der Bestände von Tierarten, die durch starke Vermehrung Schäden an den Lebensräumen verursachen könnten“, einsetzen. Damit ist vor allem die Ausbreitung des Wolfes gemeint. Er darf in Deutschland nicht geschossen werden. Aber auch zugewanderte Tierarten wie Waschbär und Mink bedrohen aus Sicht der IGSJ die heimische Tierwelt. 

Zu den Mitgliedern der Interessengemeinschaft gehören die Kreisjagdverbände Meißen und Döbeln sowie die „Freie Jägerschaft Wittichenau“. Sie waren aus dem Landesjagdverband Sachsen ausgetreten. Dort waren laut einer Statistik des Deutschen Jagdverbandes im Jahr 2018 nur noch 45 Prozent der sächsischen Waidmänner Mitglied. Im letzten Jahr folgten die Jägerschaften Muldental-Kreis, Delitzsch und Rochlitz dem Beispiel und traten aus dem Landesverband aus.

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