merken
PLUS Riesa

Tagespflege sieht sich am Pranger

Chefin Kerstin Klug reagierte sofort, als 22 Patienten und Mitarbeiterinnen positiv getestet wurden, sagt sie. Trotzdem kursieren wilde Gerüchte.

Das Pflegezentrum Romy Christoph in Röderau-Bobersen bleibt vorerst geschlossen. 22 Mitarbeiter und Patienten wurden hier positiv auf das Covid-19-Virus getestet.
Das Pflegezentrum Romy Christoph in Röderau-Bobersen bleibt vorerst geschlossen. 22 Mitarbeiter und Patienten wurden hier positiv auf das Covid-19-Virus getestet. © Sebastian Schultz

Röderau-Bobersen. Die Nachricht verbreitete sich im Internet wie ein Lauffeuer. Das Landratsamt Meißen hat am Freitag verkündet, dass in zwei Seniorenpflegeeinrichtungen Patienten und Pflegepersonal auf das Covid-19-Virus positiv getestet wurden. Betroffen sind das Pflegeheim "Schöner Blick" in Nossen und die Tagespflegestätte des Pflegedienstes Romy Christoph in Röderau. Seitdem kursieren wilde Gerüchte und Halbwahrheiten durch die sozialen Medien.

Die Lommatzscherin Kerstin Klug, die den Röderauer Pflegedienst betreibt, ärgert sich darüber. "Meine Mädels leisten jeden Tag einen tollen Job und werden jetzt hingestellt, als hätten sie die ganze Welt mit dem Virus angesteckt", sagt sie. Mit der einstigen Wertschätzung für Pflegerinnen und Pfleger aus dem ersten Lockdown sei es nicht weit her. 

Elbgalerie Riesa
Hier macht Shoppen glücklich!
Hier macht Shoppen glücklich!

"Alles bekommen. In Riesa." – dieses Motto lebt die Elbgalerie Riesa.

Tests erst nach einer Woche

Dabei hatte Kerstin Klug sofort reagiert, als es einer Mitarbeiterin der Tagespflegestätte schlecht ging und sie die typischen Symptome aufwies. Das war vor einer Woche. Die Chefin meldete den Fall sofort dem Gesundheitsamt. Doch erst am Mittwoch wurden alle Mitarbeiterinnen und Tagespflegegäste in Röderau getestet. Bei insgesamt 22 Personen, Kerstin Klug eingeschlossen, wurde das Virus nachgewiesen. Sie befinden sich seitdem in Quarantäne. Und auch die Tagespflegestätte ist erstmal geschlossen. Vorerst für die kommende Woche. 

Die Angehörigen von allen Senioren, die vom Pflegedienst Romy Christoph betreut werden, wurden informiert. Nur noch vier Mitarbeiterinnen, die negativ getestet wurden, stehen für den Pflegedienst von Haus zu Haus zur Verfügung. Deshalb wurden die Angehörigen gebeten, wenn es irgendwie möglich ist, die Pflege der Senioren vorerst selbst zu übernehmen. Nur bei alleinstehenden Senioren oder schwierigen Fällen kommt der Pflegedienst. Die Notversorgung ist gesichert, so Kerstin Klug, auch wenn jetzt vieles auf den Schultern ihrer übriggebliebenen vier Mitarbeiterinnen ruht.

"Das ist für uns absolutes Neuland", sagt die Lommatzscherin. Sie verwahrt sich dagegen, den schwarzen Peter entgegenzunehmen, noch zu verteilen. Wo sich die Mitarbeiterin angesteckt hat, ist ein Rätsel. Stattdessen lobt sie die Vernunft und das Entgegenkommen der Angehörigen, die nun ihre Senioren selbst versorgen. 

Mehr lokale Nachrichten aus Meißen lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Radebeul lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Riesa