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Riesa

Ein neuer Bus für Riesaer Schule

Das alte Fahrzeug war in die Jahre gekommen, aber für ein neues fehlte das Geld. Dann halfen der Zufall und Spender aus Riesa und Großenhain.

Wieder mobil: Die Schüler der Lichtblick-Schule freuen sich über einen neuen Bus.
Wieder mobil: Die Schüler der Lichtblick-Schule freuen sich über einen neuen Bus. © Förderschule Lichtblick

Riesa. Da war auch Schulleiter Sebastian Wippich baff: Dank einer Vielzahl von Spendern aus dem Altkreis Riesa-Großenhain konnte sich die Förderschule Lichtblick jetzt einen neuen Bus leisten. 

Schon seit vielen Jahren existiert an der Schule ein solcher Bus, mit dem die Schüler beispielsweise an verschiedenen Wettbewerben teilnehmen. "Doch dieser ist leider etwas in die Jahre gekommen und aufgrund vieler Reparaturen stand er oft in der Werkstatt oder Garage", erklärt der Schulleiter.

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 Das war ein Problem, denn neben kognitiven Beeinträchtigungen haben es viele der 80 Kinder an Wippichs Schule auch körperlich etwas schwerer als Schüler anderer Schulformen. "Zudem konnten die Rollstuhlfahrer nicht im Bus transportiert werden, weil der entsprechende Platz zur Vergurtung fehlte."

Damit ist mittlerweile aber Schluss. Schon seit längerer Zeit hatte der Förderverein der Schule Spenden für ein neues Fahrzeug gesammelt. "Das war im Grunde schon ein Thema unter meinem Vorgänger", sagt Sebastian Wippich. Durch einen glücklichen Zufall sei aber schließlich der Kontakt zu Ulrich Weber zustande gekommen, dem Chef der gleichnamigen Großenhainer Firma Weber-Bau. 

Der Unternehmer, der Mitglied im Lions-Club ist, habe sich schnell für das Projekt begeistern lassen und gemeinsam mit Wippich einen Plan zur Umsetzung des Projekts geschmiedet.  "Er lud kurzerhand mich und die schuleigene Trommelgruppe zu einer Charity–Veranstaltung seines Clubs ein", erklärt der Schulleiter. 

Deutlich mehr Geld als erwartet

Was danach passierte, davon sei er noch heute tief beeindruckt. "Der Lions-Club selbst und separat nochmal seine Mitglieder spendeten über den schulischen Förderverein für das Schulbusprojekt. Nach der Veranstaltung erreichten den Förderverein noch zahlreiche weitere Anfragen von ortsansässigen Unternehmen oder Privatpersonen. 

Alle wollten ihre Kräfte bündeln und gemeinsam dieses Projekt angehen." Es folgen weitere Spenden, etwa  über die Herzen-für-Hier-Aktion der Sparkasse und auch vom Städtischen Gymnasium. "Letztlich konnte die Stadt Riesa über den Verkauf des Altbusses weitere Gelder generieren, die in dieses Projekt flossen. Auch die Unterhaltung des Busses sicherte die Stadt der Schule zu."

Am Ende stand eine Spendensumme von 30.000 Euro; deutlich mehr, als sich die Verantwortlichen der Schule erhofft hatten. "Dadurch können wir das Geld, das der Förderverein bereits gesammelt hatte, für andere Projekte aufwenden", sagt Wippich. 

Unter anderem denkt er da an die Schülerbibliothek und den Spielplatz der Schule. Baulich sei ohnehin in den vergangenen Jahren einiges passiert. "Da lief die Zusammenarbeit mit der Stadt vorbildlich. Wir haben eine neue Heizungsanlage bekommen, neue Türen - und der Speisesaal wurde ebenfalls modernisiert." 

Nur der neue "Schulbus", der wäre wohl so schnell nicht drin gewesen. "Allein hätten wir dieses Projekt wohl in zehn Jahren nicht realisieren können", sagt Sebastian Wippich. "Durch das Bündeln vieler Kräfte ging dies sehr schnell und hat uns als Schule sehr gerührt." 

Eigentlich sei geplant gewesen, die Sponsoren noch einmal zu einer Dankes-Veranstaltung einzuladen. Wegen der Pandemie ging das allerdings nicht. "Aber ich möchte es nicht versäumen, mich im Namen der gesamten Schüler- und Lehrerschaft sowie stellvertretend für den Förderverein  bei allen beteiligten Personen für die Unterstützung zu bedanken." Die Aktion zeige, "wie wichtig, gerade auf regionaler Ebene, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Solidarität sind". (SZ)

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