merken
PLUS Riesa

Start für die sanierte Riesaer Schwimmhalle

Die Öffentlichkeit darf wieder ins Hallenbad. Eine Neuerung trägt jeder Gast künftig am Handgelenk.

Helga Währa gehört am Freitag zu den Besuchern in der Riesaer Schwimmhalle. Die Einrichtung ist nach dem mehrmonatigen Umbau wieder für die breite Öffentlichkeit zugänglich.
Helga Währa gehört am Freitag zu den Besuchern in der Riesaer Schwimmhalle. Die Einrichtung ist nach dem mehrmonatigen Umbau wieder für die breite Öffentlichkeit zugänglich. © Klaus-Dieter Brühl

Riesa. Endlich mal wieder ein paar Bahnen ziehen: Etliche Riesaer haben den Freitag genutzt, um beim ersten regulären Öffnungstag der Schwimmhalle dabei zu sein. Nach mehrmonatigem Umbau steht das Bad in der Delle ab sofort wieder offen. Das freut auch Reiner Striegler, Chef des Badbetreibers Magnet. 

Mit dem Zuspruch am ersten Tag zeigt er sich um die Mittagszeit zufrieden. "Es gibt viele, die mal schauen wollten", sagt Striegler, während gerade mehrere Senioren das Bad mit einem Gang durch die metallenen Drehkreuze schon wieder verlassen.

Familie
Vater, Mutter und Kinder
Vater, Mutter und Kinder

sind eine wunderbare Kombination. Sie kann viel Spaß machen, aber auch Arbeit und Ärger. Tipps, Tricks und Themen zu allem, was mit Familie und Erziehung zu tun hat, gibts in einer besonderen Themenwelt von sächsische.de.

Für die normalen Besucher gibt es im Wesentlichen zwei Neuerungen im Bad. Die eine ist das Kassensystem. Das funktionierte schon vor dem Umbau mit einem runden Chip, den man aus einem Automaten ziehen konnte oder nach dem Bezahlen an der Kasse bekam. Jetzt gibt es keinen Chip, sondern eine Art Uhr. Die enthält ein Bauteil mit Daten, wie lange der Gast im Bad bleiben darf und ob er zum Beispiel einen Saunatarif mit gebucht hat. Außerdem dient die "Uhr" als elektronischer Schlüssel für den Spind.

Mancher dürfte das System aus anderen Bädern kennen. Aber eben noch nicht jeder. Deswegen habe es auch am ersten Tag Fragen dazu gegeben, sagt Reiner Striegler. Aber die sind leicht zu beantworten, macht der Magnet-Chef deutlich. Beispiel Spind-Nummer: Die steht zwar nicht an der "Uhr", kann aber über ein Terminal im Bad abgerufen werden, sollte ein Gast sie vergessen haben. Über das Terminal lässt sich auch abrufen, wie lange man noch im Bad bleiben kann. Wer überzieht, musste früher an der Kasse nachzahlen. Jetzt gibt es dafür kurz vorm Ausgang einen Automaten, an den man die "Uhr" halten und nötigenfalls bar oder per Karte zahlen kann.

So einen Transponder, ähnlich einer Armbanduhr, bekommen Badbesucher jetzt am Eingang. Die Elektronik darin ermöglicht die Spindbenutzung, speichert aber auch Tarifdaten.
So einen Transponder, ähnlich einer Armbanduhr, bekommen Badbesucher jetzt am Eingang. Die Elektronik darin ermöglicht die Spindbenutzung, speichert aber auch Tarifdaten. © Klaus-Dieter Brühl
Der Umkleidebereich ist neu gestaltet. Den Automaten am rechten Bildrand gab es bisher nicht. Dort können Besucher mit ihrem Transponder überprüfen, ob sie noch etwas nachzahlen müssen – und das bar oder per Karte erledigen.
Der Umkleidebereich ist neu gestaltet. Den Automaten am rechten Bildrand gab es bisher nicht. Dort können Besucher mit ihrem Transponder überprüfen, ob sie noch etwas nachzahlen müssen – und das bar oder per Karte erledigen. © Klaus-Dieter Brühl
Ein Stockwerk unter den Umkleiden: Hier zeigt Reiner Striegler die Lüftungs- und Badewassertechnik. Die Belüftungsanlage ist neu – in ihr steckt der Großteil der zuletzt in die Schwimmhalle investierten Millionen.
Ein Stockwerk unter den Umkleiden: Hier zeigt Reiner Striegler die Lüftungs- und Badewassertechnik. Die Belüftungsanlage ist neu – in ihr steckt der Großteil der zuletzt in die Schwimmhalle investierten Millionen. © Klaus-Dieter Brühl
Während drinnen wieder geschwommen wird, laufen außen an Dach und Fassade weiterhin Bauarbeiten. So bringt eine Fachfirma den Blitzschutz auf Stand – auch aus versicherungstechnischen Gründen. 
Während drinnen wieder geschwommen wird, laufen außen an Dach und Fassade weiterhin Bauarbeiten. So bringt eine Fachfirma den Blitzschutz auf Stand – auch aus versicherungstechnischen Gründen.  © Klaus-Dieter Brühl
Um den Jahreswechsel soll dieser Anbau am Bad fertig sein. Dort sollen Schwimmhilfen und andere Utensilien eingelagert werden, die bisher im Bad verteilt ihren Platz gefunden haben.
Um den Jahreswechsel soll dieser Anbau am Bad fertig sein. Dort sollen Schwimmhilfen und andere Utensilien eingelagert werden, die bisher im Bad verteilt ihren Platz gefunden haben. © Klaus-Dieter Brühl
An einer Seite der Sprungturmhalle findet sich die zweite Lüftungsanlage. Sie sollte eigentlich ins Gebäude rein, es wäre aber zu eng geworden. Deshalb steht sie nun draußen.
An einer Seite der Sprungturmhalle findet sich die zweite Lüftungsanlage. Sie sollte eigentlich ins Gebäude rein, es wäre aber zu eng geworden. Deshalb steht sie nun draußen. © Klaus-Dieter Brühl

Die andere für Besucher merkliche Änderung sind die veränderten Umkleiden. Die neuen Möbel in frischen Farbtönen, modernen Haartrockner und Spiegel dürften Stammgästen sofort auffallen. Auf den zweiten Blick vielleicht auch, dass die Heizkörper verschwunden sind. Wärme bringt jetzt eine Fußbodenheizung. 

Die Räume für die breite Öffentlichkeit sind jetzt nahe am Eingang, die Sammelumkleiden für Schulgruppen und Vereine am Ende des Gangs. Und damit alles genau andersherum, als vor dem Umbau. "Vorn hat  es sich immer gestaut. Das wollten wir ändern", sagt Reiner Striegler.

Wer Riesas Hallenbad noch aus früheren Jahren kennt, dem könnte allerdings noch eine andere Neuerung auffallen: Die Luftfeuchtigkeit in der eigentlichen Schwimmhalle ist geringer.

Laut Reiner Striegler soll das in nächster Zeit sogar noch besser werden. Denn die neue Lüftungstechnik in den Kellerräumen ist zwar schon in Betrieb. Das ist nur ein Teil der für mehrere Millionen Euro erneuerten Anlage. Die zweite Lüftungsanlage, die sich außerhalb an einer Seite der Sprungturmhalle befindet, ist noch nicht ganz fertig. Mit ihr soll die Luftqualität noch einmal gewinnen.

Das ist Riesas Schwimmhalle

  • Eröffnet wurde die Halle im Oktober 1977, in Betrieb ging sie im November desselben Jahres. 2001 wurde die Sprungturmhalle angebaut.
  • Die Nutzerzahlen lagen in den vergangenen Jahren bei 130.000 bis 145.000 Menschen.
  • Täglich zählt das Bad 50 bis 100 Individualbesucher; hinzu kommen weitere Nutzer wie Vereinssport oder Schulen. 
  • In die Teilsanierung wurden laut früheren Informationen 4,5 Millionen Euro investiert; davon ein Großteil Fördermittel. (Quelle: Stadtwerke Riesa, Magnet Riesa)

Gebaut wird an der Schwimmhalle noch einige Zeit, erklärt Magnet-Chef Striegler. Da ist der Anbau, in dem künftig Schwimmhilfen und Wasserchemie einen zentralen Platz bekommen sollen. Er soll im Dezember oder Januar fertig werden. Zuvor schon, etwa Ende November, soll die Fassadengestaltung an der Sprungturmhalle geschafft sein. 

Ein Schwimm-Motiv soll Eindruck machen. Der neue Schriftzug "Hallenschwimmbad" ist schon da. Eine Aufgabe für die nächsten Jahre ist die Fassade der gegenüber gelegenen Schwimmhallenseite. "Wir werden die Halle immer wieder anfassen müssen, sie ist 43 Jahre alt", so Reiner Striegler über das Objekt, dessen Eigentümer die Stadtwerke sind.

Mit Blick auf das ein oder andere, was nach der Wiedereröffnung noch nicht perfekt funktioniert, bittet der Chef des Badbetreibers die Gäste um Nachsicht. Die Firma Magnet als Badbetreiberin kümmere sich mit voller Kraft darum, dass alles möglichst reibungslos laufe. 

Sieben Fachangestellte für Bäderbetriebe sind dafür unterwegs. Gearbeitet wird in der täglich geöffneten Schwimmhalle in zwei Schichten zu je drei Mitarbeitern. Hinzu kommen weitere Kollegen als Unterstützung, außerdem Lehrlinge und Rettungsschwimmer. Einen Fachangestellten für Bäderbetriebe* könnte die Gesellschaft noch gut gebrauchen, sagt Reiner Striegler. 

  • Weitere Informationen: www.baederbetrieb-riesa.de
  • Anmeldung zu den Angeboten bei der Eröffnungsfeier am 6. November unter Telefon 03525 659804.

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Meißen lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Radebeul lesen Sie hier.  

* In einer früheren Version des Artikel hieß es, für die Schwimmhalle werde noch ein Azubi gesucht. Tatsächlich wird ein Fachangesteller für Bäderbetriebe gesucht. Wir haben das geändert.

Mehr zum Thema Riesa