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Trickfilme sollen Stahlwerk sicherer machen

Die Feralpi-Gruppe will in puncto Arbeitsschutz nicht nur Mitarbeiter besser aufklären – und setzt auf Spielerisches.

Die Feralpi-Gruppe will in puncto Arbeitsschutz nicht nur Mitarbeiter besser aufklären – und setzt auf Spielerisches.
Die Feralpi-Gruppe will in puncto Arbeitsschutz nicht nur Mitarbeiter besser aufklären – und setzt auf Spielerisches. © Feralpi Stahl

Riesa. Helle Farben, freundliche Animationen und eine sonore Männerstimme aus dem Hintergrund, die von einer heiteren Melodie begleitet alles erklärt: So sehen die Lehrfilme aus, die künftig nicht nur hunderte Feralpi-Mitarbeiter regelmäßig zu sehen bekommen sollen. Die kurzen Trickfilme sind Teil der neuen, digitalen Arbeitsschutzunterweisungen, die das Stahlunternehmen in rund anderthalb Jahren Arbeit mit einer Dresdner E-Learning-Firma erstellt hat. Neben den Filmen gehören auch interaktive Lernpfade und ein Quiz dazu. Mit dem Fragespiel am Ende wird geprüft, ob alles verstanden wurde. Erst, wenn Teilnehmer das Quiz erfolgreich absolviert haben, dürfen sie ins Werk.

Bei Feralpi verspricht man sich von der Neuerung einiges. Unter anderem Kosteneinsparungen. Statt wie bisher die 720 Mitarbeiter, bis zu 2.000 Fremdfirmenbeschäftigte und etwa 1.500 jährliche Besucher in nüchternen Präsenzschulungen einweisen zu müssen, sollen die auf allgemeine Verständlichkeit angelegten digitalen Arbeitsschutzbelehrungen künftig am PC, Tablet oder am Handy erledigt werden können – und damit von überall und zu jeder Zeit.

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In seiner Branche ist Feralpi mit den digitalen Arbeitsschutzschulungen Vorreiter. So zumindest die Einschätzung der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM). Der Unfallversicherungsträger mit mehr als 230.000 Mitgliedsbetrieben und mehr als 5,5 Millionen Beschäftigten, der regelmäßig im Riesaer Stahlwerk unterwegs ist, hat Feralpi deshalb jetzt ausgezeichnet. Diese Woche wurde dem Riesaer Unternehmen der „Schlaue Fuchs“ verliehen. „Mit dem Sicherheitspreis zeichnen wir Ideen aus, die über das vorgeschriebene Maß der Unfallverhütung hinausgehen“, so Ute Emsel von der BGHM. Gerade in einem Stahlwerk mit vielen Gefahrenquellen sei es wichtig, dass jeder wisse, wie er sich zu verhalten habe. Feralpi habe es geschafft, das Thema ansprechend aufzuarbeiten.

Rund 400 Bewerber hat es laut BGHM für den diesjährigen Preis gegeben, etwa 20 Betriebe werden prämiert. An der digitalen Arbeitsschutzschulung von Feralpi würdigte die BGHM unter anderem „klare Sprache, hohen Wiedererkennungswert und die Möglichkeit, das Konzept auszubauen und zu erweitern“, hieß es bei der Preisübergabe.

Großer Bahnhof – mit Corona-Abstand: Im Riesaer Hotel Mercure bekam Feralpi von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall diese Woche den "Schlauen Fuchs" verliehen. Im Foto unter anderem: Feralpi Stahl CEO Christian Dohr (4.v.r., mit Preis in der Hand), D
Großer Bahnhof – mit Corona-Abstand: Im Riesaer Hotel Mercure bekam Feralpi von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall diese Woche den "Schlauen Fuchs" verliehen. Im Foto unter anderem: Feralpi Stahl CEO Christian Dohr (4.v.r., mit Preis in der Hand), D © Lutz Weidler

Während sich manche Unternehmen dem E-Learning erst zuwenden, ist es anderswo unterdessen bereits gang und gäbe. Digitale Standort- und Sicherheitsunterweisungen gebe es „schon seit Langem“, heißt es beispielsweise auf Nachfrage von Wacker Chemie. Online-Schulungen, auch E-Learning oder internetbasierte Trainingskurse und Videoschulungen seien „selbstverständlich“. Am Standort Nünchritz, wo 1.500 eigene Beschäftigte und je nach Bedarf täglich bis zu 500 Partnerfirmenmitarbeiter im Einsatz sind, erfolge zum Beispiel die allgemeine Sicherheitsunterweisung über eine digitale Schulungsplattform. Seit diesem Jahr biete man auch Partnerfirmen an, sich online schulen zu lassen. „Sobald der Mitarbeiter der Partnerfirma die Standortunterweisung im Internet erfolgreich abgeschlossen hat, erhält er einen QR-Code, mit dem er bei Ankunft an der Pforte einen Test freischaltet.“ Erst, wenn alle Fragen korrekt beantwortet seien, dürfe er das Werk betreten, heißt es von Wacker.

Bei Feralpi steht man bei dem Thema noch etwas mehr am Anfang, sieht die Preisverleihung aber als Ansporn, sich zu verbessern. Zumal man bei der Arbeitssicherheit noch nicht auf dem Stand sei, „den wir haben wollen“, wie CEO Christian Dohr sagte. Bei vielen Dingen wie Schutzausrüstungen, Gehwegen oder Kennzeichen auf dem Werksgelände arbeite man aber daran, auch dort die Dinge klarer und verständlicher zu machen. Mit Blick auf die digitalen Arbeitsschutzschulungen geht es bei Feralpi nun darum, sie über eine Plattform den Fremdfirmen zur Verfügung zu stellen. 

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