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Viele Bauarbeiter im Kreis Meißen erhalten erstmals Wege-Geld

Auf dem Lohnzettel der meisten Bau-Beschäftigten findet sich diesen Monat zum ersten Mal eine Entschädigungszahlung für Fahrten zur Baustelle.

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Ein Bauarbeiter auf einer Baustelle in Riesa.
Ein Bauarbeiter auf einer Baustelle in Riesa. © Symbolfoto: Schröter

Landkreis Meißen. Der Lohnzettel für Bauarbeiter im Kreis Meißen sieht diesmal in einem Punkt anders aus: Zum ersten Mal bekommen sie nach Angaben der Industriegewerkschaft Bau im Februar eine Abrechnung, auf der die Kilometer eine Rolle spielen, die sie im Januar auf ihrem Weg zu den Baustellen zurückgelegt haben.

"Endlich gibt es eine Entschädigung für die Fahrstrecken und damit vor allem für die vielen Stunden, die Maurer, Betonbauer, Kranführer & Co., die Monat für Monat auf der Straße unterwegs sind", so IG-Bau-Bezirksvorsitzender Jörg Borowski.

Bislang habe ein Großteil der Bauarbeiter Zeit und Nerven investiert, um zu den Baustellen zu kommen. "Zum Null-Tarif." Die Entschädigung der Wegezeit sei ein wichtiger Schritt, um die Arbeit auf dem Bau vom Lohn her attraktiver und auch gerechter zu machen.

Die Gewerkschaft hat nach eigenen Angaben die Fahrstrecken vom Pestel-Institut in Hannover untersuchen lassen. Demnach seien rund 3.420 Bauarbeiter – und damit neun von zehn Beschäftigten der Baubranche – im Landkreis an 200 Arbeitstagen zu Baustellen unterwegs. Für die einfache Fahrt würden dabei im Schnitt 55 Kilometer zurückgelegt. In Summe rund 74,7 Millionen "Baustellen-Kilometer" im Jahr.

Das verdeutliche, dass Bauarbeiter, viel Extra-Zeit am Steuer verlieren. "Dabei ist die Wegezeit nichts anderes als für den Bau-Job investierte Lebenszeit", so Carsten Burckhardt. Laut dem IG-Bau-Bundesvorstand war es ein hartes Stück Arbeit, die Entschädigung der Wegezeit am Tariftisch durchzusetzen. "Die Arbeitgeber haben sich jahrelang dagegen gesträubt."

Bis zu 78 Euro die Woche

Für die Strecken zwischen Betrieb und Baustelle bekommen Bauarbeiter, die Tag für Tag von zu Hause aus anfahren, jetzt – je nach Kilometern – laut Gewerkschaft zwischen 6 und 8 Euro pro Tag. Wer statt mit dem Baubulli mit dem eigenen Auto fährt, bekommt weiterhin zusätzlich Kilometergeld.

"Auch für Fahrten mit Bussen und Bahnen gibt es eine Erstattung", so Carsten Burckhardt. Wer auf Montage sei und nicht jeden Tag nach Hause fahren könne, bekomme – abhängig von der Strecke – zwischen 18 und 78 Euro pro Woche. (SZ)