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Wacker will "verträglich" Stellen abbauen

Der Chemie-Konzern muss auch in Nünchritz sparen. Dafür sucht er Mitarbeiter, die früher in Rente gehen wollen.

Das Wacker-Chemiewerk in Nünchritz ist einer der größten Arbeitergeber in der Region.
Das Wacker-Chemiewerk in Nünchritz ist einer der größten Arbeitergeber in der Region. © Jörg Richter

München/Nünchritz. Die Chefetage der Wacker Chemie AG hat sich mit Arbeitnehmervertretungen auf ein Rahmenkonzept zum geplanten Stellenabbau geeinigt. Die Konzernleitung nennt es Effizienzprogramm „Zukunft gestalten“. Demnach werden in Deutschland bis Ende des Jahres 2022 insgesamt rund 1.000 Stellen vor allem in den Verwaltungsbereichen des Konzerns sowie den indirekten und nicht operativen Funktionen der Geschäftsbereiche wegfallen. Darüber hinaus werden etwa 200 Stellen an den Standorten außerhalb Deutschlands abgebaut.

Umgesetzt werden soll der Stellenabbau in Deutschland ausschließlich mit sozialverträglichen und freiwilligen Maßnahmen. Dazu zählen Verrentung, Altersteilzeitregelungen oder Aufhebungsverträge. Betriebsbedingte Kündigungen sind nach der jetzt getroffenen Vereinbarung ausgeschlossen. 

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Auf Anfrage der SZ, in wieweit Arbeitsplätze am Standort Nünchritz betroffen sind, kann Konzernsprecher Christof Bachmair keine konkreten Zahlen nennen. Die Angebote vor allem an die langjährigen Mitarbeiter, die kurz vor der Rente stehen, seien attraktiv. Es lege an den Leuten selbst, sich zu melden, um von den Regelungen Gebrauch zu machen. Erst wenn klar ist, ob und wie viele Verwaltungsangestellte in Nünchritz zu diesem Schritt bereit sind, könne er Details nennen.

Muss Nünchritz sich Sorgen machen?

Sorgen über Massenentlassungen bei Wacker Chemie Nünchritz scheinen demnach unbegründet. "Der Löwenanteil des Stellenabbaus soll an den beiden Hauptstandorten in München und Burghausen erfolgen", sagt Bachmair. In München sitzen die Konzernzentrale und die Forschungsabteilung. Burghausen ist mit rund 8.000 Mitarbeitern der größte Standort der Wacker Chemie AG in Deutschland. Mit rund 1.500 Mitarbeitern hat der Betrieb in Nünchritz deutlich weniger Arbeitnehmer.   

Wie Wacker weiter mitteilt, wurde außerdem festgelegt, dass Auszubildende bei Eignung weiterhin übernommen werden. Das Unternehmen leiste damit einen wesentlichen Beitrag, jungen Menschen im Anschluss an die Ausbildung eine attraktive berufliche Perspektive zu bieten. Gleichzeitig stelle diese Regelung sicher, dass Wacker auch künftig über gut qualifizierte Nachwuchskräfte verfügen kann. 

Wacker will ab Ende 2022 jährlich rund 250 Millionen Euro einzusparen. Der Gesamtbetrag kommt dabei jeweils etwa zur Hälfte aus Sachkosten und Personalkosten. Aus den Einsparungen bei den Sachkosten erwartet der Konzern bereits in diesem Jahr mehr als 50 Millionen Euro. 2021 werden es voraussichtlich mehr als das Doppelte sein. Wesentliche Einsparungen bei den Personalkosten werden dagegen erst ab dem kommenden Jahr erwartet.

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