merken

Rollentausch im Hotel

Eine Woche lang haben im Best Western in Bautzen die Auszubildenden das Sagen – in der Küche, im Restaurant und an der Rezeption.

© Uwe Soeder

Von Miriam Schönbach

Anzeige
Gestresste Männerhaut ade

Statt Socken: Verschenken Sie den Geheimtipp für natürlich gepflegte Männerhaut.

Bautzen. Ein bisschen Respekt haben sie schon vor dieser Herausforderung. Doch Marie Bergmann, Kristin Zaunick und Cindy Dreßler stehen für die Azubi-Woche im Bautzener Best Western Plus bereits in den Startlöchern. Ab 3. März übernehmen im größten Hotel der Stadt die Nachwuchskräfte das Zepter. Zuerst gestalten die Köche sowie die Hotel- und Restaurantfachleute einen Tag der offenen Tür. Danach übernehmen sie die Regie auf allen Etagen, an der Rezeption, Bar und selbstverständlich auch in der Küche. Der Rollentausch hat im Haus am Wendischen Graben bereits gute Tradition. Auch die Vorgänger haben diese Feuertaufe bestanden.

Die zwölf Auszubildenden im Best Western Plus begleitet die Azubi-Woche schon länger. Die Fäden laufen bei Azubi-Sprecherin Cindy Dreßler zusammen. Die 18-Jährige ist angehende Hotelfachfrau und beendet noch in diesem Jahr ihre Lehre.

Durch ein Praktikum im Landhotel „Thürmchen“ in Schirgiswalde rutscht sie in die Hotellerie hinein. „Ich habe im Service mitgeholfen, Zimmer gereinigt und in der Küche ausgeholfen“, erinnert sie sich. Fortan steht der Berufswunsch fest und nach einem Probearbeitstag im Best Western Plus hielt sie auch schon den Ausbildungsvertrag in den Händen.

Offene Türen am 3. März

10 Uhr Beginn der Veranstaltung - Information über die Ausbildung Koch/Köchin sowie der Restaurant- und Hotelfachleute

Ab 10.30 Uhr stündlich Führungen durch die Auszubildenden durch das Haus

11 und 15 Uhr Vorstellung der Ausbildungsberufe bei Workshops

Informationen zur Ausbildung unter 0351 4922000

www.bwbautzen.de

1 / 4

Leidenschaft fürs Kochen

Ihre Kollegin Marie Bergmann hat sich gleich bei ihrem heutigen Arbeitgeber für ihre Zukunft umgeschaut – und zwar zu einem Tag der offenen Tür. „Obwohl ich aus Kleinwelka komme, war vorher nie hier“, sagt sie. Ihr Wunsch, Restaurantfachfrau zu werden, begleitet sie da aber schon länger. Besonders gern organisiert die 19-Jährige Familienfeiern von der Tischdekoration bis zum Programm. Nach einem Schnuppertag in der Frühschicht steht für sie fest, dass sie im Hotel arbeiten möchten. „Obwohl es immer wieder auch stressige Tage gibt, merken wir hier, dass ein Team hinter einem steht“, sagt die Auszubildende.

Zum Team Küche gehört seit Beginn dieses Lehrjahres Kristin Zaunick. Die 17-Jährige schwingt am Herd neben ausschließlich männlichen Kollegen den Kochlöffel. „In meiner Klasse im Beruflichen Schulzentrum für Ernährung gibt es nur zwei Mädchen“, sagt sie schmunzelnd. Die Leidenschaft für das Kochen und Backen bringt sie von zu Hause mit. Mit der Mutter philosophiert sie schon früh über Rezepte. Ein Pflaumenkuchen mit Streuseln gelingt ihr als erste süße Leckerei. Beim Probearbeiten im Best Western Plus macht Kristin Zaunick Schupfnudeln aus einem Kartoffelteig, an ihrem ersten Tag in der Ausbildung steht ein Flammkuchen mit Sauerrahm, Pfifferlingen und Speck auf der Speisekarte. Die angehende Köchin fährt sich über ihre Kochmütze. Sie erlebt zum ersten Mal die friedliche Übernahme des Hotels durch die Lehrlinge – und ist dann gemeinsam mit ihrem Kollegen aus der Küche im dritten Lehrjahr auch ganz besonders gefragt. Zum Tag der offenen Tür werden sie die Pfannen schwenken und Eierspeisen aller Art zubereiten – vom hauchdünnen Crêpes bis hin zum fluffigen Omelett. Für die Azubi-Woche selbst haben sie das Mittagsangebot für das Quick-Lunch zusammengestellt. Einen Tag wird es da einen Fisch-Paprika-Gulasch geben.

Investition in die Zukunft

Zu Ende geht die Woche mit einem kulinarischen Brunch für geladene Gäste, darunter Lehrer, Eltern und eben auch Kollegen. „Zum Nachtisch machen wir da ein Panna Cotta, ein Mangosorbet und einen Windbeutel“, sagt Kristin Zaunick. Allerdings werden selbstverständlich alle Auszubildenden von den älteren Kollegen mit Rat und Tat unterstützt. Schließlich bilden auch im Ausbildungsalltag immer ein Lehrling und ein Facharbeiter ein Tandem. So lernt Jung von Alt, aber auch andersherum. Das Best Western Plus hat im Durchschnitt jährlich zwölf Auszubildende, dazu kümmern sich nochmals 40 Mitarbeiter im Haus um das Wohl der Gäste.

Für Hotelchef Holger Thieme ist die „Azubi-Woche“ mit dem Tag der offenen Tür eine „Investition in die Zukunft“. „Wer sich für den Beruf interessiert, kann gern seine Bewerbung mitbringen. Wir bieten jederzeit Praktika an. Viele merken dann schon, ob sie die Arbeit mögen oder eben nicht“, sagt er. Auch für das neue Lehrjahr 2018/19 könnten sich noch Interessenten melden. Schließlich biete ein Beruf in der Gastronomie sehr gute Zukunftsperspektiven und ausgezeichnete Aufstiegschancen.

Auch Marie Bergmann und Cindy Dreßler sehen ihre Berufsperspektive im Best Western Plus. Nach ihren Prüfungen im Juni bekommen sie ihren Arbeitsvertrag. Doch davor heißt es zumindest für sie, ein letztes Mal probeweise in den Ernst des Hotelalltags als Bautzen-Auskenner an der Rezeption, als unsichtbarer Helfer auf den Zimmern, als Geschmackszauberer in der Küche oder als Cocktailmixer an der Bar einzutauchen. Und dazu gehört eben auch ein bisschen Respekt.