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Rosengarten-Tür ist zurück

Eine Tischlerei hat das erste von mehreren Torteilen aufgearbeitet. Der Betrieb und das Bauelement haben eine besondere Beziehung.

© Eric Weser

Tiefenau. Tage der offenen Tür waren das in den letzten Wochen im Tiefenauer Rosengarten. Oder besser: Tage der fehlenden Tür. Denn aus einer der nördlichen Mauerpforten war das Türblatt verschwunden. Es war aber nicht gestohlen worden, sondern lediglich bei der Tischlerei Wermann in Lichtensee zur Renovierung zu Besuch.

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Am Freitag ist das Stück an seinen angestammten Platz zurückgekehrt – nach etwas längerer Renovierungsdauer, als zunächst gedacht. Besonders die alte Farbe vom Kiefernholz abzubekommen, sei schwierig gewesen, erzählen Tischlermeister Hans-Jürgen Wermann und sein Sohn Marco. „Die Farbe war durch die Sonne so ausgehärtet. Es war, als würde man auf einer Betonoberfläche schleifen.“

Um die 50 Jahre haben die Kiefernholz-Türen im nördlichen Teil des Rosengartens auf dem Buckel, schätzt Hans-Jürgen Wermann. „Sie sind zwischen 1965 bis 1970 gebaut.“ Und zwar von Bruno Spranger, dem Schwiegervater von Hans-Jürgen Wermann und dessen Bruder. Damals habe es umfängliche Arbeiten im Rosengarten unter Leitung eines Dresdner Professors gegeben. Auch die elektrische Beleuchtung des Gartens ist aus dieser Zeit. Funktionstüchtig sind die rostroten Lampen, deren Form an eine kleine Pagode erinnert, schon lange nicht mehr. Das Glas fehlt, die Fassungen sind verrostet, die Farbe platzt ab. Ähnlich sieht es an den damals gebauten Toren aus. Dass deren Holz sich im Lauf der Jahrzehnte trotzdem noch ganz gut gehalten haben, erklären sich die Tischler mit der passablen Belüftung. Nicht mal die Flechten, die sich im Lauf der Zeit am Kiefernholz festgesetzt hatten, richteten großen Schaden an.

In der Werkstatt musste trotzdem jede Latte abgebaut und in Schuss gebracht werden. Löcher zuspachteln, leimen. Dann alles wieder zusammensetzen und mit rostbeständigen Edelstahlschrauben fixieren. Zum Schluss kam frische Farbe drauf. Wenn die halte, was der Hersteller verspricht, müsse man die Tür in frühestens zehn bis 15 Jahren wieder genauer nach Renovierungsbedarf anschauen, sagt Hans-Jürgen Wermann.

Wann die andere Tür und das große Tor zum Überarbeiten nach Lichtensee gehen, ist noch nicht klar. Dass das passiert, scheint aber ausgemachte Sache. Die erfolgreich in Schuss gebrachte „Probetür“ hat gezeigt, dass sich die Arbeit lohnt. Zuvor sollen es aber erstmal Sanierungsarbeiten an Pavillons, Brunnen und Schlossbalustrade erfolgen, sagt der Objektmanager des Tiefenauer Ritterguts Holger Wolf. Beantragt sei das bei den Behörden bereits, so der Mitarbeiter von Ritterguts-Eigentümer Henry de Jong. Wann der Startschuss fällt, ist aber noch nicht klar. Es gebe noch einiges zu klären. Holger Wolf treibt in der Zwischenzeit die Abholzarbeiten rund um das Rittergut voran. Auf den freigelegten Flächen finden derzeit bereits Vermessungsarbeiten statt. Es geht weiter voran auf dem Tiefenauer Rittergutsgelände. Wer sich selbst davon überzeugen will, kann hinfahren und durch die neue Rosengarten-Tür eintreten. (SZ/ewe)