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Kleiderkammer wieder öfter auf

Die Kleiderkammer hat nun auch jeden zweiten Mittwoch geöffnet. Damit ist die Winterpause beendet.

© Dietmar Thomas

Von Andreas Neubrand

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Roßwein. Kalt ist es in den beiden Räumen der Sporthalle in Roßwein, die vom Deutschen Roten-Kreuz (DRK) als Kleiderkammer genutzt werden. „Die Stadt hat die Heizung abgestellt“, sagt Rosmarie Schindler. „Ich glaube, das war nach dem letzten Hochwasser. Aber sicher bin ich mir nicht.“

Dabei sei der letzte Ausgabeort noch schlimmer gewesen. Vor gut zwei Jahren ist sie mit der Kleiderkammer aus dem Schuldurchgang am Kräutergarten ausgezogen. „Da hatten wir auch keine Heizung“, sagt sie. „Außerdem war der Raum viel zu klein.“

In den wärmeren Monaten hat die Kleiderkammer nicht nur montags, von 10 bis 12 Uhr, sondern auch jeden zweiten Mittwoch von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Die neuen Öffnungszeiten gelten wieder seit dem 14. Februar, denn da endete die Winterpause für Rosmarie Schindler. „Von Ende November bis Mitte Februar haben wir mittwochs geschlossen. Da ist es hier zu kalt.“

Seit mehr als zehn Jahren verteilt Rosmarie Schindler nun Kleidung an Bedürftige. „Es kommen die unterschiedlichsten Leute, mit den verschiedensten Hintergründen“, sagt sie. „Jung wie alt, sowohl Stammkunden als auch ganz neue Gesichter. Manchmal ältere Menschen und natürlich auch junge Familien.“ Und es seien mehr Leute geworden. Mittlerweile kommen sie auch aus den Nachbarregionen, wie Döbeln oder Hainichen. Aber aus einem einfachen Grund. „In Döbeln müssen die Leute ein paar Euro zahlen, bei uns in Roßwein kriegen sie die Kleidung kostenlos. Deswegen kommen zu uns mehr Leute“, erzählt sie. „Natürlich sind wir froh über jede Spende, die uns die Leute geben. Aber verlangen tun wir nichts.“ Auch sei die Kleiderkammer im Winter immer stärker besucht als im Sommer. Kein Wunder, dass vor allem warme Mäntel und festes Schuhwerk gefragt seien. „Auch Bettwäsche geht immer schnell weg. Wichtig ist nur, dass die beiden Teile zusammen passen“, erklärt sie. „Ansonsten nehmen es die Leute nicht. Oft nachgefragt sind auch Jeans, sofern die Kunden die passende Größe haben.“

Zufrieden ist auch Madele Unger, die einen ganzen Karton mit Kinderkleidung bringt. „Ich habe drei Kinder. Wenn die aus den einen Sachen rauswachsen, bringe ich sie gewaschen zurück und suche mir etwas Neues“, erzählt sie. Sie ist eine der Stammkunden der Kleiderkammer und freut sich über das reichhaltige Sortiment. „Hier finde ich immer was.“ Auch Rosmarie Schindler freut sich sehr sie zu sehen. „Sie bringt die Sachen immer sauber und gebügelt zurück“, erzählt Schindler. Denn wenn sie eines nicht mag, dann wenn die Leute die Kleidung vorher nicht ordentlich zusammen legen. „Wir haben hier einfach keinen Platz, um das auch noch zu machen“, sagt sie. „Auch bügeln können wir hier nicht. Und selbst wenn, das würde ich nicht auch noch tun.“