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Rothenburger Eisenbahnstrecke verkauft

© dpa

Die Trasse zwischen Horka und Lodenau ist seit 15 Jahren stillgelegt. Der neue Besitzer will diese wieder in Betrieb nehmen.

Von Katja Schlenker

Rothenburg. Die Deutsche Regionaleisenbahn GmbH hat die Strecke von Horka nach Lodenau gekauft. Darüber informiert Geschäftsführer Gerhard Curth am Dienstag. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin hat die 13 Kilometer lange Trasse bereits seit rund zehn Jahren gepachtet. Am Dienstagmorgen ist der Abkauf von der Deutschen Bahn AG über die Bühne gegangen. Die bundesweit agierende Firma hat die Strecke übernommen, damit sie erhalten bleibt. Die Alternative wäre gewesen, die stillgelegte Trasse zu verschrotten.

Die Deutsche Bahn hat den Streckenabschnitt bis Oktober 2000 für den Güterverkehr genutzt. Dann ist die Strecke für das Unternehmen jedoch nicht mehr betriebsnotwendig und daher stillgelegt worden, heißt es vor zehn Jahren, als die Pacht begonnen hat. Nun habe sich die Deutsche Bahn gänzlich von der Trasse trennen wollen, erklärt Gerhard Curth.

Geplant ist, die Strecke zu entwickeln, wirtschaftlich zu betreiben und damit langfristig zu erhalten. Auch eine Anbindung an das Schulzentrum sowie den Flugplatz an der Friedensstraße wäre denkbar. Für Rothenburg wäre ein Ausbau der Strecke ein Segen, ist in der Vergangenheit doch oft bemängelt worden, dass der Stadt ein Haltepunkt für Züge fehlt. Lediglich in Uhsmannsdorf gibt es momentan die Möglichkeit, mit dem Zug nach Cottbus oder Zittau zu fahren.

Bürgermeisterin Heike Böhm (SPD) ist von der Idee begeistert. „Rothenburg wäre über die Schienenstrecken nach Görlitz und Horka langfristig mit dem regionalen und überregionalen Schienenverkehr verknüpft“, sagt sie. „Innerhalb unserer Orte wäre ein integrierter Bahn- und Busverkehr möglich. Fahrradtouristen könnten Streckenteile auch mit der Bahn kombinieren.“ Auch der Kleinbahnverein vor Ort könnte von der Bahnstrecke profitieren.

Außerdem könnte zusätzlich zum Bus ein Schienenbus zum Einsatz kommen. „Durch so ein flexibles Beförderungsmodell aus Schienenbus und Bus könnten die Einwohner aus unseren Ortschaften zum Beispiel unsere Kernstadt als regionales Grundversorgungszentrum besser erreichen“, erklärt Heike Böhm. Weniger Autos auf den Straßen wären die Folge. Das wiederum würde auch die Schadstoffbelastungen in der Umwelt vermindern.

Bis Ende Januar soll ein Impulspapier zusammengestellt werden. In einem Gutachten, das 2012 im Stadtrat vorgestellt worden ist, hat es bereits geheißen, dass „bezüglich der Strecke 6577 Horka–Steinbach der Erhalt und die Wiederaufnahme des Verkehrs festgestellt wurden“.