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Sachsen auf der Cebit

Mehr als 60 Aussteller aus dem Freistaat haben ihre Technik nach Hannover gebracht. Eines ihrer Themen: Gesundheit.

© obs

Von Georg Moeritz

Wie geht's Brüder

Eine Reportagereise durch Osteuropa 30 Jahre nach dem Umbruch auf Sächsische.de

Dresden/Hannover. Gerhard Fettweis ist jedes Jahr dabei: Der Dresdner TU-Professor für Mobile Nachrichtensysteme stellte am Montag auf der Messe Cebit die jüngsten Fortschritte beim schnellen Datenfunk vor. Mit Vodafones Deutschlandchef Hannes Ametsreiter berichtete Fettweis, erstmals sei außerhalb von Laborbedingungen eine Datenübertragung von rund 15 Gigabit pro Sekunde gelungen, mit Wartezeiten von wenigen Millisekunden. Der künftige schnelle Datenfunk G5 soll auch Maschinen sicher verbinden.

Schicke Namen: Trends und Getränke

Insgesamt 65 Firmen aus Sachsen beteiligen sich diesmal an der Cebit in Hannover, darunter 21 auf einem Gemeinschaftsstand in Halle 5. Dort bekommen auch unbekannte Kunstnamen die Chance, für sich zu werben. Die Industrie- und Handelskammer Dresden hat für elf Neugründungen wie Binee, Manatec und Apoly einen Platz gefunden. Nureo aus Leipzig stellt der High-Tech-Gemeinde ein „innovatives Trend-Getränkepulver“ mit Ginkgo vor. Das gab es nicht mal zur Grünen Woche.

Soziales: Software für den Pflegedienst

Einige junge Firmen aus Dresden bemühen sich, die Märkte für Software und Gesundheit zu verbinden. Das Unternehmen Caresocial bietet Pflegediensten die Software für Dokumentation und Arbeitsabläufe. Die Daten sollen „cloudbasiert“ verwaltet werden, also in der Datenwolke außerhalb des stationären Computers. Die Forscher von Diafyt entwickeln mit viel Rechenaufwand eine vollautomatische Insulinpumpe, indem die Funktion der Bauchspeicheldrüse mathematisch nachgebildet wird.

Zuwachs: Neue Mitarbeiter gesucht

Sachsens Wirtschafts-Staatssekretär Stefan Brangs ist auch Regierungsbeauftragter für Digitales und will heute sechs Stunden Rundgang auf der Cebit machen. Er freut sich vor allem auf zwei Firmen, die Wachstum angekündigt haben und neue Mitarbeiter suchen: Linguwerk aus Dresden verarbeitet Signale wie Sprache und arbeitet für Kinder ebenso wie für VW. Net-Task aus Hohenstein-Ernstthal wirbt für „hochsichere“ Dateninfrastruktur mit seinen Cloud-Servern in Taucha und Chemnitz.

Vorzeigebranche: Stark in Dresden

In Sachsen arbeiten laut Landesverband Bitkom rund 24 000 Menschen in 2 700 Softwarefirmen, einschließlich der Kommunikationsbranche. Allein in Dresden sind 10 000 von ihnen tätig, teilte der städtische Wirtschaftsförderer Robert Franke mit. Dresden gehört nach seinen Angaben zu den stärksten deutschen Gründungszentren der Branche Informationstechnik und Kommunikation. Nach Frankes Erfahrung liegt der Schwerpunkt auf Software für die klassische Industrie.