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Sachsen hat große Sterne-Tradition

Neben Herrnhutern gibt es im Freistaat weitere traditionelle Weihnachtssterne. Hier eine Auswahl im Überblick:

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Hartensteiner Weihnachtsstern

In vierter Generation fertigt die Buchbinderfamilie Härtel inzwischen ihre Hartensteiner Weihnachtssterne. Beate Heyn, die Enkeltochter des Mannes, der einst die Idee seines Vaters weiterentwickelte und 1948 auch auf einer Messe vorstellte, stellt noch heute mit einer Mitarbeiterin in Handarbeit die filigranen Innensterne im Erzgebirge her. Gold-Rot ist dabei der Klassiker, weitere Varianten vereinen Gold oder Silber mit Blau, Lila, Orange und Weinrot. „Unendlich viele Varianten wird es aber nicht geben“, macht Frau Heyn deutlich. Auch bei den Größen variiert die Familie nicht: Der Stern hat im Original immer 68 Zentimeter Durchmesser und besteht aus zwölf fünfeckigen Spitzen, die auf einen Grundkörper aufgesetzt werden. Typisch ist die feine, gestanzte Folie, die mit verschiedenfarbigen Leuchtpapier kombiniert wird. Der Stern wird deutschlandweit über Händler verkauft.

Annaberger Faltstern. Foto: Kraft
Annaberger Faltstern. Foto: Kraft
Haßlauer Weihnachtsstern. Foto: Wild
Haßlauer Weihnachtsstern. Foto: Wild

www.hartensteiner-weihnachtssterne.de

Annaberger Faltstern und Erzgebirgischer Fensterstern

Nur echt mit 18 Zacken ist der Annaberger Faltstern, der 1924 erfunden wurde. Die Buchbinderei Kraft in Annaberg-Buchholz produziert die Sterne seit 1996. Pro Jahr fertigen insgesamt sieben Mitarbeiter Sterne sowie die Verpackung in Handarbeit, erklärt Buchbindermeister und Sterne-Chef Ingolf Kraft. Während der Annaberger Faltstern dreidimensional und in vier Größen erhältlich ist, gibt es mit dem Erzgebirgischen Fenster-stern eine flachere Variante, die an Wänden oder in Fenstern angebracht wird. Er ähnelt einem Lampion. Klassische Farben sind Gelb und Rot, zunehmend liegt Weiß im Trend, erklärt Ingolf Kraft. Die Sterne sind in seiner Buchbinderei inzwischen zum Hauptgeschäftszweig gewachsen. 20 000 Sterne entstehen jährlich, die in ganz Deutschland verkauft werden.

www.buchbinderei-kraft.de

Haßlauer Weihnachtsstern

Dieser Stern stammt ebenfalls aus dem Erzgebirge, aus Wilkau-Haßlau. Seit 1985 fertigt Matthias Wild sie in Handarbeit. Die Idee hatte seine Frau, als sie mit den kleinen Kindern zu Hause war, erzählt der Sterne-Chef. Inzwischen gibt es aus Haßlau Außen- und Innensterne in verschiedenen Ausführungen. Die Innensterne sind aus Papier und Pappe, die Außensterne aus Kunststoff – zum Teil bedruckt. Der Ursprungsstern ähnelt dem Hartensteiner Stern, hat aber eine andere Montagetechnik. Grundform ist ein Pentagondodekaeder, an dem zwölf fünfeckige Zacken sitzen. Mehrere Tausend Stück pro Jahr stellen die Haßlauer zu zweit her und verkaufen sie deutschlandweit.

www.hasslauer-weihnachtssterne.de