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Der Duden lügt!

Sachsens Regierung ist sich einig: Schuld hat immer der andere Koalitionspartner. Eine satirische Betrachtung.

SZ-Redakteur Gunnar Saft kommentiert regelmäßig in seiner satirischen Kolumne das politische Geschehen in Sachsen.
SZ-Redakteur Gunnar Saft kommentiert regelmäßig in seiner satirischen Kolumne das politische Geschehen in Sachsen. © Christian Juppe

EINE Koalition ist ein „zum Zweck der Durchsetzung gemeinsamer Ziele geschlossenes Bündnis“ behauptet der Duden – und liegt damit leider völlig falsch. Als treue sächsische Staatsbürger wissen wir seit dieser Woche, was eine Koalition wirklich ist: Das zufällige Aufeinandertreffen von Politikern, die sich dreist Regierungspartner nennen, und sich danach wie im Rausch gegenseitig an die Gurgel gehen – so, als würde am kommenden Sonntag wieder gewählt. Fachleute sprechen bereits vom neuen TK-Virus: „Tollhaus Kenia“.

Größter Hotspot ist das Dresdner Regierungsviertel und die Inzidenzzahl verdoppelt sich dort stündlich. Als Impfstoff ist inzwischen irgendwas aus dem Restmüll des früheren Atomforschungsinstituts Rossendorf im Gespräch. Bewährte Hausmittel wie eine große Dosis Vernunft haben dagegen völlig versagt.

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Gegriller Minister statt gekochte Fledermaus

WER sich die Mühe machen will, die Ursachen für diese DEMO-kratische Pandemie zu ergründen, die ihren Ursprung in Leipzig hat, steht vor einer schweren Aufgabe. Der erste Erreger stammt zwar auch hier von einem innerstädtischen Marktplatz, allerdings kommt später statt der gekochten Fledermaus ein gegrillter CDU-Innenminister ins Spiel, den jeder in der SPD und bei den Grünen für den schlimmsten Superspreader in Sachen Unvernunft und Ignoranz hält. 

Der Minister selbst zeigt schon erste Symptome und lächelt sogar bei Kritik dauerhaft, ohne dass jemand in seiner Umgebung einen Witz erzählt hat. In den kurzen Phasen, in denen es ihm besser geht, nimmt er dafür trotzig die Maske ab und krächzt: Schuld sind die anderen!

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DER Chefregisseur dieser keniatischen Polit-Theatertruppe, der den Künstlernamen „Ministerpräsident“ trägt, hat sich inzwischen die Corona-Pandemie zunutze gemacht, um dem TK-Virus zu entkommen: Er zog sich in häusliche Quarantäne zurück. Von dort aus beobachtet er genauso gespannt wie wir die Entwicklung im Dresdner Regierungsviertel.

Sollte es nicht bald zu Besserungen kommen, schlagen Landräte aus der Erzgebirgsregion ganztägige Zugangssperren für alle Kabinettsmitglieder vor. Bis zur Wiederaufnahme der Regierungeschäfte geht die Macht zwischenzeitlich erst einmal vom Volk aus.

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