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Baumfällungen mitten im Nationalpark

Schuld ist der Borkenkäfer. An der Straße zwischen Hohnstein und der Elbe ist schweres Gerät im Einsatz.

Schweres Gerät im Einsatz. An der Sense werden Bäume beseitigt, um die Straße zu schützen.
Schweres Gerät im Einsatz. An der Sense werden Bäume beseitigt, um die Straße zu schützen. © Mike Jäger

Nach den komplizierten und zeitraubenden Baumfällarbeiten im Kirnitzschtal stehen die Spezialisten nun vor der nächsten Herausforderung. Am Steilhang an der Kreisstraße 8723 im Tiefen Grund, der sogenannten "Sense" zwischen Hohnstein und Porschdorf, müssen jede Menge Bäume gefällt werden. Notwendig sei die Maßnahme, da wie bereits im Kirnitzschtal Borkenkäfer in kurzer Zeit eine große Menge von Fichten im Steilhang zum Absterben gebracht haben und die Bäume auf die Straße zu stürzen drohen. Vorsorglich fällt man hier, obwohl der Bereich zur Kernzone des Nationalparkes Sächsische Schweiz gehört,  offenbar gleich auch noch einige Laubbäume mit. Diese wären vermutlich den Steilhang herabgestürzt und hätten schlimmstenfalls auch noch lockere Steine mitgerissen.

Die Nationalparkverwaltung hat alle notwendigen Maßnahmen vorbereitet, um zügig mit den Fällungen beginnen zu können und um den Zeitraum der Sperrung möglichst kurz zu halten. Geplant ist, die Fällarbeiten bis zum 30. Oktober abzuschließen. Allerdings gab es bereits Kritik, da die wichtige Verbindungsstrasse von Hohnstein ins Elbtal nun noch länger gesperrt ist.  Ursprünglich sollte hier der Verkehr nach langwierigen Straßenbauarbeiten schon ab September wieder rollen. "Eine zeitnahe Fällung der Bäume während der aktuellen Baumaßnahme war leider nicht möglich, da das den Baubetrieb zu stark eingeschränkt hätte und laufende Transportarbeiten nicht möglich gewesen wären", sagt Nationalparksprecher Hanspeter Mayr. 

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Schwieriges Terrain für die Spezialisten.
Schwieriges Terrain für die Spezialisten. © Mike Jäger

Die Baumfällarbeiten am Steilhang sind schwierig, das Gelände unwegsam. Dazu kommt die Gefahr, dass auch Steine ins Rutschen kommen könnten. Das verlangt den Spezialisten Einiges ab. Um niemanden durch herabstürzende Baumstämme zu gefährden, musste die Straße auch deshalb weiter voll gesperrt bleiben. Fällarbeiten unter halbseitiger Sperrung wären nicht möglich gewesen. Die Wanderer dürfte es freuen.  Ihnen kommt auch in den nächsten Tagen im Tiefen Grund noch kein Fahrzeug entgegen. Immerhin ist ein Abschnitt als Teil des Malerwegs stark bewandert. Der befindet sich jedoch außerhalb des Baumfällgebietes. 

Kraftfahrer werden die Trasse voraussichtlich erst ab November wieder nutzen können,  da sich in Rathmannsdorf Bauarbeiten an der Bahnbrücke anschließen und die Straße in diesem Bereich dann auch voll gesperrt ist. 

Seit März 2019 müssen die Kraftfahrer nun schon viel mehr Zeit und mehr Kilometer einplanen. Unter Vollsperrung wurde an der Sense die letzte durch Starkregen zerstörte Etappe saniert. Der Abschnitt ist mit den reichlich 211 Metern zwar ziemlich kurz, aber er hatte es in sich. Die Bauarbeiten gestalteten sich als äußerst schwierig. Zum einen bereitete der Bauuntergrund Kopfzerbrechen. Der Boden in diesem Bereich wurde früher immer wieder aufgeschüttet. Dann sind Bäume darauf gewachsen und mit jedem Unwetter wurde der Unterbau bröckliger. Zum anderen wurde in einem Gebiet gebaut, in dem eigentlich gar nicht gebaut werden darf, und zwar in der Umweltschutzzone A des Nationalparks Sächsische Schweiz. Hinzu kommt, dass die Straße von Felsen und vom Bach begrenzt wird und damit kaum Platz für die Baufahrzeuge blieb.

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