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Das macht Corona mit unserem Herzen

Der Sebnitzer Chefarzt Andreas Müller rät: Bei Anzeichen einer Herzschwäche unbedingt einen Arzt aufsuchen. Auch in der gerade schwierigen Zeit.

Dr. Andreas Müller, Chefarzt der Inneren Abteilung der Asklepios Sächsische-Schweiz-Klinik Sebnitz.
Dr. Andreas Müller, Chefarzt der Inneren Abteilung der Asklepios Sächsische-Schweiz-Klinik Sebnitz. © privat

Im November sind traditionell Herzwochen. In diesem Jahr stehen sie unter dem Motto "Das schwache Herz". In den Kliniken finden dazu dieses Mal aber weder Fachforen noch Vorträge statt. Alles abgesagt. Auch Rehasport gibt es coronabedingt nicht. Für das Herz ist das aber nicht gut. Sächsische.de sprach mit Dr. Andreas Müller, Chefarzt der Inneren Abteilung der Asklepios Sächsische-Schweiz-Klinik Sebnitz zum Thema Herzbeschwerden.

Herr Dr. Müller, wie erkenne ich eine Herzschwäche überhaupt?

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Eine Herzschwäche beginnt schleichend und oft unbemerkt. Aber es gibt einige Symptome, die darauf hindeuten. So kann es zu Atemnot bei Belastungen kommen. Die Leistungsfähigkeit, wie beim Treppensteigen, Bergangehen oder schnellem Laufen kann abnehmen. Betroffene klagen oft auch darüber, dass sie müde und abgeschlagen sind. Darüber hinaus kann es durch Wassereinlagerungen auch zu Schwellungen an Knöcheln und Unterschenkeln kommen. Der Herzschlag wird rascher. Bei manchen Patienten kann es auch nachts zu wiederholtem Aufwachen wegen Atemnot kommen. Das sind alles Warnzeichen, auf die jeder selbst achten kann.

Was passiert, wenn eine Herzschwäche festgestellt wird?

Vor Beginn einer Therapie muss die Ursache für die Herzschwäche gefunden und eingeschätzt werden, wie schwerwiegend die Veränderungen sind. Das kann häufig vollumfänglich in Sebnitz durchgeführt werden, gegebenenfalls  ergänzende Spezialuntersuchungen, zum Beispiel mit dem Herzkatheter, organisieren wir bei unseren Kooperationspartnern. 

Die Behandlung beginnt in den meisten Fällen mit Medikamenten, das kann ebenfalls in Sebnitz erfolgen. Mitunter müssen Eingriffe an den Herzkranzgefäßen vorgenommen werden, also Stents gesetzt oder ein Bypass gelegt, Herzklappen repariert oder ein spezieller Herzschrittmacher eingesetzt werden. Die Überweisung in ein dafür spezialisiertes Zentrum erfolgt dann ebenfalls durch uns.

Was kann jeder selbst tun?

An erster Stelle steht die Bewegung. Wir sprechen da von richtig dosiertem Ausdauertraining. Das steigert erheblich die Leistungsfähigkeit. Dadurch kann sich die Zahl der Krankenhauseinweisungen verringern. Und nicht zuletzt sollte man  bedenken, dass dies die Sterblichkeitsrate senken kann. Darüber hinaus empfehle ich auch, sich täglich zu wiegen. Außerdem, eine Gewichtszunahme von mehr als zwei Kilo innerhalb von drei Tagen zeigt, dass sich die Herzschwäche verschlechtert hat. Deshalb muss man da unbedingt Kontakt zum Arzt aufnehmen.

An erster Stelle steht, das Gewicht zu normalisieren, wenn es denn notwendig ist. Da  empfehle ich die traditionelle Mittelmeer-Küche, also viel Obst, Gemüse, Salat, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. Empfehlenswert ist eher Fisch, statt Fleisch. Und wenn es Fleisch sein soll, dann eher Geflügel. Und man sollte eher Oliven- und Rapsöl statt tierischer Fette wie Butter und Schmalz verwenden. 

Ganz wichtig ist auch, auf Salz- und Trinkmenge zu achten. Wer bislang im Durchschnitt so zehn bis 15 Gramm Salz zu sich genommen hat, sollte das auf vier bis fünf Gramm pro Tag begrenzen. Noch besser wäre natürlich, Kräuter und andere Gewürze statt Salz zu verwenden. Als Trinkmenge empfehle ich eineinhalb bis zwei Liter am Tag.

Wie wirkt sich Covid-19 auf eine Herzschwäche aus?

Obwohl sich Covid-19 überwiegend durch Symptome der Atmungsorgane äußert, treten bei einigen Patienten schwerwiegende Herz- und Kreislaufkrankheiten auf. Auch eine bereits bestehende Herzschwäche kann sich verschlechtern. Wichtig ist es, das rechtzeitig zu erkennen, um es schnellstmöglich zu behandeln.

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