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Wanderbuch schaut abseits des Weges

"Wandern für die Seele" heißt der neue Wanderführer von Carsten Storm. Auf 20 Routen durch die Sächsische Schweiz beschreibt er mehr als nur die Strecke.

© Stadtmarketing Sebnitz

Weltenbummler, Wissenschaftler, Wanderfreund - auf Carsten Storm trifft jeder dieser Begriffe zu. Autor ebenfalls, denn diesen Sommer ist sein Wanderführer für die Sächsische Schweiz erschienen. Mit „Wandern für die Seele“ schrieb er eine Hymne auf die Schönheit der Sächsischen Schweiz. Storm begleitet die Leser auf 20 ausgewählte Wege und zeigt ihnen dabei mehr, als nur den richtigen Weg.

Seine persönliche Reise begann der heute 56-Jährige im Rheinland. Dort wird ihm vom Kindesalter an von seinen Eltern die Liebe zum Wandern und zu den Bergen vermittelt. In den österreichischen Alpen schnuppert er das erste Mal Gebirgsluft. Seitdem erwanderte er sich viele Gegenden in Asien, Europa und Amerika - von den Pyrenäen bis zu den Rocky Mountains.

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Neues berufliches Terrain

Carsten Storm hat sich beruflich der Sinologie - oder "Chinakunde" - gewidmet und diese bereits als Professor an verschiedenen Universitäten unterrichtet. Mit dem Wanderführer begibt er sich auf ein völlig neues Terrain. "Es war ein viel entspannteres Schreiben", erzählt Storm, der bereits mehrere Bücher geschrieben hat, in denen er auf wissenschaftliche Weise die chinesische Literatur thematisiert. Drei Jahre hat es gedauert: Vom erste Entwurf des Wanderführers, der ursprünglich auf Englisch erscheinen sollte, bis zum finalen Druck.

Das Buch richtet sich vor allem an Einsteiger und hat, laut Storm, eine tendenziell weibliche Zielgruppe. Die 20 genannten "Wohlfühlwege" sind in verschiedene Kategorien eingeteilt. So hat der Leser unter anderem die Wahl zwischen landschaftlich reizvollen Panoramatouren und Verwöhntouren, die an gemütlichen Gasthöfen vorbeiführen. Carsten Storm möchte mit seinen Wegbeschreibungen nicht nur "Strecken" zeigen. "Ich möchte die Leser auf einer sensorischen Ebene und einer Gefühlsebene führen und sie sensibel machen für das, was da am Wegesrand ist", sagt er.  Und tatsächlich, mit teils prosaartigen Wegbeschreibungen nimmt er den Leser an die Hand und gibt ihm mit historischem Hintergrundwissen und interessanten Fakten einen Einblick in das, was er sieht.

"Meine Routen sind in sich geschlossene Vorschläge": Autor Carsten Storm unterwegs in der Sächsischen Schweiz.
"Meine Routen sind in sich geschlossene Vorschläge": Autor Carsten Storm unterwegs in der Sächsischen Schweiz. © Carsten Storm

Mit über 140 Fotos, die der Autor selbst gemacht hat und 20 Karten bietet der Wanderführer vom Verlag Droste ein anschauliches und entspanntes Wandererlebnis. Dennoch würde Storm jedem Wanderer empfehlen, zusätzlich zu dem Buch auch eine Karte mit sich zu führen. Auch da hilft der Droste Verlag, indem er die GPS-Daten zu den einzelnen Routen auf seiner Webseite zum Download anbietet.

Neuer Trend durch Corona

Für Carsten Storm bedeutet Wandern nicht nur ein kleines alltägliches Abenteuer, sondern einen Ausgleich vom Alltag. Sein Buch ist so konzipiert, dass es dem Wanderer ein möglichst entspannendes Wandererlebnis bescheren soll. "Meine Routen sind in sich geschlossene Vorschläge." Damit meint er, dass er es dem Leser einfach macht, eine Route auszuwählen und diese dann als alternativlos präsentiert. Dadurch kommt man nicht in die Verlegenheit, sich an jeder Weggabelung für eine Richtung entscheiden zu müssen, sondern kann tatsächlich einem klaren Weg folgen. 

Dass genau das gerade den Nerv der Zeit trifft, ist unverkennbar. Mit den durch Corona bedingten Reisewarnungen entwickelte sich eine Art Gegenbewegung, so Storm. Die Leute wollen raus und wählen unter den gegebenen Umständen den Urlaub vor der eigenen Haustür. Sein Wanderführer trifft also genau den Nerv der Zeit.

Für die Zukunft hat Storm geplant, weitere Wanderführer zu schreiben. Dabei hat er vor allem das Osterzgebirge und die Lausitz im Blick. Vielleicht, verrät er, steigt er auch mal auf ein Rad und schreibt einen Fahrradführer.

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