merken
PLUS Sebnitz

So wird das Martinsfest jetzt gefeiert

Martinsumzüge sind bei Kindern in der Sächsischen Schweiz beliebt. Mit Corona ist alles anders. In einigen Orten gibt es Ideen, wie das Fest nicht ausfallen muss.

Auf einen großen Martinsumzug wie im vergangenen Jahr wird 2020 nicht nur in Pirna verzichtet.
Auf einen großen Martinsumzug wie im vergangenen Jahr wird 2020 nicht nur in Pirna verzichtet. © Marko Förster

In diesem Jahr wird es sie nicht geben, die traditionellen Umzüge am 11. November, vornweg St. Martin hoch zu Ross, dahinter viele Kinder, mit Laternen in der Hand, und das Hörnchenteilen am Feuer. Die Martinsumzüge sind abgesagt. Aber ganz ausfallen lassen wollen die meisten Kirchgemeinden das Fest nicht. Es geht darum, Möglichkeiten zu finden, wie Sankt Martin trotz Corona gefeiert werden kann.  

Auf der einen Seite steht fest, dass riesige Umzüge, das Klingeln an vielen Häusertüren- oder das Verteilen von Martinshörnchen in die Menge der Kinder nicht möglich sind. Auf der anderen Seite ist das Martinsfest aber als Brauchtum nicht nur für Kinder wichtig. Rituale geben den Menschen Struktur und Orientierung, das gelte für alle Altersklassen, heißt es aus Kirchenkreisen. Zudem sei gerade in wirtschaftlich unruhigen Zeiten wie der Corona-Krise die Botschaft des Heiligen Martin, der seinen Mantel mit einem Bettler geteilt hat, aktuell.

August Holder GmbH
Zuverlässigkeit und Erfahrung
Zuverlässigkeit und Erfahrung

Kettensäge kaputt oder Profi-Gerät für´s Wochenende gesucht? Bei HOLDER kein Problem: Onlineshop, Werkstatt und Leihservice sorgen für funktionierendes und passendes Gerät.

Ideen für den Martinstag mit Covid-19

Der Martinstag selbst ist von vielen Bräuchen geprägt, wie das Martinsgansessen, das Martinssingen an den Haustüren und eben Umzüge. Aufgrund der Corona-Pandemie haben sich auch in der Sächsischen Schweiz Kirchgemeinden dazu entschieden, die Umzüge ausfallen zu lassen. Sie haben stattdessen Ideen entwickelt, wie  dem Heiligen St. Martin auf andere Weise gedacht werden kann.

Mit Martinshorn durch Neustadt

In der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Neustadt wird es weder eine Vesper in der Kirche, noch einen Martinsumzug mit Laternen geben. "Das Martinsfest fällt  jedoch nicht aus. Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, füreinander da zu sein, miteinander zu teilen und einander Mut zu machen. Und wir wollen unseren Kindern etwas Gutes tun", sagt Pfarrer Sören Schellenberger.  In der Kirchgemeinde kam man auf eine ausgefallene Idee, die gemeinsam mit der Neustädter Feuerwehr umgesetzt wird.

Am frühen Mittwochabend, dem 11. November, wird ein Feuerwehrauto mit Martinshorn durch die Straßen von Neustadt fahren. Interessierte sind eingeladen, mit Laternen an die Strecke zu kommen. Das Fahrzeug wird dann anhalten und es werden kleine Geschenke verteilt. Pfarrer Sören Schellenberger weist darauf hin, dass unbedingt zu anderen Familien Abstand gehalten werden muss. Mit den Laternen soll ein Lichtermeer leuchten zu Ehren für St. Martin und als Zeichen von Hoffnung in einer dunklen Zeit, so der Pfarrer. Start ist um 17.30 Uhr. Fahrtroute mit Martinshorn und Martinshörnchen: Kirchplatz - Dresdner Straße - Markt - Böhmische Straße - Dr.-Wilhelm-Kaulisch-Straße - Struvestraße - Badegasse - Kirchplatz.

Andachten in Sebnitz und Königstein/Papstdorf

Neben den Umzügen sind auch die Martinsfeste abgesagt. Stattdessen hat man sich entschieden, eine Martinsandacht oder Gottesdienste zu Ehren des heiligen St. Martin zu feiern. Für manche Pfarrer ist das ein logistisches Problem, deshalb wurden die Andachten aufgeteilt. So lädt zum Beispiel die evangelische Kirchgemeinde Sebnitz am 11. November, 17 Uhr, in die Sebnitzer Stadtkirche ein und am 12. November in die Kirche nach Lichtenhain sowie am 13. November nach Ulbersdorf.

Für die Kirchgemeinde Königstein/Papstdorf findet ein Gottesdienst am 11. November, 17 Uhr, in der Kirche von Papstdorf statt und am 13. November, 17 Uhr,  in der Stadtkirche Königstein. In Bad Schandau, wo am 11. November sonst auch ein großer Martinsumzug stattgefunden hatte, beschränkt man sich ebenfalls auf eine Andacht, 17 Uhr in der Stadtkirche.

Auch in Pirna wird es den traditionellen Martinsumzug nicht geben. Nach zahlreichen Absprachen, unter anderen mit dem Gesundheitsamt, hat sich die Leitung des Katholischen Kindergartens und der Kirchgemeinde Pirna entschieden, den Laternenumzug nicht durchzuführen. Das Risiko einer Ansteckung sei zu groß.

Maske und Abstand auch in den Kirchen

Generell wird aber darauf hingewiesen, dass bei den Martinsandachten in den Kirchen die gleichen Corona-Regelungen wie bei Gottesdiensten gelten. Dazu gehört ein durchgängiges Tragen einer Nase-Mund-Bedeckung, die Einhaltung der Abstandsregeln und  Erfassung der Gottesdienstbesucher für eine zeitnahe Nachverfolgung bei eventueller Ansteckungsgefahr.

Mehr Nachrichten aus Pirna und Umgebung lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Sebnitz und Umgebung lesen Sie hier.

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen. 

Mehr zum Thema Sebnitz