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Von Yoga-Kursen bis Repair-Café: Wo sich Stolpen trifft

Das Wort "Gogelmosch" gab nicht nur einem Verein den Namen, sondern einem ganzen Haus. Seit zehn Jahren ist dieses "Sammelsurium" vielen ans Herz gewachsen.

Von Anja Weber
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Heike Gestring (1.v.l.) hat auch schon mal die Bundestagsvizepräsidentin Aydan Özoguz (4.v.l) im Gogelmoschhaus empfangen.
Heike Gestring (1.v.l.) hat auch schon mal die Bundestagsvizepräsidentin Aydan Özoguz (4.v.l) im Gogelmoschhaus empfangen. © Daniel Schäfer

Im Stolpener Land sind Wege weit, Treffpunkte selten und nicht nur dort. Die Bevölkerung im ländlichen Raum fühlt sich zumeist, wie Studien besagen, oft abgehängt. In Stolpen hat sich der Gogelmoschverein auf dem Weg gemacht, einiges dagegenzusetzen. Zentraler Ort ist das Gogelmoschhaus, welches im Mai 2014 eröffnet wurde. "Ein Ort, an dem alle Generationen zusammenkommen und sich wohlfühlen können", sagt Heike Gestring vom Verein. Gemeinsam mit ihrem Mann Ingo hat sie das Projekt nicht nur aus der Taufe gehoben, sondern begleitet. Und das habe mitunter ziemlich Nerven gekostet und einige Sorgen bereitet, vor allem auch finanzielle. Doch alle Hürden konnte das Team um Heike Gestring meistern. Deshalb darf nun das zehnjährige Jubiläum gefeiert werden.

Doch weshalb wurde das ursächsische Wort "Gogelmosch" gerade Namensgeber? Heike Gestring kann das erklären. Denn es hängt ganz einfach mit den Angeboten des Hauses zusammen. "Gogelmosch steht für ein Sammelsurium an kleinen und nützlichen Dingen, die man bei Bedarf aus der Schublade holen kann. Das umschreibt praktisch die vielfältigen Aktivitäten im Haus", sagt sie. Das Herz ist übrigens die Küche, die in der Woche mit frisch zubereiteten Mahlzeiten zum Mittagstisch einlädt, die den Kindergarten der "Kleinen Weltentdecker" und die Senioren bekocht.

Ein Sammelsurium nützlicher Dinge in Stolpen

Ebenso gut angenommen wird das Repair-Café. Ehrenamtliche kümmern sich darum, dass die mitgebrachten Gegenstände wieder repariert und nicht weggeschmissen werden müssen. Hier werden nicht nur Kaffeemaschinen oder Fahrräder instandgesetzt, auch eine Nähstube gibt es. Seit zehn Jahren fester Bestandteil ist der Kindergarten "Kleine Weltentdecker". Heike Gestring und die Kindergartenleiterin Martina Winter haben den beschwerlichen Start noch gut im Gedächtnis.

Darüber hinaus gibt es eine breite Palette verschiedener Angebote von der Gesundheitsberatung, Yogakurse bis hin zum Leseclub für Kinder und der Krabbelgruppe für die Kleinsten, Theaterveranstaltungen, Konzerte und Vorträge. Die Musikschule ist Gast, Hebammen bieten Kurse an, Senioren treffen sich zum Kaffee, junge Leute werden bei der Jobsuche unterstützt, das Café für Trauernde wird über die Diakonie Pirna angeboten, um nur eine Auswahl des "Sammelsuriums" zu nennen.

Ganz neu ist übrigens die TauschBar, die der Gogelmoschverein am Markt in Stolpen etabliert hat und somit zur Belebung der Innenstadt beiträgt.

Das Team um Heike Gestring ist sich einig, das Gogelmoschhaus könne zum zehnjährigen Jubiläum auf eine erfolgreiche Dekade zurückblicken. Das Jubiläum soll nun mit allen gemeinsam gefeiert werden. Einen Überblick über das Programm gibt es auf der Homepage.