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Sachsens Sommer werden extremer

Neue Klimadaten beweisen es: Trockenheit und Starkregen nehmen zu. Kleine Flüsse brauchen mehr Flutschutz.

© Robert Michael

Von Stephan Schön

Die Böden sind ausgetrocknet. In den Wäldern herrscht höchste Waldbrandwarnstufe. Hitzerekorde. Dann Starkregen und zerstörerische Gewitterfallböen. Wieder Hitze und noch einmal extremer Regen. – Nein, das ist nicht die Beschreibung der letzten Wochen, es ist die Klimaanalyse für Sachsens Standard-Sommermonate. In diesem Sommer passiert genau das, was bereits neuer Wetterdurchschnitt ist.

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Grafiken: Klimawandel in Sachsen

Es wird wärmer Um 0,6 Grad ist in Sachsen die durchschnittliche Landestemperatur in den vergangenen 50 Jahren angestiegen. Allerdings an manchen Stellen auch deutlich stärker, wie zum Beispiel in Nordsachsen, der Lausitz, im Elbtal und der Region Leipzig. Das heißt, die so schon wärmsten Orte haben noch einmal das meiste draufbekommen. In dieser wie all den anderen Grafiken werden in der Klimaforschung immer Durchschnittswerte von 30 Jahren miteinander verglichen, um Aussagen belastbar zu machen.
Es wird wärmer Um 0,6 Grad ist in Sachsen die durchschnittliche Landestemperatur in den vergangenen 50 Jahren angestiegen. Allerdings an manchen Stellen auch deutlich stärker, wie zum Beispiel in Nordsachsen, der Lausitz, im Elbtal und der Region Leipzig. Das heißt, die so schon wärmsten Orte haben noch einmal das meiste draufbekommen. In dieser wie all den anderen Grafiken werden in der Klimaforschung immer Durchschnittswerte von 30 Jahren miteinander verglichen, um Aussagen belastbar zu machen.
Mehr Sommer im Jahr Mehr als 25 Grad sind wenigstens einmal am Tag nötig, um als Sommertag in die Statistik einzugehen. Nimmt man nun die 30 Jahre von 1961 bis 1990 und vergleicht diese mit dem Zeitraum 1981 bis 2010, so ist die Zahl der jährlichen Sommertage um 25 Prozent gestiegen. Klimatisch gesehen eine enorme Steigerung. Dieser Anstieg geht auch mit immer mehr heißen Tagen über 30 Grad einher. Fazit: Regionen wie das Dresdner Elbtal und Nordsachsen müssen diesen Fakt in die Städteplanung einbeziehen.
Mehr Sommer im Jahr Mehr als 25 Grad sind wenigstens einmal am Tag nötig, um als Sommertag in die Statistik einzugehen. Nimmt man nun die 30 Jahre von 1961 bis 1990 und vergleicht diese mit dem Zeitraum 1981 bis 2010, so ist die Zahl der jährlichen Sommertage um 25 Prozent gestiegen. Klimatisch gesehen eine enorme Steigerung. Dieser Anstieg geht auch mit immer mehr heißen Tagen über 30 Grad einher. Fazit: Regionen wie das Dresdner Elbtal und Nordsachsen müssen diesen Fakt in die Städteplanung einbeziehen.
Wenn Wasser, dann aber richtig Gemütlicher Landregen wird selten. Jetzt gibt es Starkregen, im Durchschnitt fast siebenmal im Jahr. Die größte Zunahme der Extremwetter findet im Gebirge statt, dort, wo schon bislang die meisten Starkniederschläge niedergingen. Genau dort hat zudem auch noch die Stärke der Regengüsse zugenommen. Letztlich verteilt sich das nicht etwa aufs Jahr, sondern findet fast alles im Sommer statt. Fazit: Der Flutschutz für kleine Flüsse ist in Sachsen unzureichend. Auch Kanalisationen müssen ausgebaut werden.
Wenn Wasser, dann aber richtig Gemütlicher Landregen wird selten. Jetzt gibt es Starkregen, im Durchschnitt fast siebenmal im Jahr. Die größte Zunahme der Extremwetter findet im Gebirge statt, dort, wo schon bislang die meisten Starkniederschläge niedergingen. Genau dort hat zudem auch noch die Stärke der Regengüsse zugenommen. Letztlich verteilt sich das nicht etwa aufs Jahr, sondern findet fast alles im Sommer statt. Fazit: Der Flutschutz für kleine Flüsse ist in Sachsen unzureichend. Auch Kanalisationen müssen ausgebaut werden.
Trockenes Frühjahr Nordsachsen und die Lausitz trocknen aus. Zumindest im Frühjahr. Schon immer waren die Monate April bis Juni 	 relativ trocken. Die Wasserbilanz misst den Regen und  berücksichtigt auch, wie viel Wasser verdunstet. Bei höheren Temperaturen ist das natürlich mehr. 30 Liter Wasser je Quadratmeter fehlten hier schon damals, inzwischen hat sich dies mehr als verdoppelt. Fazit: Der Landwirtschaft fehlt in der Wachstumsphase massiv Wasser. Bewässerungen werden großflächig nötig.
Trockenes Frühjahr Nordsachsen und die Lausitz trocknen aus. Zumindest im Frühjahr. Schon immer waren die Monate April bis Juni relativ trocken. Die Wasserbilanz misst den Regen und berücksichtigt auch, wie viel Wasser verdunstet. Bei höheren Temperaturen ist das natürlich mehr. 30 Liter Wasser je Quadratmeter fehlten hier schon damals, inzwischen hat sich dies mehr als verdoppelt. Fazit: Der Landwirtschaft fehlt in der Wachstumsphase massiv Wasser. Bewässerungen werden großflächig nötig.
Nasser Sommer Die Monate Juli bis September holen etwas vom Wassermangel der Monate davor wieder auf. Aber nur im Durchschnitt. Die zusätzlichen Regenmengen gibt es vor allem in den Gebirgen bis in den Raum Chemnitz, Bautzen und im Neißetal. Der Rest wird wie bisher von oben gewässert. Fazit: Anbau feuchtebeständiger Arten wird nötig.
Nasser Sommer Die Monate Juli bis September holen etwas vom Wassermangel der Monate davor wieder auf. Aber nur im Durchschnitt. Die zusätzlichen Regenmengen gibt es vor allem in den Gebirgen bis in den Raum Chemnitz, Bautzen und im Neißetal. Der Rest wird wie bisher von oben gewässert. Fazit: Anbau feuchtebeständiger Arten wird nötig.

Das Sommerwetter hat sich in den letzten 50 Jahren grundlegend geändert, sagt Christian Bernhofer, Klimaforscher der TU Dresden. Gestern stellte er in Dresden eine neue Klimastudie vor. Demnach werden die Sommer anfangs trocken, dann heiß. Und wenn später im Juli, August ausreichend Niederschlag kommt, dann fällt er immer öfter als Starkregen. „Die Daten sind eindeutig“, sagt Bernhofer. „Und sie sind diesmal auch sehr lokal.“ Die Forscher haben im Auftrag des Landesumweltamtes erstmals bundesweit mit einem Raster von nur einem Kilometer gerechnet. Aus diesen Puzzleteilen geht verlässlich hervor, wo welches Risiko für Extremwetter besteht.

Um 0,6 Grad hat die Temperatur sachsenweit zugenommen, verglichen mit der Durchschnittstemperatur von 1961 bis 1990. Nicht gleichmäßig, sondern vor allem im Sommer in Form von Hitzewellen. Die Zahl der Sommertage mit mehr als 25 Grad ist im Sachsendurchschnitt von 28 auf 35 Tage gestiegen. Im Leipziger Tiefland und auch in Dresden sogar von 35 auf knapp 50 Tage im Jahr.

Auch wird ein so trockenes Frühjahr wie dieses geradezu zum Standard. Im Durchschnitt fehlen zwölf Prozent Regen, was sehr schlecht für die Landwirtschaft ist. Diese zwölf Prozent kommen dann aber in den Monaten Juli bis September dazu, was auch wieder schlecht für die Landwirtschaft ist. Und zu alldem fällt dieser Niederschlag immer öfter als Starkregen. „Nicht nur das“, sagt Bernhofer, „diese Starkregen sind zudem auch noch deutlich heftiger geworden.“ Sie verteilen sich keinesfalls schön gleichmäßig übers Land. Sie kommen vor allem dort noch häufiger vor, wo sie schon immer mal gewütet haben: in den Mittelgebirgen und im Gebirgsvorland. Damit steigt vor allem das Flutrisiko für die kleinen Flüsse und Bäche, was sowohl die Häufigkeit als auch die Heftigkeit betrifft.

Während an den großen Flüssen schon viel für den Hochwasserschutz getan worden sei, geschehe an den kleinen Flüssen viel zu wenig, sagt Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU). Für diese Gebirgsbäche und kleinen Flüsse wären die Kommunen zuständig. Doch die bereitgestellten Landesgelder seien nicht einmal aufgebraucht worden. Kupfer will daher eine neue Fachinstitution gründen. Ähnlich der Landestalsperrenverwaltung soll diese dann den Hochwasserschutz für die kleinen Flüsse landesweit koordinieren und auch kontrollieren.