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Sadisdorfer Bergbau hofft auch auf Lithium

Australischer Partner steigt bei Bergbauprojekt in Sadisdorf ein und bringt eine neue Aufbereitungstechnik mit.

© Egbert Kamprath

Von Franz Herz

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Sadisdorf. Die Deutsche Rohstoff AG verfolgt drei Bergbauprojekte im Erzgebirge – in Gottesberg, Geyer und Sadisdorf. Bisher standen dort die Zinnvorräte im Zentrum des Interesses. Das kommt auch im Namen der zuständigen Tochterfirmen zum Ausdruck: „Tin International AG“ und „Sachsenzinn“. Doch jetzt rückt für das Projekt in Sadisdorf noch ein weiteres Metall in den Fokus: Lithium. Und ein neuer Partner steigt ein.

Sadisdorf ist der Kern

Die Tin International hat mit der Firma Lithium Australia NL mit Sitz in West Perth in Australien eine Vereinbarung getroffen, dass beide ein gemeinsames Unternehmen, ein Joint Venture, betreiben werden. Dessen Kernstück wird die Lizenz in Sadisdorf, die Tin International hält, informiert die Deutsche Rohstoff AG. 2013 hat das Sächsische Oberbergamt der Sachsenzinn GmbH die Erlaubnis erteilt, auf einer Fläche von zwei Quadratkilometer um die Sadisdorfer Pinge nach Zinn und anderen Rohstoffen zu suchen. Damals waren neben dem Zinn noch Kupfer, Molybdän, Wolfram, Wismut oder Zink genannt. Lithium spielte damals noch keine herausragende Rolle.

Das Joint Venture soll künftig von Lithium Australia geführt werden, heißt es gleichlautend in Pressemitteilungen der Deutschen Rohstoff AG und von Lithium Australia. Der australische Partner hat nun das Recht, dieses Jahr für 750 000 Euro einen Anteil von 15 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen zu erwerben. Binnen drei Jahren kann es seinen Anteil auf 50 Prozent erhöhen. Das kostet dann noch einmal 1,25 Millionen Euro. Diese Summen können die Australier bar bezahlen. Aber sie haben auch die Möglichkeit, bei der Erkundung mitzuarbeiten und Leistungen in diesem Wert zu erbringen. Wenn die Australier sich in das Unternehmen eingekauft haben, tragen beide Partner die weiteren Kosten für die Entwicklung des Projekts anteilsmäßig.

Lithium liegt wie ein Ring ums Zinn

Das deutsch-australische Projekt hält an dem Ziel fest, das Zinnerz in Sadisdorf abzubauen. Die Firma geht von 15 000 Tonnen Zinn aus, die dort noch lagern. Zugleich soll aber eine Lithiumvererzung erforscht werden, die mit der Lagerstätte verbunden ist. Diese liegt wie ein Ring um die Zinnlagerstätte.

Das macht Sadisdorf für Lithium Aus-tralia interessant. Thomas Gutschlag, Chef der Deutschen Rohstoff AG, sagt dazu: „Lithium Australia verfügt über einen technologischen Ansatz, mit dem die Gewinnung von Lithium als Beiprodukt zur Zinngewinnung sowie die Entwicklung von Sadisdorf insgesamt wirtschaftlich interessant werden könnte.“

Die Australier halten ein Patent zur Aufbereitung von Lithium über chemische Prozesse. Damit kann das Lithium wesentlich kostengünstiger aus dem Erz herausgelöst werden als mit herkömmlichen Verfahren, die mit Hitze arbeiten und daher viel Energie verbrauchen.

Auf Lithium richten sich momentan besonders viele Hoffnungen. Es ist ein Grundstoff für Lithium-Ionen-Akkus, die in mobilen Geräten eingesetzt werden vom Handy bis zum Elektroauto. Da diese Techniken im Kommen sind, wird weltweit ein stark steigender Lithiumbedarf erwartet. Dabei rückt das Erzgebirge wieder mehr in den Fokus. Auf der tschechischen Seite ist das Unternehmen European Metals mit einem australischen Partner in Cinovec dabei, die Lithiumvorräte zu erkunden. Auf der deutschen Seite in Zinnwald ist vor wenigen Tagen ein kanadischer Partner beim Lithiumprojekt des Solarworld-Konzerns eingestiegen. Und nun rücken auch die Sadisdorfer Vorräte wieder mehr in den Vordergrund und sind sogar für ein australisches Bergbauunternehmen interessant.