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Sächsische Politiker im Visier der Neonazis

Ermittler haben die Datei in der zerstörten Wohnungdes Neonazis-Triosin Zwickau entdeckt.

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Dresden. Auf einer Liste der rechtsextremen Terrorgruppe NSU tauchen auch Namen sächsischer Politiker auf. Das machten am Freitag Fraktionen im Landtag in Dresden öffentlich. Das Landeskriminalamt gab dazu keine Auskünfte. Auch Politiker aus anderen Bundesländern sind betroffen. Allein bei den Linken in Sachsen sollen sechs frühere und derzeitige Abgeordnete gelistet sein. Auf eine besondere Gefährdungslage lasse sich allerdings nicht schließen. Hinweise auf konkrete Anschlagspläne gebe es nicht. Die Angaben – Büroadressen, Telefon- und Faxnummern – basieren auf öffentlich zugänglichen Quellen. Die Datei mit rund 9000 Datensätzen war in den Trümmern des Zwickauer Wohnhauses entdeckt worden, wo das Neonazi-Trio zuletzt Unterschlupf fand.

Auf einem neuen Datenträger, der dem Zwickauer Neonazi-Trio zugerechnet wird, sind insgesamt etwa 10000 Namen aufgelistet. Darunter sollen Politikernamen, Kirchen, Ortsvereine von Parteien und Vereine gegen rechts sein. Berliner Sicherheitskreise bestätigten die Existenz des Datenträgers. Das Bundeskriminalamt (BKA) schätzt die Auflistung, die mehrere Jahre alt sein soll, bisher aber zurückhaltend ein. Es soll sich um einen USB-Stick von 2007 handeln. Den Sicherheitsbehörden zufolge würden die Daten auf die einzelnen Bundesländer heruntergebrochen. (dpa)