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Saloppe erst Sommer 2017 fertig

Die Biedenkopfs müssen mit dem Einzug noch warten. Jetzt werden erst einmal Türme gebaut.

© René Meinig

Von Kay Haufe

Diesen Blick gibt es so kein zweites Mal in Dresden. Vor der Erdgeschosswohnung der Saloppe gleitet ein Dampfer vorüber, fast auf Augenhöhe. Künftig können die neuen Bewohner sogar noch näher am Fluss sitzen, denn sie bekommen in dieser Ebene einen Balkon, die darüberliegenden Wohnungen große Gauben. Von hier scheinen sowohl die Waldschlößchenbrücke als auch das Blaue Wunder zum Greifen nah. Auch Kurt und Ingrid Biedenkopf haben sich hier im vergangenen Jahr eine Wohnung gekauft (die SZ berichtete).

Der Garten ruft
Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Noch wirken die Betonwände und Decken sehr karg. Die Raumaufteilung in der Saloppe lässt sich aber schon erahnen.
Noch wirken die Betonwände und Decken sehr karg. Die Raumaufteilung in der Saloppe lässt sich aber schon erahnen.
Panorama-Fenster für den Blick auf die Elbe: Das ehemalige Wasserwerk wird auch preismäßig zu Dresdens exklusivsten Wohnlagen gehören.
Panorama-Fenster für den Blick auf die Elbe: Das ehemalige Wasserwerk wird auch preismäßig zu Dresdens exklusivsten Wohnlagen gehören.

Allerdings müssen sich die Käufer noch gedulden, bis sie einziehen oder vermieten können. „Wir werden erst im Juni oder Juli 2017 fertig“, sagt Investor Miljenko Salopek. Gut neun Monate später als er es vorgesehen hat. „Doch dies ist ein denkmalgeschützter Altbau, der birgt immer Überraschungen“, sagt Salopek. Aufgrund von Kundenwünschen seien die Grundrisse mehrfach verändert worden. So entstehen jetzt maximal 34 statt vorher geplanter 36 Wohnungen. Die Statik musste neu berechnet und die Pläne angepasst werden. „Hinzu kommt, dass wir lange nach guten Firmen suchen mussten, weil die Konjunktur für Dresdens Baugewerbe gerade richtig gut ist“, sagt Salopek. Es gab mehrere Ausschreibungen, bis die richtigen Handwerker gefunden waren. Auch finanziell musste der Investor drauflegen. Aus den geplanten zehn Millionen Euro werden jetzt wohl zwölf, schätzt er. Für interessierte Kunden heißt das, dass der Quadratmeter zwischen 4 850 und 4 900 Euro kostet. Acht Wohnungen sind noch zu haben.

Damit sie bald bezugsfertig sind, geht es auf der Baustelle Schlag auf Schlag. Schon erkennbar sind die Wohnungsgrundrisse im wiederaufgebauten Kesselhaus – über zwei Ebenen. Sie erstrecken sich hinter den knapp fünf Meter hohen Fenstern des ehemaligen Wasserwerkes über fast die gesamte Breite von 22 Metern. Es war eine Herausforderung, hier gut nutzbare Räume anzuordnen. Gelöst haben es die Architekten der Ipro-Consult GmbH mit einem Lichthof, der Tageslicht über große Dachfenster bis ins Erdgeschoss hereinbringt.

Vor Hochwasser geschützt

Während derzeit die Fenster für das Kesselhaus eingebaut werden, sind nebenan, in der Maschinenhalle die Eisenflechter und Betonbauer am Werk. Sie ziehen Wände ein, damit aus der riesigen Fläche viele kleine, bewohnbare Einheiten werden. Auch hier gibt es die gleiche Aufteilung wie im Kesselhaus. „Wir haben anfangs überlegt, ob wir eine Längsachse einziehen und die Wohnungen rechts und links anordnen. Aber wer hätte ohne Elbblick nach Norden wohnen wollen?“, fragt der Investor. Nun können alle auf den Fluss schauen. Die oberen Wohnungen haben dazu nach hinten Terrassen.

Ganz besondere Wohnungen entstehen an der Westseite, wo derzeit die beiden Türme in die Höhe wachsen, die beim Bombenangriff 1945 zerstört wurden. „Zunächst bauen wir eine Betonkonstruktion, die mit Sandstein und Schiefer verkleidet wird. Der Architekt hat die Originalpläne dazu im Archiv gefunden“, sagt der Investor. Zwei kleine Turmzimmer wird es darunter geben. Einen eigenen Brunnen samt Freitreppe und Terrasse kann die Erdgeschosswohnung ihr Eigen nennen. „Wir säubern die komplette Sandsteinkonstruktion und arbeiten die Metallgeländer und das Tor auf. Für die Pumpentechnik muss allerdings der Käufer selbst sorgen, dann läuft der Brunnen auch wieder.

Bevor es so weit ist, müssen allerdings noch grundlegende Dinge passieren. So erhält das Dach der Maschinenhalle noch vor dem Winter eine neue Dämmung. Erst danach kann die Klinkerfassade gereinigt und an den Stellen ersetzt werden, wo Anbauten standen. Mit dem Denkmalschutz sei die rote Ziegelfarbe abgestimmt worden, die jetzt bereits am Kesselhaus sichtbar ist. „Die Ziegel in der Maschinenhalle sind zu DDR-Zeiten mal gelb eingefärbt worden, aber das ist kein Originalton“, sagt Salopek. Fertig ist bereits die große Tiefgarage, deren dicke Mauern jedem Hochwasser standhalten. Die Wohnungen sind davon ohnehin nicht betroffen, da sie weit über der Hochwassermarke von 2002 liegen.

Vor allem Dresdner kaufen

Damit die künftigen Bewohner schnell auf den Fuß- und Radweg vor ihrer Haustür kommen, hat Salopek eine alte Eisentreppe aus der Entstehungszeit des Wasserwerkes 1873 aufarbeiten lassen. Sie wird jetzt am hinteren Eingang eingebaut. Im großen Garten werden Bänke aufgestellt und ein kleiner Brunnen aufgearbeitet. Dieser würde aber nicht mehr sprudeln, sondern werde bepflanzt. „Es wird ein tolles Ensemble“, sagt Salopek, der gleich beim ersten Besuch des Wasserwerkes begeistert war. Seit dem Baubeginn 2014 kommt der Bayer aus der Nähe von Augsburg fast wöchentlich nach Dresden. „Wir haben gut mit den Ämtern der Stadt zusammengearbeitet. Mir wurde auch nicht vorgeschrieben, dass ich die Türme wieder aufbauen muss. Aber sie gehören doch zur Saloppe dazu“, sagt er.

Es seien vor allem Dresdner, die bisher Wohnungen gekauft hätten.