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Schäferhund Django ist wieder zu Hause

An der Kriebsteiner Straße ist Familie Lorenz ein Hund zugelaufen. Das Tier hatte es auf deren Kaninchen abgesehen.

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© Lutz Weidler

Von Jan Iven

Donnerstagnacht vernahm die Familie Lorenz von der Kriebsteiner Straße seltsame Geräusche aus ihrem Garten. Bewaffnet mit einer Taschenlampe ging Michael Lorenz schließlich vor die Tür seines Hauses, um nach dem Rechten zu sehen. Im Schein des Lichtes erblickte der 59-jährige Waldheimer dort einen großen Schäferhund, der durch den Garten schlich. Das große Tier kratzte am Stall mit dem Kaninchen Krümel und dem Meerschweinchen Maxl von Lorenz Enkelin. Vor lauter Schreck zog sich Michael Lorenz wieder in sein Haus zurück. Irgendwann, so dachte er sich, würde der Hund die Lust verlieren und wieder verschwinden.

Als der selbstständige Hausmeister am nächsten Morgen aus dem Fenster schaute, war der Hund immer noch im Garten. Und eigentlich machte er einen ganz zutraulichen Eindruck. „Wir haben ihn dann in die Garage reingeholt“, sagte Michael Lorenz. Dort bekam er erst einmal etwas zu fressen. „Er war ziemlich hungrig, deswegen hatte er sich wohl auch am Stall zu schaffen gemacht.“ Den hatte er allerdings nicht aufbekommen, so dass die beiden Kleintiere noch einmal mit dem Schrecken davonkamen. Nach dem Frühstück mit seiner Familie bemühte sich Michael Lorenz, den Besitzer des gepflegten Tieres ausfindig zu machen. Er sagte im Tierheim, bei der Stadt Waldheim und auch beim DA Bescheid. Doch zu dem Zeitpunkt hatte sich noch niemand gemeldet, der einen Schäferhund vermisste. „Er war sehr gut erzogen und machte auch Platz“, sagte Michael Lorenz. Und so nahm er das Tier in seinem Wagen mit, als er ein paar Besorgungen erledigen musste.

Als die beiden mittags wieder zu Hause waren, dauerte es nicht lange, bis auch Herrchen und Frauchen des Schäferhundes vorbeikamen. Sie hatten beim Ordnungsamt der Stadt Waldheim gehört, wo das Tier für die Nacht Unterschlupf gefunden hatte. Und nun erfuhr Michael Lorenz auch, warum Django, so der Name des vierjährigen Rüden , überhaupt alleine unterwegs war. „Wir spazierten am Abend zuvor durch den Wald“, erzählte Yvonne Schreiber. Dort erblickte der Hund plötzlich ein Reh zwischen den Bäumen und jagte ihm hinterher, als es die Flucht ergriff. Danach war er nicht mehr aufzufinden. „Wir haben ihn noch die halbe Nacht mit dem Auto gesucht“, sagte Yvonne Schreiber, die an der Kriebsteiner Straße am Marienfelsen wohnt, etwa einen Kilometer entfernt von Familie Lorenz .

Die beiden Besitzer machten sich große Sorgen. Am nächsten Morgen riefen sie schließlich beim Tierheim und bei der Waldheimer Stadtverwaltung an, die ihnen schließlich weiterhelfen konnte. „Wir haben uns sehr gefreut, dass der gute Django wieder da ist“, sagte Yvonne Schreiber. Vor Ort sei er als „der Marienfelshund“ bekannt, der auch auf die Nachbarn mit aufpassen würde. „Und wir sind auch dankbar, dass so gut auf ihn aufgepasst worden ist.“ Als Geschenk gab es für Familie Lorenz eine Flasche Wein von den beiden Hundebesitzern.