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Sport

Schiedsrichter und Trainer uneins über Gelb

Auch Bundesliga-Trainer können nun Gelbe und Rote Karten sehen. Und wohl auch gesperrt werden. Viele Trainer regt das auf. Doch ein Schiedsrichter beschwichtigt.

Auch Trainer können künftig Gelbe und gar Rote Karten bekommen.
Auch Trainer können künftig Gelbe und gar Rote Karten bekommen. © Swen Pförtner/dpa (Symbolfoto)

Von Holger Schmidt

Köln. Ewald Lienen gab gerade ein Interview, als er aus dem Augenwinkel Schiedsrichter Manuel Gräfe erblickte. Lienen, viele Jahre Fußball-Trainer, hatte gerade über den Sinn und Unsinn der geplanten Einführung einer Gelbsperre für Bundesliga-Coaches gesprochen. "Sie haben es einfach beschlossen und uns nicht einmal gefragt", sagte Lienen betont laut und ergänzte schmunzelnd: "Diese Osterhasen!" Und dann fügte Lienen, auch als Technischer Direktor beim Zweitligisten FC St. Pauli im Herzen immer noch Trainer, mit vollem Ernst hinzu: "Wir werden das zu verhindern wissen."

Vor Lienen hatten sich schon aktive Bundesliga-Trainer wie Bremens Florian Kohfeldt oder Düsseldorfs Friedhelm Funkel ("der größte Schwachsinn aller Zeiten") über die neue Regel echauffiert. Der Weltverband FIFA hat sie grundsätzlich eingeführt, aber keine zwingenden Vorgaben gemacht, nach wie vielen Gelben Karten eine Sperre zu erfolgen hat. In der Bundesliga könnte es auf drei hinauslaufen. Die Deutsche Fußball Liga wird am 21. August in Berlin darüber beratschlagen.

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Die Begegnung von Lienen und Gräfe am Rande der "Meisterfeier" des Magazins "11 Freunde" in Köln verdeutlicht aber: Die Stimmung zwischen Trainern und Schiedsrichter ist wegen der neuen Lage diffus. Beide Seiten wissen nicht so recht, was auf sie zukommt, und wie sich ihr Umgang verändern wird.

Impulsive Trainer gefährdet

Gräfe versuchte allerdings zu beschwichtigen. "Ich bin sicher, es wird sich nicht viel ändern", sagte der Berliner: "Die Trainer brauchen keine Sorge zu haben, dass alle überziehen. Es ist alles recht kategorisiert, aber es bleibt auch Raum für Fingerspitzengefühl."

Gelb sei immerhin besser als gleich auf die Tribüne geschickt zu werden, räumte Lienen ein. Funkel kann der Regel dagegen gar nichts Gutes abgewinnen. Er sieht sich und seine Kollegen "in unserer Arbeit eingeschränkt". Deshalb plädiert er dafür, bei Gelben Karten keine Sperre auszusprechen - nach Rot ist sie übrigens zwingend. "Ich hoffe sehr, dass man sich noch einmal besinnt und den Trainern erlaubt, weiter impulsiv zu bleiben", sagte Funkel: "Man sagt, ich sei impulsiv, aber ich bin noch nicht einmal auf die Tribüne geschickt worden. Man hat immer im richtigen Moment mit dem Schiedsrichter zusammengefunden."

Das wird laut Gräfe normalerweise auch so bleiben. Allerdings hält der 45-Jährige eine Sperre nach einer gewissen Anzahl von Karten für nicht falsch. "Meistens ist ja alles in Ordnung", sagte Gräfe: "Aber wenn jemand öfter negativ auffällt, muss er sich vielleicht auch mal über seine Vorbild-Funktion nachzudenken." (dpa)