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Schlegler entwickelt Eigenheimstandorte

Bundespolizist Klaus Reepen plant in Kodersdorf und anderen Orten neue Wohngebiete. Nicht alles läuft dabei reibungslos.

© André Schulze

Von Frank-Uwe Michel

Schlegel/Kodersdorf. Eigentlich müsste sich Klaus Reepen gar nicht mit Bauproblemen herumschlagen. Der Schlegler ist als Streifenbeamter krisensicher bei der Bundespolizei angestellt und hat auch noch bundesweit als Personalratsmitglied zu tun. Doch von Bau- und Immobilienprojekten kann der 45-Jährige nicht lassen. „Das ist mein Hobby. Andere sammeln Briefmarken oder züchten Geflügel – ich freue mich, wenn ich einem maroden Objekt eine neue Zukunft geben kann.“ So plant er beispielsweise in Zittau auf der Fläche des ehemaligen Kohlehandels an der Herwigsdorfer Straße ein Solarfeld. In der Lessingstraße hat Reepen Platz für ein neues Haus geschaffen, auch in den Zittauer Ortsteilen Hirschfelde und Wittgendorf zwei marode Gebäude abgerissen. Noch in der Schublade stecken die Pläne zur Zukunft des ehemaligen Schlachthofes in Zittau. In den unter Denkmalschutz stehenden Backsteinbauten sollen Wohn- und Gewerbeflächen entstehen.

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Und in Schlegel soll ein neuer Eigenheimstandort an der Teichstraße mit acht Einfamilienhäusern entstehen und dafür leer stehende ehemalige LPG-Gebäude abgerissen werden. Es ist sein derzeit größtes Vorhaben.

Ähnliches hat Reepen, der 2015 als Oberbürgermeister in Zittau kandidierte, aber gegen den jetzigen Amtsinhaber Thomas Zenker (Zkm) unterlag, nun auch in Kodersdorf vor. Das Gelände Am Bahnhof, ein heruntergekommenes Stückchen Erde, soll in ein ansehnliches Wohnbaugebiet verwandelt werden. Zuerst war der gebürtige Emsländer, der 1992 nach Zittau kam und jetzt im Ortsteil Schlegel wohnt, mit seinem Vorhaben im Gemeinderat abgeblitzt. Denn das Areal liegt im Außenbereich und war im Flächennutzungsplan des Ortes nicht für eine bauliche Entwicklung vorgesehen. Doch seine Beharrlichkeit zeigte Wirkung. Erst jüngst stimmten die Räte der Aufstellung eines Bebauungsplanes zu. Reepen muss sich in einem noch zu schließenden städtebaulichen Vertrag allerdings dazu verpflichten, sämtliche Kosten zu tragen, die mit der Erstellung des Bebauungsplanes und den notwendigen Erschließungsarbeiten zusammenhängen. Auch die Änderung des Flächennutzungsplanes gehört mit dazu. Für den Grundstücksentwickler ist all das kein Problem, denn „nun kann ich endlich mit dem beginnen, was eigentlich schon fast fertig sein sollte“, zeigt er sich voller Tatendrang.

Auf das Areal aufmerksam geworden war er eher durch Zufall. Immerhin stammt seine Lebenspartnerin aus Kodersdorf, ihre Familie lebt noch dort. „Mir war die verwilderte Fläche am Rande des Ortes schon immer ein Dorn im Auge. Als sich vor zwei Jahren die Gelegenheit ergab, das Grundstück zu kaufen, habe ich nicht lange gezögert“, sagt Reepen. 9 000 Quadratmeter ist die Fläche groß, davon werden 7 000 Quadratmeter in sechs 600 bis 1 000 Quadratmeter große Parzellen aufgeteilt. Der Rest geht für den Bau der Zufahrten drauf. Dieses Jahr rechnet Reepen wegen der Planungen und einzuholender Genehmigungen nicht mehr mit dem Baubeginn. Aber 2019, da soll es endlich losgehen.

Reepen konzentriert sich in einem ersten Schritt auf den Abriss der vorhandenen Bebauung. Ein dem Verfall preisgegebenes Haus und mehrere marode Nebengebäude müssen verschwinden. Dass das nicht immer so leicht umzusetzen ist, wie gedacht, zeigt sich am Beispiel des Schlegler Eigenheimstandortes. Hier sollte der Abbruch der alten Gebäude eigentlich im November erfolgen, verzögert sich aber bis heute. Der Abriss soll aber demnächst starten, wie Klaus Reepen auf SZ-Nachfrage erklärt.

Nach dem Abbruch der alten Bebauung in Kodersdorf geht es um die Erschließung des Geländes. Für die sechs Grundstücke sind Interessenten vorgemerkt, Kaufverträge sind aber noch nicht unterschrieben worden. Die Bauweise, in der die Gebäude errichtet werden, stehe jedem Bauherrn frei, da Kodersdorf über keine Ortssatzung verfüge, die Richtlinien vorgibt. Allerdings sei es wünschenswert, dass sie sich an der ortsüblichen Bebauung orientiere. Fest stehe bisher nur, dass die Häuser ebenerdig alters- und behindertengerecht errichtet werden sollen.