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Geliebte, alte Gemäuer

Das Schlösserland Sachsen verbuchte 2018 ein Besucherplus. Große Pläne gibt es auch in diesem Jahr.

Blaue Stunde auf dem Weesenstein. In diesem Jahr widmet sich dort eine Sonderschau Dantes „Göttlicher Komödie“.
Blaue Stunde auf dem Weesenstein. In diesem Jahr widmet sich dort eine Sonderschau Dantes „Göttlicher Komödie“. © Marko Förster

"Das Jahr 2018 war für die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten „das beste, was wir je hatten“, sagte Geschäftsführer Christian Striefler am Freitag. Besucherzahlen, Umsätze – alles bombig im Jahrhundertsommer, der allerdings die Bäumen in den Parks arg stresste. Mit welchen Konsequenzen, das wird sich möglicherweise erst in ein, zwei Jahren zeigen.

Zu den 2,12 Millionen Besuchern in allen Objekten des Schlösserlandes trug auch die Ausstellung „Bombensicher!“ bei. 26.000 Besucher wollten die Sonderschau, die das Ende des Zweiten Weltkrieges auf Schloss Weesenstein thematisierte, sehen. Das Schloss hatte den Krieg unbeschadet überstanden. In seinen dicken Mauern wurden damals Kunstschätze aus Dresden eingelagert und vor den Bombenangriffen auf die Stadt in Sicherheit gebracht. Insgesamt kamen 66.000 Gäste nach Weesenstein, 13.000 mehr als 2017.

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Am Winter-Dauerbrenner „Aschenbrödel“ auf Schloss Moritzburg haben sich seit Beginn der Ausstellung mehr als eine Million Menschen erfreut. Millionste Besucherin war am 7. Dezember 2018 ein fünfjähriges Mädchen, das den Film schon zwanzigmal gesehen hat. Striefler zieht daraus den Schluss, dass man die Ausstellung, die sich ja auch immer mal verändert, noch viele Jahre zeigen kann.

90.000 Besucher schlenderten zum Jahresende durch den „Christmas Garden Dresden Pillnitz“.
90.000 Besucher schlenderten zum Jahresende durch den „Christmas Garden Dresden Pillnitz“. © Ronald Bonß

Die Sonderausstellung „Macht euern Dreck alleene“ über Sachsens letzten König lockte 50.000 Besucher nach Pillnitz und lässt die Hoffnung gedeihen, dass Ausstellungsbesucher nicht nur auf Action und Spielerei an Medienstationen aus sind. Striefler meint, es gäbe auch viele Besucher, die Wandtexte und Dokumente lesen würden. Die meisten aber lieben wohl doch die besinnlichen Momente. 90.000 Menschen spazierten für ein nicht geringes Eintrittsgeld im Advent und um den Jahreswechsel herum durch den illuminierten „Christmas Garden Dresden Pillnitz“. Nur gut, dass der neue Parkplatz in Pillnitz zu dieser Zeit schon fertig war.

Weiter gebaut wird in diesem Jahr im Großen Garten und an der Festung Dresden, am Barockgarten Großsedlitz, an den Burgen Gnandstein und Mildenstein.

Ab 23. März geht es in einer Sonderschau im Schloss Moritzburg um Ledertapeten.
Ab 23. März geht es in einer Sonderschau im Schloss Moritzburg um Ledertapeten. © dpa/Sebastian Kahnert

Gefeiert wird 2019 der 300. Hochzeitstag von Friedrich August II. und seiner Maria Josepha. Eine Ausstellung zur Fürstenhochzeit bereiten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gemeinsam mit dem Schlösserland auf Schloss Hubertusburg vor, obwohl das Jagdschloss nicht zum Beritt der Staatlichen Schlösser und Gärten gehört. Im Dresdner Zwinger wird es eine Medieninstallation geben, und im Palais im Großen Garten wird das „Venusfest“ gefeiert.

Höhepunkt des Jahres dürfte die Wiedereröffnung der Festung Dresden im Herbst werden. Dort sollen „atemberaubende 360-Grad-Projektionen und stimmungsvolle Audiotechnik“ den unterirdischen Rundgang zu einer abenteuerlichen Zeitreise durch 450 Jahre wechselvolle Dresdner Geschichte“ werden lassen.

„Tapetenwechsel“ in Moritzburg: Ab 23. März geht es in einer Sonderschau im Jagdschloss um die wunderbaren Ledertapeten. Schloss Pillnitz fügt seiner Ausstellungsreihe über sächsische Persönlichkeiten den laut Christian Striefler zu Unrecht unbekannten Prinzen Max von Sachsen hinzu. Die Albrechtsburg, die Besucherschwund zu beklagen hat, will mit der Mitmach-Ausstellung „Wir sind die Kunst“ neues Publikum locken. Populär ist die Schau, niederschwellig im Anspruch ist sie auch. Aber hat sich in den letzten Jahren nicht schon mindestens jeder Zweite irgendwo im Land in einem 3D-Wandbild selbst inszeniert und fotografieren lassen?