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Schnelles Internet für Goldene Höhe

Rund 300.000 Euro wird das Verlegen von Glasfaserkabeln kosten. Die Stadt schießt Geld zu, deshalb dauert es bis zur endgültigen Realisierung noch.

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© Dietmar Thomas

Von Tina Soltysiak

Roßwein. Wenn Karin Stowasser E-Mails mit großen Dateianhängen verschickt, landen die erst einmal in der Warteschleife. Während dies in Bereichen, in denen schnelles Internet anliegt, nur einen Wimpernschlag dauert, erledigt die kaufmännische Angestellte der Stowasser Bau GmbH erst einmal etwas anderes – und schaut zu einem späteren Zeitpunkt nach, ob die Nachricht an den Empfänger übermittelt wurde. Das Unternehmen hat seinen Sitz im Gewerbegebiet Goldene Höhe in Roßwein. Von schnellem Internet kann dort keine Rede sein. Übertragungsgeschwindigkeiten von sechs Mbit pro Sekunde machen „ein effektives und wirtschaftliches Arbeiten der dort ansässigen Unternehmen nicht möglich“, so Michael Klöden vom Hauptamt der Stadt Roßwein. Die Verwaltung will das ändern und dafür sorgen, dass die Gewerbetreibenden nicht mehr selber tief in die Tasche greifen müssen, um schnelles Internet zu haben. „Es gibt Firmen, die zahlen zwischen 600 und 800 Euro pro Monat, damit sie eine einigermaßen schnelle Leitung haben“, sagte Bürgermeister Veit Lindern (parteilos) während der jüngsten Stadtratssitzung. In Zeiten, in denen die Bundesregierung eine flächendeckende Versorgung aller Haushalte bis 2018 verspricht, sei das ein Unding.

Eigentlich widerstrebt es den Stadträten, dass sie sich um die Realisierung und vor allem Finanzierung des Breitbandausbaus kümmern sollen. Aber die bekennen sich dazu, dass mithilfe von Fördergeld die Bedingungen im Gewerbegebiet maßgeblich verbessert werden sollen. „Denn die Telekom hatte den Eigenausbau in diesem Bereich komplett außen vor gelassen. Wir bemühen uns um Mittel über das Programm Dios Efre“, so Klöden. Dios steht für Digitale Offensive Sachsen, Efre für den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. „Bedingung ist, dass sich mindestens zehn kleine und mittelständische Betriebe im Gewerbegebiet befinden. Wir haben 15“, erläuterte er. Mindestens die Hälfte von ihnen müsste willens sein, einen neuen Internetanschluss in Anspruch zu nehmen. „Wir lassen mittels Spülbohrverfahren Glasfaser bis zu den Gebäuden legen. Die Betriebe müssen dann bis rein selbst für die technischen Bedingungen sorgen“, so Michael Klöden. Mindestens 500 Mbit pro Sekunde sollen dann anliegen. „Die Umsetzung ist aufgrund der Doppik erst frühestens 2019 möglich. Allerdings müssen wir den entsprechenden Antrag bei der Landesdirektion Chemnitz aber jetzt schon stellen. Denn es ist eine Markterkundungsstudie gefordert, die nicht älter als ein Jahr sein darf“, sagte er. Die aktuelle der Stadt Roßwein ist demzufolge nur noch bis zum 28. Oktober 2017 verwendbar.

Die Gesamtkosten für das Vorhaben belaufen sich auf schätzungsweise 300 000 Euro. „Der Eigenanteil für die Stadt läge bei 32 000 Euro“, erläuterte Michael Klöden.

Weil die Zeit drängt und die Erschließung des Gewerbegebiets Goldene Höhe wirtschaftlich erforderlich ist – schließlich ist das schnelle Internet ein Standortfaktor – stimmte die Mehrheit der Räte für den Beschlussvorschlag, dass der Breitbandausbau vorbereitet und spätestens 2019 realisiert wird.