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Schöner schenken mit der SZ

Womit mache ich meinen Lieben Weihnachtsfreuden? Persönliche Tipps von SZ-Redakteurin Karin Großmann.

Von Karin Großmann
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© Montage: SZ-Bildstelle

Nach den alten Bauernregeln sind Messer und Schere als Geschenk tabu, weil sie die Liebe zerschnippeln. Schuhe zertrampeln die Liebe, eine Anstecknadel zerpikst sie, und ein Kaktus macht sich selber unmöglich. Bloß gut, dass Rotwein den alten Bauern unverdächtig ist. Lässt sich auch leichter verpacken als Kakteen.

Für die Augen

Torben Kuhlmanns Buch „Edison“. Das schenken wir nicht unseren Kindern, das behalten wir selbst (NordSüdverlag, 22 Euro). Denn so fein gemalte, verständige, tollkühne Mäuse sind selten. Sie bauen sich ein Unterseeboot, holen einen Schatz vom Meeresgrund, und fliegen können sie auch, nämlich in Kuhlmanns Buch „Lindbergh“. Es ist nicht alles alternativlos.

Für die Ohren

Karten für die Kammerkonzerte der Staatskapelle. Wo sonst spielen alle 14 Cellisten dieses Orchesters mal zusammen?! Für den Abend erhalten die Musiker nur ein sogenanntes Frackgeld. Das erklärt den Kartenpreis von 10 Euro. Wir reden ja hier nicht über Geld, aber das ist wirklich geschenkt.

Für den Kopf

Martin Walsers Interviews aus fast 40 Jahren: „Ich würde heute ungern sterben“ (Rowohlt, 20 Euro). Wer wissen will, was den Schriftsteller zur Spielbank trieb, warum er 70 Bände Karl May las und weshalb Leipzig das beste Publikum für Literatur hat, ist dort richtig. Selbstverständlich pflügt Walser in den Interviews auch kreuz und quer durch die verminten deutschen Politikfelder. Anders als ein alter Bauer ist er an mittelgroßen Explosionen interessiert.

Fürs Herz

Wanderung von Bad Gottleuba zur Grenzplatte und zurück mit Suppenrast an der Ottomühle. Am besten, wenn die Zitronenfalter wach werden nach dem Winter. Wie sie zusammen hübsch durch den Wald gaukeln, lässt mieses Wetter, Demokratiedefizite und die unerfüllten Vorsätze des letzten Jahres vergessen. Und die gute Aussicht hält hier, was sie verspricht.

Fürs Rückgrat

Spaziergang mit dem Kunstverein Hoyerswerda durch die Stadt auf den Spuren von Brigitte Reimann. Dabei lernt man nicht nur eine DDR-Schriftstellerin kennen, die unbeeindruckt von Moden und Meinungen ihrs dachte – sondern auch Vereinsleute, für die dasselbe gilt. Sie organisieren ein großartiges Programm.

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