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Schon wieder Brandstiftung

Diesmal wurde ein Mann im Haus an der Albert-Schweitzer-Straße gesehen. Er hat eine Mieterin niedergeschlagen.

© Jens Hoyer

Von Jens Hoyer

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Döbeln. Die Brandserie im Haus an der Albert-Schweitzer-Straße 23 geht weiter. Am Sonnabend kurz nach 15 Uhr stand wieder einer der Keller in Flammen. Eine Bewohnerin hatte den Brand bemerkt. „Ich war im Treppenhaus und dachte: Das riecht aber wieder merkwürdig“, erzählte Gisela Berger. Als sie nachschaute, sei ihr aus dem Keller ein Mann entgegengekommen. Sie habe versuchte, ihn festzuhalten, aber er habe sie ins Gesicht geschlagen. Die Brille ist dabei zu Bruch gegangen. Mit einem deutlichen Hämatom am Auge steht die 70-Jährige später mit anderen Hausbewohnern vor dem Haus. Viele der elf anwesenden Mieter waren durch das verqualmte Treppenhaus nicht mehr ins Freie gekommen. Die Döbelner Feuerwehr musste sie mit der Drehleiter von den Balkonen holen. Eine 53-jährige Frau kam mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Vier weitere Bewohner wurden vom Roten Kreuz vor Ort versorgt.

Die Polizei hat das Haus versiegelt. Es ist außerdem unbewohnbar. © Jens Hoyer
Ein Fahrrad, eine Waschmaschine, verkohlte Trenngitter. Dazu kommen zerstörte Installationen. Das Feuer hat hohen Sachschaden angerichtet. © Jens Hoyer

Die Polizei hatte nach dem mutmaßlichen Brandstifter im näheren Umfeld gefahndet, ihn aber nicht aufgreifen können. Er wird als südländischer Typ im Alter von 20 bis 30 Jahren beschrieben, etwa 1,75 Meter groß mit kurzem lockigen Haar.

Als die Feuerwehr eintraf, stand die rechte Kellerseite des Hauses schon im Vollbrand, sagte Einsatzleiter Heiko Hentzschel. Zeitweise waren 46 Feuerwehrleute mit acht Fahrzeugen vor Ort. Neben der Ortswehr Döbeln wurden auch die Feuerwehren Limmritz, Mochau und Beicha angefordert. Gleich nach dem Brand begannen die Feuerwehrleute, den Keller auszuräumen. Bald türmten sich eine Waschmaschine, verkohlte Trenngitter der Kellerverschläge vor dem Haus. Auch ein Fahrrad brachten die Einsatzkräfte heraus,

Am Morgen nach dem Brand trafen sich einige Bewohner vor dem Haus. Der Brandursachenermittler der Polizei war da, die Eingangstür des Hauses ist versiegelt. Die Mieter können nicht in ihre Wohnungen. Das Haus ist ohnehin unbewohnbar und stromlos geschaltet. Die meisten Mieter sind bei Verwandten und Freunden untergekommen. Ein Paar wohnt l im Garten. Lange gehe das aber nicht mehr. „Das Wasser ist abgestellt.“ Am Montagmorgen soll mit dem Vermieter, der Wohnungsgenossenschaft Pro Leipzig, geklärt werden, wie es weitergeht.

„Wir haben langsam die Nase voll“, sagte einer der Mieter. Schon im März war im Keller ein Feuer gelegt worden. Am Sonntag vor einer Woche wurden die Bewohner wieder aus ihrer Ruhe gerissen. Da brannte es im Keller im Nachbarhaus Nr. 24, der durch eine Zwischentür vom Haus Nr. 23 betreten werden kann. Die Kellertüren seien eigentlich immer abgeschlossen, der Brandstifter müsse über einen Schlüssel verfügen, erzählten die Mieter.

Auch andere Bewohner von Döbeln Nord bekommen die Auswirkungen des Brandes zu spüren. Durch das Feuer ist ein Kabel der Firma Telekolumbus beschädigt worden, sodass bei ihnen das Fernsehen und Internet ausgefallen sind.