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Schuld war nur der Gummi-Adler

Der Körper ist der beste Datenspeicher. Das weiß Manfred Müller jetzt auch ohne Abnehm-App.

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SZ-Redakteur Jörg Richter (links) gleicht im Diät-Duell aus. Er wiegt jetzt 2,2 Kilo weniger als noch zuvor. Manfred Müller hat am sechsten Tag 400 Gramm zugenommen.
Insgesamt sind es aber 2,2 Kilo weniger.
SZ-Redakteur Jörg Richter (links) gleicht im Diät-Duell aus. Er wiegt jetzt 2,2 Kilo weniger als noch zuvor. Manfred Müller hat am sechsten Tag 400 Gramm zugenommen. Insgesamt sind es aber 2,2 Kilo weniger. © Foto: Anne Hübschmann

Von Manfred Müller

Jetzt hat es mich also auch erwischt. Und das, obwohl ich mir die ganze vorige Woche über nur ganz kleine Sünden gestattet habe. Ab und zu ein bisschen Sahne in den Kaffee, ein Steak in Fett gebraten – was meine Diät eigentlich nicht erlaubt – und ein paar Tictacs, um das Hungergefühl zu betäuben. Trotz aller sonstigen Konsequenz schoss die Waage um 400 Gramm hoch. Und daran ist nur der Gummi-Adler schuld.

Die Max-Planck-Diät gestattet am sechsten Tag zum Mittagessen ein halbes Grillhähnchen. Nur ein halber Broiler – ohne jede Beilage. Und getreu dem Motto „In der Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot“ habe ich das Vieh auch komplett weggeputzt. Es schmeckte himmlisch – jede einzelne Fleischfaser wurde vom Knochen genagt. Die Ernüchterung kam dann beim Wiegen.

Nun könnte ich mich damit trösten, dass ich insgesamt ja schon mehr als zwei Kilo abgespeckt habe und dass noch eine reichliche Woche Zeit ist, um die Sache auszubügeln. Aber ich denke, dass in der zweiten Diätwoche die Pfunde etwas hartnäckiger auf der Hüfte sitzen werden. Und mein Abnehmziel liegt ja bei fünf Kilogramm. Obwohl ich das nicht geplant hatte, werde ich wohl über sportliche Betätigung nachdenken müssen.

Vom Allgemeinbefinden her tut mir die Diät ausgesprochen gut. Kein Völlegefühl mehr, kein Sodbrennen, und wenn ich länger zu Fuß unterwegs bin, geht der Atem kaum schneller. Nur eins macht mir ein bisschen Sorge – mein Kopf. Die Schreibideen purzeln nicht mehr so zuverlässig wie gewohnt heraus, und ich tippe mehr Rechtschreibfehler in die Computertastatur. Irgendwo habe ich gelesen, dass allein das Gehirn bei intensiver geistiger Arbeit 1 000 Kilokalorien pro Tag verbraucht. Die kann ich im Moment nicht liefern. Hoffen wir mal, dass eine ernsthaft betriebene Diät nicht dumm macht.

Von Jörg Richter

Da bin ich aber froh, dass nicht immer nur ich hier für die Diät-Ausrutscher sorge. Gut, dass es auch mal Manfred mit seiner Super-Diät getroffen hat. Heute kann ich mich allerdings nicht beklagen. Im Gegenteil. Als ich mich am Morgen auf die Waage stelle, strahle ich übers ganze Gesicht. Am sechsten Tag unseres zweiwöchigen Experimentes habe ich 600 Gramm abgenommen. Noch mal so viel, und ich habe mein ganz privates Wohlfühlgewicht von 95 Kilo schon erreicht.

Bin ich vorher nur eher widerwillig auf die Waage gegangen, mache ich es jetzt oft und gern. Und noch viel lieber tippe ich dann mein Gewicht in meine Abnehm-App ein. Dann erscheint auf dem Display ein Diagramm. Die Kurve hat einen klaren Abwärtstrend. Super!

Und dabei ist Abnehmen bisher so einfach. Ich muss nur entsprechend meiner Größe und Statur weniger als 1900 Kilokalorien zu mir nehmen. Das Schwierigste dabei ist, die Mengen der Speisen abzuschätzen. Schummeln bringt nichts. Wenn ich ein Schnitzel mit 100 statt 250 Gramm eintippe, mag das für den Moment vielleicht für mein Gewissen beruhigend sein. Aber meinen Körper kann ich damit nicht austricksen. Das ist der beste Kilo-Datenspeicher, den es gibt.