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Schweizer Firma zieht in Schücohalle

Wirtschaftsminister Martin Dulig informierte sich am Dienstag in Großröhrsdorf über den geplanten Manufakturbetrieb. 100 Arbeitsplätze sind mittelfristig drin, heißt es.

© René Plaul

Von Frank Oehl

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Schon mal was von Connova gehört? Nein? Sollte man aber. Die Leichtbaufirma mit Sitz im schweizerischen Villmergen engagiert sich seit einigen Monaten in Deutschland. In Dresden werde ein zweiter Standort errichtet, heißt es auf der Internetseite. Aber Dresden meint in diesem Fall: Großröhrsdorf. In einem Teil der Schücohallen mietet man sich gerade ein, um hier einen innovativen Manufakturbetrieb zu errichten. Davon überzeugte sich am Dienstag kein Geringerer als Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) auf seiner „Sommertour“, die ja eine gewisse Lockerheit geradezu voraussetzt. Dabei geht es selbstverständlich auch um eine handfeste Wirtschaftsförderung, welche die tragische Pleite mit der Schüco vergessen machen könnte. Wenigstens teilweise.

Connova ist ein Anbieter hochkomplexer Leichtbausysteme, die vor allem in der Luft- und Raumfahrt, im Automobilbau und in der Medizintechnik Eingang finden. Eine Referenz mit Aha-Effekt ist zum Beispiel die Beteiligung am Projekt „Solar Impulse“ der Schweizer Bertrand Piccard und André Borschber, die mit ihren weltumspannenden Langzeit-Solarflügen für Furore sorgen. Mit Connova-Materialien sind unter anderem die riesigen, ultraleichten Flügel ausgestattet. Kürzlich hat Connova  eine Geschäftseinheit der Schweizer Huber + Suhner Gruppe übernommen, mit der man sich nun neu in Ostdeutschland aufstellt. Geschäftsführer Jon Andri Jörg: „Wir fokussieren uns ganz bewusst auf den deutschen Markt, um Kunden von hier aus besser und effizienter bedienen zu können.“

20 Mitarbeiter in einem Jahr

Das gut aufgestellte Wickeltechnologie-Geschäft werde von der Schweiz nach Dresden transferiert – für den gesamteuropäischen Markt. In den früheren Schücohallen, die auch mit ihrer A4- und Flughafennähe punkten können, sollen auch innovative Ingenieurleistungen möglich sein, wobei man auf das gute Niveau der sächsischen Ausbildung zähle. In der Vorbereitungsphase ist von bis zu 3 000 Quadratmetern die Rede. Derzeit sind fünf Beschäftigte vor Ort. Jon Andri Jörg: „In einem Jahr sollen es 20 sein, mittelfristig gehen wir von bis zu 100 Arbeitsplätzen aus.“ Das klingt sehr ehrgeizig, wenn man bedenkt, dass Connova bislang insgesamt 60 Mitarbeiter mit elf verschiedenen Nationalitäten angibt. Die Schweizer sehen sich als mittelständisches Unternehmen, eine automatisierte Produktion sei auf der Basis von Carbon-, Glas- und Aramidkunststoffen nicht sinnvoll. „Wir bauen Einzelteile und Kleinserien kunden- und auftragsgemäß.“ So habe man kürzlich einen Auftrag im Wert von 35 Millionen Schweizer Franken beim „Marenco Swisshelicopter“ an Land gezogen. Connovan ist für ultraleichte Strukturbauteile zuständig – wie die Zelle, die Motoraufhängung oder den Heck-Rotor.

Erweiterung schon geplant

Ob das Ganze auch schon auf Großröhrsdorf durchschlagen kann, bleibt abzuwarten. Der Wirtschaftsminister jedenfalls zeigte sich hocherfreut über das schweizer Engagement. „Der Großraum Dresden bietet sich ja auch für die Forschungskooperation geradezu an.“ Connova beweise, dass die Strahlkraft eines Ballungszentrums vieles auch im näheren Umfeld möglich mache. „Das ist ein gutes Zeichen!“ Dulig besichtigte unter anderem den künftigen Clean-Raum und erste Maschinen und Anlagen, die noch im Aufbau sind. Connova-Chef Jörg: „In den nächsten Jahren könnte die genutzte Fläche auf 10 000 Quadratmeter wachsen.“ Und auch eine Anbaumöglichkeit habe man bereits im Auge.

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