Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Merken

Schwere Unfälle im Görlitzer Umland

Ein Auto brennt, ein anderes überschlägt sich auf der A4 – der Dienstag hält die Helfer in Atem.

Teilen
Folgen
NEU!
© Danilo Dittrich

Von Rita Seyfert, Carla Mattern und André Schulze

Kunnersdorf/Nieder Seifersdorf. Auf den Straßen zwischen Kunnersdorf und Nieder Seifersdorf herrschte am Dienstag gleich zweimal Aufregung. Vermutlich durch einen technischen Defekt geriet zunächst ein Auto auf der Straße nach Rothenburg in Brand. Die angehende Polizistin Sabrina Schulz reiste aus der Schweiz an und war auf dem Weg nach Rothenburg. Unweit der Kunnersdorfer Senke wurde ihr Fahrzeug plötzlich langsamer und begann zu stottern. Als die junge Frau ausstieg, stand ihr Fahrzeug in Flammen. Schnell war die Freiwillige Feuerwehr aus Ebersbach und Girbigsdorf zur Stelle. „Um 8.45 wurden wir alarmiert, zehn Minuten später waren wir vor Ort“, teilte Wehrleiter Paul Stephan auf SZ-Nachfrage mit. Die Feuerwehrleute löschten den Brand zunächst mit Wasser und anschließend mit Schaum. Die Fahrerin des Audi blieb unverletzt, am Fahrzeug entstand aber Totalschaden, für die Rückfahrt braucht sie nun einen neuen Wagen.

Viel blieb nicht von dem Schweizer Auto übrig, das unweit der Kunnersdorfer Senke auf der Straße nach Rothenburg am Dienstag ausbrannte (Foto links). Wenigstens geschah der Fahrerin nichts. So glimpflich kam der Fahrer des Autos auf der A 4 bei Nieder Sei
Viel blieb nicht von dem Schweizer Auto übrig, das unweit der Kunnersdorfer Senke auf der Straße nach Rothenburg am Dienstag ausbrannte (Foto links). Wenigstens geschah der Fahrerin nichts. So glimpflich kam der Fahrer des Autos auf der A 4 bei Nieder Sei © André Schulze

Kurze Zeit später der nächste Unfall. Diesmal auf der Autobahn A4. Dort bietet sich Peggy Steinert ein furchtbares Bild. Die Frau aus dem Erzgebirge ist auf der Autobahn 4 auf dem Weg nach Görlitz, als sie gegen 10.50 Uhr auf der Fahrbahn Verletzte liegen sieht. Sie hält und leistet bei einem Mann Erste Hilfe, legt ihn in die stabile Seitenlage, versucht eine starke Blutung zu stillen. Der Schwerverletzte saß mit zwei weiteren Männern in einem Citroen. Das Auto liegt auf dem Dach. Auch die zwei weiteren Insassen des Fahrzeugs mit polnischem Kennzeichen sind verletzt, darunter der Fahrer.

Polizeisprecher Thomas Knaup schildert, was vorgefallen ist: Während der Fahrt platzte ein Reifen. Der 23-jährige Fahrer verlor die Kontrolle, das Auto geriet ins Schleudern. Es prallte gegen einen Sattelzug, anschließend in die Mittelleitplanke und überschlug sich, landete auf dem Dach. Der Fahrer und ein drei Jahre älterer Insasse werden bei dem Unfall leicht verletzt, der 30-jährige Beifahrer verletzt sich schwer. Den Schachschaden beziffert die Polizei nach ersten Schätzungen auf rund 13 000 Euro. Nur kurze Zeit nach dem Unglück trifft auch Frank Wobst am Unfallort unweit der Anschlussstelle Nieder Seifersdorf ein. Der Leiter des Autobahnpolizeireviers der Görlitzer Polizeidirektion ist an diesem Dienstagvormittag wegen einer Geschwindigkeitskontrolle auf der Gegenspur in Richtung Hoyerswerda unterwegs, als er das auf dem Dach liegende Auto sieht – und die ersten Helfer. „Ich finde es toll, dass es solche Leute gibt“, sagt er.

Um den 30-jährigen Schwerverletzten zu bergen, landete ein Rettungshubschrauber an der Unfallstelle. Dafür mussten beide Fahrspuren der Autobahn und damit auch der Tunnel voll gesperrt werden. Erst gegen 12.20 Uhr konnte die Fahrbahn Richtung Dresden wieder für den Verkehr freigegeben werden. Zur Unfallaufnahme und Bergung blieb hingegen die Autobahn Richtung Görlitz bis in den Nachmittag gesperrt.

Unvernunft sorgt bei der Bergung aber auch für gefährliche Situationen. So versuchten etwa 30 Autos über Schleichwege und die Notzufahrt zum Autobahntunnel wieder auf die Autobahn Richtung Dresden zu kommen und ignorierten dafür die Straßensperrung. Die Rettungskräfte waren mehr als überrascht, als in ihrem Rücken auf der eigentlich gesperrten Fahrbahn mehrere Autos angefahren kamen. Streifen der Autobahnpolizei stoppten die Irrfahrer und verhinderten Schlimmeres.