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Schwerverletzer nach Wohnungsbrand in Brösgen

Nachbarn haben den Mann aus den Flammen gerettet. Beim Versuch, das Feuer zu löschen, wurde plötzlich das Wasser knapp.

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Von Ines Klein

Die Dorfstraße von Brösgen ist eng und kurvenreich. Es war kein einfaches Arbeiten für die Retter, die gestern Mittag zu einem brennenden Wohnhaus gerufen wurden. In der Ortsstraße Nummer 6 drangen dicke Rauchschwaden aus den Fenstern. Einige Scheiben waren durch die Hitze bereits gerissen.

Nachbarn hatten das Feuer bemerkt und die Retter alarmiert. Schließlich waren sie selbst ins Haus gegangen, um den 70-jährigen Bewohner zu bergen. Riskant, aber es war vielleicht eine Rettung in letzter Minute, sagt Kreischas Bürgermeister Frank Schöning. Er leitete den Einsatz. Um 11.39 Uhr wurden die Retter informiert.

Der Gemeindechef saß da gerade im Wohnzimmer, eine Kreischaerin feierte ihren 70. Geburtstag und hatte ihrem Gast eine Tasse Kaffee eingeschenkt. „Zum Austrinken blieb keine Zeit mehr“, sagt Frank Schöning und wischt sich über die Stirn. Das Feuer ist gelöscht. Es hat einige Minuten gedauert. Weil das Wasser aus dem Hydranten nicht ausreichte, wurde auch noch das Tanklöschfahrzeug aus Freital angefordert. Insgesamt waren acht Feuerwehren im Einsatz.

Sie handelten schnell und konnten so verhindern, dass die Flammen auf das Nachbargebäude übergreifen. Die dortigen Bewohner sind sichtlich mitgenommen, als die Polizei ihre Aussagen notiert. Die drei Retter haben Rauchgase eingeatmet. Sie konnten aber ambulant behandelt werden.

Brandursache wird ermittelt

Der Hausbewohner selbst ist schwerstverletzt. Er wurde vor Ort versorgt und dann mit einem Hubschrauber nach Leipzig in eine Spezialklinik für Brandopfer geflogen.

Kriminaltechniker haben nun die Aufgabe, herauszufinden, warum es in dem Wohnhaus gebrannt hat. Der Brandherd liegt nach ersten Erkenntnissen in dem Raum, den der Brösgener als Wohnzimmer nutzte. Die gesamte obere Etage des Hauses ist verrußt.

Während die Retter ihre Schläuche wieder einrollten, hatte Bürgermeister Schöning schon den Bauhof der Gemeinde informiert. Mit Sperrholzplatten wurden die zerbrochenen Fenster der oberen Etage verschlossen. Das Objekt soll so geschützt werden.

Wie hoch der entstandene Brandschaden an dem zweigeschossigen Haus ist, stand gestern Abend noch nicht fest.