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Sensation auf dem Königstein

Archäologen haben den ersten Nachweis für eine bronzezeitliche Siedlung auf dem Festungsplateau ausgegraben.

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© Norbert Millauer

Königstein. Bei Ausgrabungen auf der Festung Königstein haben Archäologen über 3 000 Jahre alte Scherben geborgen. „Das ist der erste wirkliche Nachweis für die bisher nur vermutete jungbronzezeitliche Besiedlung des Felsplateaus“, sagte Cornelia Rupp vom Landesamt für Archäologie am Freitag. Damit stehe fest, dass auch der Königstein schon in vorgeschichtlicher Zeit bewohnt war. Die etwa 50 Keramikscherben handgefertigter Gefäße wurden in einer rötlichen Lehmschicht an der Nordostseite des Artillerieschuppens entdeckt.

„Sie können nicht zusammengesetzt werden und gelangten wohl schon zerbrochen in die Erde“, sagte Rupp. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich um eine Abfallgrube der bronzezeitlichen Siedlung handelt. Die teils mit Fingertupfen verzierten Stücke konnten auf die Zeit um 1100 vor Christi datiert werden.

Mit ihrer Entdeckung gelang in der Gegend erstmals ein vorgeschichtlicher Fund am Ort seiner ehemaligen Nutzung, sagte Rupp. Bisher zutage geförderte Stücke stammten aus neuzeitlich umlagerten Erdschichten, sodass die Herkunft nicht lokalisiert werden konnte.

Für die benachbarten Tafelberge Lilienstein und Pfaffenstein konnten schon früher bronzezeitliche Siedlungen nachgewiesen werden.