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Serbski Sejm tagt in Göda

Die sorbische Volksvertretung hatte mehrere Gäste eingeladen. Da es zwei Absagen gab, blieben die geplanten Dialoge etwas einseitig.

Edith Penk, die Alterspräsidentin des Serbski Sejm, setzt sich dafür ein, dem Sprachverfall des Sorbischen Einhalt zu gebieten. © Carmen Schumann

Göda. Die sorbische Volksvertretung, der Serbski Sejm, tagt reihum in verschiedenen Dörfern des sorbischen Siedlungsgebietes. Am Sonnabend fand die nunmehr fünfte Sitzung seit der Konstituierung des Gremiums in Göda statt. Zu einer Dialog-runde eingeladen waren David Statnik, der Vorsitzende der Domowina, des Dachverbandes der sorbischen Vereine, der Sorabist und Publizist Fabian Kaulfürst sowie Gerald Meyer, der Gödaer Bürgermeister. Leider sagten sowohl David Statnik, als auch Fabian Kaulfürst ihre Teilnahme ab. Dadurch beschränkte sich die von der Alterspräsidentin des Serbski Sejm, Edith Penk geleitete Gesprächsrunde darauf, wie in der Gemeinde Göda das Sorbische gelebt wird.

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Wie Gerald Meyer sagte, sind in der Gemeinde Göda noch 270 Sorben ansässig. Das sind etwa acht Prozent der Gesamtbevölkerung. In der Gemeinde werden die Bräuche noch gepflegt, beispielsweise das Osterreiten und die Vogelhochzeit. In der Kita Muschelwitz gibt es zwei Witaj-Gruppen und in der Grundschule findet Sorbisch-Unterricht statt. Allerdings werde es zunehmend schwieriger, sorbischsprechende Lehrer und Erzieher zu finden. Bei der Neueinstellung von Personal werde die Kenntnis der sorbischen Sprache besonders berücksichtigt, erklärte der Bürgermeister. Für ihn sei es sehr wichtig, zu wissen, dass die Mehrheitsbevölkerung und die sorbische Minderheit, friedlich zusammenlebt. Probleme mit antisorbischen Schmierereien habe es bislang in der Gemeinde nicht gegeben. Überhaupt sei es generell kein großes Thema, ob jemand Deutscher oder Sorbe ist.

Freude über Finanzspritze

Das Gemeindeoberhaupt freut sich über das Budget der Sächsischen Staatsregierung in Höhe von jeweils 5.000 Euro für die Jahre 2019 und 2020 für Projekte zur Förderung der sorbischen Sprache. Das sei ein gutes Zeichen und ein guter Anfang. Gerald Meyer möchte das Geld unter anderem dafür einsetzen, das Feuerwehrhaus in Spittwitz zweisprachig zu beschriften. Bei den anderen Gerätehäusern sei das schon der Fall. Zu Wort meldete sich auch Gerhard Krawc, der seit 2009 die kleine Bjesada-Gruppe leitet, die sich achtmal im Jahr trifft, um die sorbische Sprache zu pflegen und zweimal jährlich einen sorbischen Gottesdienst feiert. Ein Projekt zur sorbischen Bildung für Kinder hatte leider keinen Erfolg. Gerhard Krawc erhofft sich in dieser Hinsicht Unterstützung durch den Serbski Sejm. Aber auch er bedauerte den Mangel sowohl an sorbischsprachigen Lehrern und Erziehern, als auch an Kindern mit Interesse für das Sorbische.

Gegen den Sprachverfall

Edith Penk freute sich über die Aktivitäten in Göda. Sie betonte aber, dass unbedingt dem Sprachverfall Einhalt geboten werden müsse. Es könne doch nicht so schwer sein, mit den Kindern sorbische Lieder zu singen oder zumindest grundlegende Redewendungen auf Sorbisch zu verwenden. „So, wie wir es früher gemacht haben, das war doch nicht verkehrt“, sagte die Alterspräsidentin, die in sorbischer Tracht erschienen war. Bürgermeister Gerald Meyer bedauerte umso mehr, dass der Domowina-Vorsitzende der Einladung des Serbski Sejm nicht gefolgt war. Denn wie er sagte, können es Außenstehende nur sehr schwer nachvollziehen, worin der Unterschied zwischen dem Serbski Sejm und der Domowina besteht. Ansätze, wonach beide Gremien beabsichtigen, mehr zusammengehen zu wollen hält er deshalb für sehr positiv. Solch ein kleines Volk wie die Sorben dürfe sich nicht auseinanderdividieren.