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Sieben Freunde fahren nach Afrika

Mit vier Autos werden die Harthaer in 19 Tagen 7 800 Kilometer zurücklegen. Sie helfen den Menschen in Gambia.

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© André Braun

Von Sylvia Jentzsch

Hartha/Diedenhain. Die drei Busse und der Polo sind startklar. Die Betten mit Stauraum, Schränke und die Kühlboxen sind eingebaut. Noch verstauen einige der sieben Freunde, die an der Rallye Dresden-Dakar-Banjul teilnehmen, Dinge, die für sie in den nächsten 20 Tagen wichtig sind.

Zu den jungen Leuten, die sich in Richtung Afrika aufmachen, gehört Karla Just. Sie hat sich Bilder von ihren Tieren und der Familie ausgedruckt. Die befestigt sie mit Klebeband. Von Schwester Michaela Just gibt es noch Abschiedsgeschenke. „Nein, mulmig ist ihr vor der langen Reise nicht zumute. Das war eher vor zwei Jahren der Fall gewesen, als sich schon einmal vier ihrer Freunde auf den Weg nach Afrika aufmachten“, so Karla Just. Sie setzt auch auf ihren Freund Tibor Oroz.

Er war beim ersten Mal dabei und hat deshalb schon Erfahrungen. Schon damals seien die Teams perfekt ausgestattet gewesen, sodass es kaum Nachbesserung geben musste. Diesmal ist nur alles perfekter. Die Busse und der Polo, die sie gekauft und aufgepeppt haben, wurden alle in einem Olivgrün gespritzt. „So kann jeder sehen, dass wir zusammengehören“, sagte Tibor Oroz. Die Farbe sei nicht ausgewählt worden, sondern gerade da gewesen.

Keine Klimaanlage

Als zweite Frau an Bord ist Franziska Franz, mehrfache deutsche Meisterin im Bauchtanz. „Ich finde Tanzen viel aufregender als Autofahren. Deshalb habe ich keine Bedenken vor der Herausforderung“, sagte sie. Die Freude auf das Abenteuer sei groß. Zum anderen ist es auch die Flucht ins Warme. Immerhin waren es am Freitagmorgen vor dem Start nur null Grad. Doch bald werden die Ventilatoren, die in jedem Auto am Armaturenbrett befestigt sind, voll im Einsatz sein. Eine Klimaanlage hat keines der Fahrzeuge. „Spätestens ab Spanien wird es warm“, so die Zwei, die bereits Rallyeerfahrungen haben.

„Als unsere vier Kumpels Jahren aus Afrika zurückkamen und so viele tolle und interessante Geschichten erzählten, wollte ich auch einmal dabei sein. Bei einem Treffen im März vergangenen Jahres wurden dann Nägel mit Köpfen gemacht“, sagte Franziska Franz. Sie ist froh, dass die Jungs alle schrauben können. Das Kochen übernehme sie dann. „Wir können also weder stehen bleiben noch verhungern. Das ist schon einmal eine gute Grundlage für das Gelingen des Unternehmens. Außerdem haben die Rallye-Fahrer ein Wundermittel dabei. Das zumindest behauptet Tibor Oroz Senior. Er fährt mit dem Polo und hat, wie es sich für einen gebürtigen Ungarn gehört, Palinka, eine Art Obstler, dabei. „Das ist unsere Medizin. Er löst alle Probleme, auch die mit der Sprache, wenn man genügend getrunken hat“, so Tibor Oroz Senior.

Harte, aber erlebnisreiche Tage

Freitag legten die vier Freunde die wahrscheinlich kleinste Strecke der kommenden Tage zurück. Es ging nach Dresden zum obligatorischen Fototermin vor der Semperoper. Den Abend verbrachten sie gemütlich auf der Brandbaude bei Hohnstein. Der Startschuss für die Rallye fällt am Sonnabend um 9 Uhr auf dem schiefsten Marktplatz Sachsens. Dann liegen vor den Harthaern harte, aber erlebnisreiche Tage, bei denen so manche Herausforderung bewältigt werden muss.

Am 17. März wollen sie in Banjul, der Hauptstadt von Gambia ankommen. Dann werden ihre Fahrzeuge für karitative Zwecke versteigert. Vor zwei Jahren wurde der VW T3 vom Team Falzrost an eine Schule übergeben, die ihn nach dem Einbau von Sitzen als Schulbus nutzt. Die Jungs übergaben das Auto persönlich an die Kinder und den Schulleiter. Das zweite Fahrzeug wurde für 1 800 Euro versteigert. Am Karfreitag sind die sieben Freunde wieder zurück.