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Lastwagen retten die Bilanz der Binnenhäfen Oberelbe

Sieben Monate lang war die Schifffahrt auf der Elbe eingestellt. Transportiert wurde dennoch - auf Straßen und Schienen.

Abfertigung im Riesaer Hafen ©  Sebastian Schultz

Dresden. Die Schifffahrt auf der Elbe hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Wieder mal. Wegen Niedrigwassers infolge des trockenen Sommers wurden in den Oberelbe-Häfen nur noch 152 400 Tonnen Güter umgeschlagen – knapp 22 Prozent weniger als im Jahr zuvor, sagte Heiko Loroff, Geschäftsführer der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe (SBO), am Dienstag in Dresden. Mit dem Minus bei verschifften Containern, Getreide, Sojaschrot, Düngemitteln, Schrott und Projektladungen schneidet die Elbe leicht besser ab als andere Flüsse, wo laut Bonner Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt die Ladungsmengen im Schnitt um ein Viertel einbrachen.

Loroff sprach von einer „extrem großen Herausforderung“, denn angesichts von Pegelständen teils unter 50 Zentimetern habe die Schifffahrt auf dem Fluss von Anfang Juni bis Ende Dezember eingestellt werden müssen. Erst seit Januar könnten dort wieder Schwerlasten transportiert werden. Etwa 2 500 Tonnen Güter lägen noch auf Halde und warteten auf Auslieferung.

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Dank trimodaler Aufstellung habe die SBO fast das Umschlagergebnis von 2017 erreicht, so Loroff. Insgesamt seien knapp 2,64 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen worden – ohne baubedingt ruhendem Betrieb im Hafen Torgau. Das Minus beim Schiff und auf der Schiene wurde durch mehr Lkw-Transporte fast kompensiert. Das monatelange Niedrigwasser hatte den Hafen Dresden besonders stark getroffen. Dennoch seien 83 Großverladungen mit etwa 5 500 Tonnen durchgeführt worden.

Allen Unkenrufen zum Trotz sieht sich die Gruppe mit gut 150 Beschäftigten, davon zwei Drittel in Dresden, Riesa und Torgau, auf Wachstumskurs. Der Umsatz sei auf 18,6 Millionen Euro und im Konzern auf über 21 Millionen Euro geklettert. Zum Ergebnis gab es keine Angaben. In den zwei Jahren zuvor waren jeweils um 160 000 Euro Verlust bilanziert worden – wegen Abschreibungen auf Infrastruktur.

Zum landeseigenen Hafenverbund gehören neben den sächsischen Umschlagplätzen auch die Häfen im Mühlberg (Brandenburg), Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) sowie Decin und Lovosice in Tschechien.

Ein Rekord wurde beim Containerumschlag in Riesa erzielt. 43 541 Einheiten seien ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber 2017, sagt Loroff. Die Container würden zweimal wöchentlich per Schiff und fünfmal wöchentlich per Ganzzug zwischen Riesa und Hamburg/Bremerhaven transportiert. Beim Güterverkehr per Bahn hätten vor allem die Häfen Roßlau und Decin stark zugelegt. Auf der Schiene werden vor allem Container, Schrott, Dünger, Stahlblech und Holz transportiert.

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung des Hafenverbundes hagelt es regelmäßig Kritik. Für die Grünen in Sachsens Landtag und für Umweltverbände haben Sachsens Häfen nur noch den Namen nach etwas mit Häfen zu tun. Für sie sind das neue Containerterminal in Riesa Steuerverschwendung und Staustufen in Tschechien Frevel an der Natur. Die Elbe sei ein erstklassiger Fluss, wegen eingeschränkter Nutzung aber nur eine drittklassige Wasserstraße, heißt es. Tatsächlich hat das Schiff nur noch einen Anteil von 5,8 Prozent am Güterumschlag der SBO-Häfen. 1989 waren noch knapp zehn Millionen Tonnen auf der Elbe transportiert worden. Ein Schiff mit 1 350 Tonnen Lastkapazität ersetzt 34 Güterwaggons oder 45 Lkw-Fuhren – zunehmend nur noch in der Theorie.