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So interessant ist Gemüseanbau

Thomas Burghardt (21) hat den Beruf des Gärtners gelernt. Er ist einer von wenigen in Sachsen, die diesen Weg gehen.

© Dietmar Thomas

Von Sylvia Jentzsch

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Ostrau. Wenn Thomas Burghardt von seinem Beruf als Gärtner spricht, ist die Begeisterung förmlich zu spüren. Der 21-Jährige hat im vergangenen Jahr die drei Jahre dauernde Lehre abgeschlossen und dafür eine Auszeichnung vom Landwirtschaftsminister bekommen. Thomas Burghardt gehört zum Team der Bio-Gärtnerei Auenhof in Niederlützschera und hat jetzt schon Verantwortung als Vorarbeiter übernommen. Im nächsten Jahr hofft er, mit der Meisterausbildung beginnen zu können. Eigentlich hatte er das schon für dieses Jahr geplant. Doch es waren nicht genug Interessenten zusammengekommen.

Auch die Anzahl der Lehrlinge, die sich für diesen Beruf entscheiden, ist sehr gering. Im ersten Lehrjahr gibt es gerademal sachsenweit 17 junge Leute. Etwa die Hälfte davon will im Fachbereich Baumschule arbeiten, zwei als Gemüsegärtner und der Rest als Zierpflanzengärtner. „Das ist eine verschwindend geringe Anzahl“, so Katrin Leipacher von der Bio-Gärtnerei. Die ist einer von wenigen Ausbildungsbetrieben, die jedes Jahr einen Lehrling einstellt. 2016 war das Klara Probst. Die junge Frau hat Abitur und will zunächst eine praktische Lehre absolvieren. Eine Woche lernt sie die Theorie im Berufsschulzentrum Agrarwirtschaft und Ernährung in der Außenstelle in Altroßthal bei Dresden. Zwei Wochen ist sie in der Biogärtnerei, um die Praxis kennenzulernen. Zusätzlich gibt es eine überbetriebliche Ausbildung, bei der die Lehrlinge alles das lernen, was in den Betrieben nicht möglich ist. Weil Klara Probst das Abitur hat, muss sie nur zwei Jahre lernen. Anschließend kann sie sich vorstellen, ein Gartenbaustudium an der HTW Dresden zu beginnen.

Die jungen Leute und auch die Geschäftsführer der Bio-Gärtnerei sind vom vielseitigen und interessanten Beruf des Gärtners begeistert und wollen das an Schüler weitergeben. Denn es wird dringend Gärtnernachwuchs benötigt. Einen Partner haben sie in Lehrerin Karla Fischer von der Goethe-Oberschule Mügeln gefunden. Sie besuchte im Rahmen der Berufsorientierung mit ihren Siebtklässlern den Auenhof. „Gemeinsam mit den Elternvertretern haben wir beschlossen, den Kindern viele Berufe vorzustellen, auch den der Eltern“, so Karla Fischer. Sie freut sich über die gute Zusammenarbeit mit der Bio-Gärtnerei. Hier erfahren die Schüler nicht nur Interessantes über den Beruf des Gemüsegärtners. Sie dürfen den Mitarbeitern auch Fragen stellen. Und so erfahren sie, dass Thomas Burghardt sich freut, wenn der Winter vorbei ist und die Arbeit in der Gärtnerei richtig los geht. „Ich erlebe hier hautnah den Wechsel der Jahreszeiten. Jede hat etwas zu bieten“, so der junge Facharbeiter. Gärtner sei sein Wunschberuf gewesen, weil er an der frischen Luft arbeiten will und der Beruf vielseitig ist. So haben es dem jungen Mann die Maschinen angetan. Die darf er nicht nur fahren, sondern auch pflegen. „Da wird man auch mal von oben bis unten schmutzig“, erzählt Thomas Burghardt den Schülern. Die sind beeindruckt. Als sie erfahren, dass die Biogärtnerei auch Praktika und Schülerarbeit anbietet, wächst das Interesse bei so manchem Schüler. So kann sich Luca (13) durchaus vorstellen, Gärtner zu werden. Ihm gefalle das Traktorfahren und er sei sowie so am liebsten in der Natur. „Ich finde es toll, dass wir uns hier alles ansehen dürfen“, sagte Luca. Dieser Meinung ist auch Lukas (14). Ihn haben es ebenfalls die landwirtschaftlichen Fahrzeuge angetan.

Oliver Leipacher zeigt den Schülern später unter anderem den Aufbau des Bodens und wie tief das Wurzelwerk der Gemüsepflanzen ins Erdreich reicht. Die Schüler machen sich Notizen.

Katrin Leipacher hat ein Gemüsequiz vorbereitet und stellt später mit den Schülern verschiedene Speisen mit Kräutern, Gemüse und Salat her, die alle in der Bio-Gärtnerei angebaut werden.