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So lässt sich Lampenfieber überwinden

Die Musikschüler stellen sich in einer Woche der Jury des Wettbewerbs „Jugend musiziert“. Ein Konzert ist die Generalprobe.

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Philipp Hoffmann am Klavier und Johannes Lehle am Fagott (beide 16) gehörten zu den Akteuren des Lampenfieberkonzerts der Musikschule.
Philipp Hoffmann am Klavier und Johannes Lehle am Fagott (beide 16) gehörten zu den Akteuren des Lampenfieberkonzerts der Musikschule. © Dietmar Thomas

Von Dagmar Doms-Berger

Döbeln.Operndiva Anna Netrebko hat es, Volksmusikstar Florian Silbereisen auch, selbst Cicero, der berühmteste Redner Roms, hatte es: Lampenfieber. Schweißnasse Hände, zitternde Knie und glühende Wangen sind markante Begleiterscheinungen und die waren am Freitagabend reichlich zu beobachten beim sogenannten Lampenfieberkonzert in der Musikschule Döbeln. Die jungen Musiker spielten erstmals ihr gesamtes Wettbewerbsprogramm vor Publikum. Sie werden am 2. und 3. Februar am Regionalwettbewerb Jugend musiziert teilnehmen. Ein spannungsgeladener Abend. Die meisten Schüler waren aufgeregt – und die Eltern mit ihnen.

Magnus Mielke (Violine), Meta Schumann (Oboe) und Dominik Adam (Klavier) sowie Johanna Schumann (Fagott) und Tabea Hünerfauth (Klavier), Johannes Lehle (Fagott) und Philipp Hoffmann (Klavier) präsentierten ihr Programm mit voller Konzentration und ernteten viel Beifall. Wie erfolgreich sie sein werden, wird sich in einer Woche entscheiden. „Manche haben durchaus die Chance auf eine Weiterleitung zum Landeswettbewerb“, sagt Lehrerin Tina Bartel, die das Lampenfieberkonzert organisierte.

Das Duo Johannes Lehle (16) und Philipp Hoffmann (16) absolviert sein Wettbewerbsprogramm sehr gut. Sie spielen das dritte Mal als Duo bei einem Wettbewerb und sind inzwischen ein gutes Team – engagiert und ehrgeizig. „Im Vergleich zu Mittwoch gab es bei mir bereits einen Fortschritt“, sagt Johannes Lehle nach dem Konzertende. Perfekte Vorbereitung schaffe Sicherheit. Im Landesjugendorchester, in dem er auch spielt, hätten sie spezielle Dehnungs- und Entspannungsübungen gelernt, die er gut anwenden könne, sagt er. Zum Wettbewerb werde es sicher noch spannender. In der nächsten Woche wollen sie noch dreimal proben, bevor es am Wochenende ernst wird. „Feinschliff“, sagt Philipp. Es gäbe immer etwas zu tun. Wie es dann unter Wettbewerbsbedingungen läuft, wird sich zeigen. Für die beiden jungen Musiker ist es der letzte Wettbewerb Jugend musiziert, den sie gemeinsam bestreiten. Im nächsten Jahr legen sie ihre volle Konzentration auf ihr Abitur.

Gegen die Aufregung hilft Routine. „Spielen, spielen, spielen“, sagt Tina Bartel. Sie unterrichtet seit 25 Jahren und hat seither über 120 Schüler zu Wettbewerben verschiedener Art begleitet. Ihr Tipp: So oft wie möglich aufzutreten. Und: Immer lächeln, auch bei falschen Tönen. Außerdem versucht sie, ihren Schülern den Erfolgsdruck zu nehmen. „Die Welt geht nicht unter, wenn nicht die gewünschte Punktzahl erreicht wird.“ Es gehe um die Freude am Musizieren. Aus ihrer Erfahrung weiß sie, dass es auch Schüler gibt, die erst mit einer gewissen Aufregung das Beste aus sich herausholen. Das aber sei eher selten.

Max Stubenrauch (Trompete), Georg Friedrich Schumann (Posaune) sowie Dominik Adam (Klavier) treten beim Wettbewerb „Jugend jazzt“ am 30. März in Leipzig an. Dominik Adam ist der Einzige, der bei beiden Wettbewerben vertreten ist. Insgesamt zehn Schüler vertreten die Musikschule Döbeln. Aus der Musikschule Mittelsachsen mit ihren vier Standorten werden es insgesamt 38 sein. Die Regionalwettbewerbe „Jugend musiziert“ finden jährlich an verschiedenen Orten statt. In diesem Jahr fahren die Schüler nach Aue und Chemnitz.