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So läuft's mit einer Ex-Weltmeisterin

Nach 57 Jahren steht Christine Stüber-Errath wieder in Jonsdorf auf dem Eis. Und mit ihr reichlich 30 Hobbyeisläufer.

Von Grit Lobstein
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Christine Stüber-Errath (2. v. r.) in der Jonsdorfer Sparkassenarena.
Christine Stüber-Errath (2. v. r.) in der Jonsdorfer Sparkassenarena. © Matthias Weber

Fröhlich und jeden einzelnen Gast persönlich begrüßend wuselte Christine Stüber-Errath am Donnerstag kurz nach dem Mittag durch die Eishalle in Jonsdorf. "Ich freu mich riesig, dass ihr alle da seid", sagt sie und dreht schon mal die erste Runde auf dem Eis. Nach 57 Jahren steht die ehemalige Welt- und Europameisterin im Eiskunstlaufen wieder in Jonsdorf auf dem Eis. Als Fünfjährige weilte sie schon einmal in dem Gebirgsort des Zittauer Gebirges und drehte ihre Runden damals noch auf der Freilufteisbahn im heutigen Kurpark. "Es ist eine große Ehre für mich, auf diesem schönen glatten Eis heute die Erste zu sein", sagt die heute 62-Jährige und winkt alle Eislaufhungrigen aufs Eis. Und schon geht es los, zum Ententanz wird sich erstmal erwärmt.

Die Hobbyeisläufer, reichlich 30 an der Zahl, sind begeistert. Unter ihnen auch Christina Gärber. Christine Errath war es, welche die 70-jährige Zittauerin nach Jonsdorf lockte. "Ich bin schon immer Fan von ihr und seit ich sie vergangenes Jahr zu einer ihrer Buchvorstellungen persönlich kennenlernte, haben wir einen sehr guten persönlichen Kontakt", erzählt sie. Doch nicht nur für diese Eiszeit sorgte sie, auch dafür, dass der Film "Die Anfängerin" in Zittau gezeigt wird. In diesem Film spielt die Eiskunstläuferin Christine Stüber-Errath in einer Nebenrolle sich selber.

Inzwischen ist die Stimmung auf dem Eis noch mehr angestiegen, die Weltmeisterin von 1974 animiert ihre Gäste zu einer Polonaise auf dem Eis, zeigt ihnen wie man sich zur Musik bewegt und bringt der sechsjährigen Lotta die erste Drehung bei. "Ich habe heute meine erste Pirouette gedreht", sagt Christian Bartsch stolz und lacht. Der Jonsdorfer ist jede Woche auf dem Eis und betreut die Grundschüler beim Eislauftraining. Da kam ihm die einmalige Gelegenheit, mit einer Weltmeisterin ein paar Runden zu drehen, natürlich gerade recht. Genauso wie Silvia Scholze. Die Rentnerin schwärmt vom Eiskunstlaufen. "Ich hätte dies auch gern richtig gemacht", meint sie, "aber es hat sich nie ergeben." Ihre Begeisterung ist nun zu spüren. "Mich fasziniert die Ästhetik und die Bewegung dieses Sports, es macht so viel Spaß sich zu der Musik auf dem Eis zu bewegen", sagt sie und ist schon wieder auf dem Eis, schließt sich Christine Stüber-Errath an und genießt die fröhliche Eislaufstunde. 

Eigentlich ist diese Eislaufzeit in der Jonsdorfer Eishalle am Donnerstag zwischen 13 und 14 Uhr den Senioren vorbehalten, aber diesmal kamen sogar Kinder. Dennoch ließen die älteren Damen und Herren es sich natürlich nicht nehmen, dabei zu sein. Für ein Erinnerungsfoto musste die Eiskunstlauf-Weltmeisterin natürlich auch herhalten. "Leider kann ich noch nicht wieder mitlaufen", bedauert Heinz Ebermann. Der 87-jährige Sportler hat sich im vergangenen Jahr verletzt und musste mit seinen vielen sportlichen Aktivitäten pausieren. "Aber es geht bergauf", sagt er, lächelt und betritt das Eis, zwar nicht mit Schlittschuhen, aber um auf dem Foto mit dabei zu sein.

"Das war eine super Eislaufstunde", sagt Lotta, die mit ihrer Mutti da ist. "Frau Errath ist eine so herzliche fröhliche Person, wir sind froh hergekommen zu sein", fügt diese noch hinzu, bevor sich so langsam alle wieder verabschieden.

Die Senioreneislaufzeit findet jeden Donnerstag während der Eissaison  in der Jonsdorfer Eishalle von 13 bis 14 Uhr statt.

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