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Sohlander setzen auf kalten Kaffee

Die Firma Lausitzer Früchteverarbeitung hat ein Trend-Getränk entwickelt – ganz anders als die Konkurrenz.

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© Uwe Soeder

Von Katja Schäfer

Das ist doch kalter Kaffee, sagt der Volksmund zu uninteressanten Dingen. Das, was die Firma Lausitzer Früchteverarbeitung aus Sohland seit wenigen Tagen ihren Kunden anbietet, ist zwar kalter Kaffee, aber alles andere als langweilig. Auf einer Weltmesse der Lebensmittelindustrie in Paris hat das Unternehmen dafür jetzt sogar einen zweiten Preis gewonnen. Das Silber in der Kategorie „Alkoholfreie Getränke“ gab es für das neue Produkt namens Grand Choice Cold Brew Coffee.

Cold – also kalt – geht es dabei in doppelter Hinsicht zu. Das Getränk, das in 250-Milliliter-Einweg-Pfandflaschen aus Plastik mit Schraubdeckel angeboten wird, soll zum einen gekühlt genossen werden. Zum anderen wird es kalt hergestellt. „Wir legen dafür Kaffeepulver 14 Stunden lang in Wasser mit einer Temperatur von zehn Grad Celsius ein“, berichtet Lausitzer-Juniorchef Maximilian Deharde. Dabei gehen die Aromastoffe in die Flüssigkeit über, aber nicht die Bitterstoffe. Wie er sagt, werde kalt getrunkener Kaffee immer beliebter. Viele Hersteller bieten deshalb derartige Produkte an. Doch das Getränk des Sohlander Unternehmens unterscheide sich von den meisten deutlich, betont der Juniorchef: Üblicherweise werden die Kaffeegetränke heißt gebrüht und dann abgekühlt. Dadurch schmecken sie bitter, was durch die Zugabe von Milch und Zucker ausgeglichen wird. „Die herkömmlichen Kaffeegetränke haben einen hohen Milch- und Zuckergehalt und deshalb ziemlich viele Kalorien. Bei unserem Cold Brew Coffee ist das anders, er kommt ohne Milch aus“, unterstreicht der Unternehmer. 100 Milliliter haben laut Firmenangabe 35 Kilokalorien und damit weniger als viele andere koffeinhaltige Getränke. Zudem sei die kalte schwarze Flüssigkeit aus Sohland fettfrei, laktosefrei, glutenfrei und vegan. Die Neuheit von „Lausitzer“ gibt es in den drei Geschmacksrichtungen Karamell, Vanille und Kirsche. Bis zu fünf Millionen Flaschen will das Unternehmen jährlich produzieren, „je nachdem, wie die Kunden es annehmen“, sagt Maximilian Deharde. Die Markteinführung ist am 1. November erfolgt. Der vom Hersteller empfohlene Verkaufspreis liegt bei 1,99 Euro. Bisher gibt es den „gesüßten und gesäuerten schwarzen Kaffee“, wie Deharde es beschreibt, im Getränkemarkt der Firma Lausitzer in Sohland. Mit Kaufland, Konsum, dm und anderen Händlern laufen Verhandlungen zur Aufnahme ins Sortiment. Die Hersteller hoffen, dass das neue Produkt ab Januar in vielen Regalen zu finden ist.

Aber wie kommt der Betrieb, der seit Jahrzehnten für die Verarbeitung von Früchten bekannt ist, dazu, ein Kaffeeprodukt herzustellen? „Wir wollen nicht dem Markt hinterherlaufen, sondern überlegen, welche Produkte in Zukunft gefragt sein könnten“, sagt Maximilian Deharde. Kaffee sei in Deutschland das am meisten konsumierte Getränk und kalt getrunkener Kaffee, werde seit einiger Zeit immer beliebter. Außerdem hat die Firma in den vergangenen Jahren schon einige Kaffeeprodukte hergestellt – als Zulieferer für die Joghurt- und Eisindustrie. Da habe es nahegelegen, ein eigenes Getränk zu kreieren. „Wir wollen mit innovativen Produkten vorangehen, ohne die klassischen, wie Apfelsaft und Apfelmus, zu vernachlässigen“, betont der Juniorchef, der davon überzeugt ist, dass der Apfel auch weiterhin das meistverarbeitete Produkt bei „Lausitzer“ in Sohland bleiben wird.