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Sonnige Aussichten in der Badperle

Seit gut einem Jahr betreibt die Stadt die Badgaststätte. Sie könnte bald schon kein Zuschuss-Geschäft mehr sein.

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© Claudia Hübschmann

Von Marcus Herrmann

Nossen. Die vor 14 Monaten gefällte Entscheidung der Nossener Stadtverwaltung, das ehemalige Problemrestaurant „Uptaucher“ selbst zu betreiben und unter dem Namen „Badperle“ neu auszurichten, hat sich als richtig erwiesen. Denn als die Stadträte kürzlich die Geschäftszahlen der einst wenig lukrativen Gaststätte vorgelegt bekamen, staunten sie nicht schlecht.

Diese besagen zwar, dass die Badperle noch keinen Überschuss erwirtschaftet, davon aber nicht mehr allzu weit entfernt ist – eine Entwicklung, die im April 2015 nicht abzusehen war und untrennbar mit dem Namen der neuen Chefin verbunden ist: Katrin Diemert. Seit die Hauswirtschaftsmeisterin und CDU-Stadträtin das Kommando übernommen hat, hat sich das Freizeitzentrum mit Bowling- und Kegelbahn zu einem beliebten Treffpunkt für Nossener und Gäste aus dem Umland etabliert.

Dachte Diemert anfangs, die Badperle mit zwei Mitarbeitern führen zu können, sind es heute schon vier, davon eine feste Köchin. „Wir machen täglich ein neues Gericht für den schmalen Geldbeutel, dazu bereiten wir natürlich auch bei Bad-Gästen beliebte Sachen wie Pommes, Schnitzel, Currywurst oder Soljanka zu“, sagt Diemert. Jetzt im Sommer hat sie mit der Bewirtung der Freibad-Gäste in der Nachbarschaft besonders viel zu tun. Dazu kommen Stammgäste wie Bowlinggruppen oder Radfahrer. Zusammen mit Köchin Susi und ihrer Kollegin Marion Mauke stellt Katrin Diemert nicht nur Kulinarisches auf die Beine, sondern auch Veranstaltungen, die sich nach und nach im Terminkalender der Nossener etablieren sollen oder das teilweise bereits haben.

Denn neben der Ausrichtung von individuellen Feierlichkeiten gibt es in der Badgaststätte jetzt auch regelmäßige Disko-Bowling-Abende. „Derzeit machen wir diesbezüglich eine kleine Pause, aber am 26. August ist es wieder soweit“, sagt die Nossenerin. Schon jetzt können Senioren in der Badperle jeden Monat schwofen und dabei Leckereien je nach Wunsch naschen. Nicht nur zum Tanzen kämen ältere Leute gerne in das Restaurant, erzählt die 53-Jährige. „Inzwischen sind wir zu einem beliebten Anlaufpunkt für Pflegedienste geworden. Sie kommen gerne mal mittags oder nachmittags mit den älteren Leute auf einen Kaffee vorbei oder genießen das Wetter im Biergarten.“

An diesem Dienstag wird außerdem der Nossener Pflegedienst von Erika Handrick ein größeres Sommerfest in der Badperle feiern. „Ab 14 Uhr sind Plätze im Garten und unser großer Saal für etwa 40 Senioren gebucht. Sie bekommen Kaffee und Kuchen und können abends noch ein Grillfest veranstalten“, erzählt Diemert. Solche Veranstaltungen seien ihr ein besonderes Anliegen, da sie für die Leute in der Stadt auch einen sozialen Mehrwert hätten.

Möglich sei das aber nur, weil sie und ihre Mitarbeiter als Team super funktionierten, so Diemert. „Bei uns bedient zum Beispiel eine ausgebildete Sozialpädagogin nebenbei, weil es ihr Spaß macht. Ohne solches Engagement würde es nicht klappen.“

Denn in der Badperle herrscht durchaus ein gewisser Anspruch: Nicht nur, dass die Leute wechselnde Gerichte vorfinden. Nein – diese sollen auch möglichst zur Jahreszeit passen und die Wartezeiten für die Gäste kurz gehalten werden. Es gehe nur mit Leidenschaft, sagt Diemert. „Wir wollen vor allem regionale und saisonale Speisen anbieten.“ Derzeit seien das Rhabarber, Erdbeeren oder zuletzt auch Matjes-Gerichte gewesen. Immer beliebt sei das Meißner-Schwerter-Bier. Dass das Team von Katrin Diemert auch in Sachen Catering viel zu bieten hat, zeigte kürzlich das Buffet im Nossener Rathaus während des Frühjahrsempfangs. „Wir sind froh, mit Frau Diemert eine so engagierte Chefin gefunden zu haben. Unsere Kegel- und Bowlingbahnen werden so gut genutzt wie lange nicht mehr“, sagt Nossens Bürgermeister Uwe Anke (parteilos). Er freue sich, dass die seit der Wende bestehende Gaststätte den Nossenern auch weiter zur Verfügung stehe.