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Deutschland & Welt

Spanien: Sechste Krawallnacht in Folge

In mehreren spanischen Städten ist es erneut zu Ausschreitungen gekommen. Die Protestierer wandten sich gegen die Inhaftierung des Rappers Pablo Hasél.

Teilnehmer eines Protests gegen die Inhaftierung des Rappers Hasél tragen bei Ausschreitungen eine Mülltonne zu einem Absperrgitter.
Teilnehmer eines Protests gegen die Inhaftierung des Rappers Hasél tragen bei Ausschreitungen eine Mülltonne zu einem Absperrgitter. © Lorena Sopêna I Lòpez/EUROPA PRESS/dpa

Erneut ist es in Barcelona bei Protesten gegen die Inhaftierung des wegen Gewaltverherrlichung und Beleidigung der Monarchie verurteilten Rappers Pablo Hasél zu Gewalt zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Einige der meist sehr jungen Demonstranten in Barcelona trugen am Sonntagabend ein Transparent mit der Aufschrift: "Ihr habt uns beigebracht, dass Friedlichkeit sinnlos ist". Allerdings war die Demonstration kleiner und es gab wesentlich weniger Ausschreitungen als in den fünf Nächten zuvor. Nach Einschätzung spanischer Medien beteiligten sich etwa 1.000 Menschen. Am Samstag waren es noch mindestens 6.000 Teilnehmer gewesen. Kleinere Kundgebungen wurden auch aus Girona und Bilbao im Baskenland gemeldet.

Dennoch wurden Polizisten vereinzelt wieder mit Flaschen, Mülleimern und Böllern beworfen, auch einige Schaufensterscheiben gingen zu Bruch, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Die Polizei habe fünf Menschen festgenommen, die ein Modegeschäft plünderten, berichtete die Zeitung "El Periódico". Seit Beginn der Proteste wurden in Barcelona 106 Menschen festgenommen, darunter 32 Minderjährige. 82 Polizisten und auch zahlreiche Demonstranten wurden verletzt, wie die Zeitung "La Vanguardia" schrieb. Eine Frau hatte am Dienstag ein Auge verloren, als sie von einer Gummikugel der Polizei getroffen wurde.

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Die Inhaftierung Haséls, der in einigen seiner Texte und in Tweets tiefen Hass auf Polizei und Politik zeigt, löste auch Spannungen in der linken Koalitionsregierung in Madrid aus. Die Sozialisten warfen ihrem kleineren Koalitionspartner Unidas Podemos vor, die Gewalt nicht ausreichend zu verurteilen. Die Regierung ist grundsätzlich gewillt, die Gesetze so zu ändern, damit es für Fälle wie Hasél keine Haftstrafen mehr gibt. Allerdings sind gegen den 32-Jährigen auch Verfahren wegen Bedrohung eines Zeugen und Angriffen gegen einen Journalisten anhängig. (dpa)

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