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Spannende Einblicke ins Thema Holz

Beim Tag der offenen Tür im Kamenzer Berufsschulzentrum schauten Hunderte Jugendliche in die Zukunft. In die berufliche …

© Jonny Linke

Von Jonny Linke

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Kamenz. Keine Wohnung ohne Möbel. Und keine Möbel ohne diejenigen, die sie herstellen. Das Berufsschulzentrum in Kamenz hat sich gleich mehrere entsprechende Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Programm. „Wir bilden unter anderem Tischler und Holzmechaniker bei uns aus“, beschreibt Cordula Arnold. Sie ist Lehrerin am Kamenzer BSZ. Sie stand gemeinsam mit ihren Kollegen und mit Berufsschülern beim Ausbildungstag Rede und Antwort. Und das Interesse war groß an Einblicken in die Ausbildungsangebote.

Bei der dualen Ausbildung zum Tischler zum Beispiel sind die rund 26 Schüler jeder Klasse fest in Betrieben der Region angestellt. Dort erhalten sie den Großteil der praktischen Ausbildung, im BSZ in Kamenz wird dann verstärkt auf die Theorie gesetzt. Und dafür hat das BSZ neben dem Hauptgebäude an der Hohen Straße nur wenige Meter entfernt an der Jahnstraße zahlreiche Arbeitsplätze für die praktische Ausbildung. „Denn natürlich gehören auch praktische Übungen dazu, die Schüler sollen ja die Theorie auch direkt anwenden können“, macht Cordula Arnold deutlich.

Neben der Tischlerausbildung gehört wie erwähnt auch die Ausbildung zum Holzmechaniker zum Angebot des Schulzentrums. Hier werden die künftigen Fachleute für die großen Herstellungsfirmen der Region ausgebildet. „Der Tischler ist eher ein handwerklicher Beruf, bei dem viel mit Einzelstücken, Sonderanfertigungen und Kreativität gearbeitet wird – der Holzmechaniker hat zwar dieselben Grundkenntnisse, wird aber mehr auf die industrielle Fertigung in Großbetrieben ausgebildet“, erläutert Cordula Arnold den Unterschied.

Ob Sägen, Hobeln oder Bohren, die Schüler der unterschiedlichen Ausbildungswege müssen alles beherrschen. „Und auch das Rechnen, Messen und Anzeichnen muss gelernt sein, wie der Umgang mit modernen Computerprogrammen“, macht die Berufsschullehrerin deutlich, dass es sich um eine durchaus anspruchsvolle Ausbildung handelt. Wobei es bei beiden Berufen nicht zuletzt auch auf Genauigkeit und Präzision ankommt, denn der Kunde erwarte ja heutzutage ein Möbelstück, das exakt angefertigt wurde und nicht nach wenigen Monaten an den Verbindungsstellen bricht, so Cordula Arnold. Auch diese Fertigkeiten werden während der dreijährigen Ausbildung in Kamenz vermittelt. Mit ihrem theoretischen Fachwissen und den erlernten Grundkenntnissen der praktischen Bearbeitung, können die Schüler dann in den Betrieben eine staatliche Prüfung ablegen.

Das BSZ in Kamenz hat neben dieser Grundausbildung auch als einzige Schule in Ostdeutschland die Berechtigung, Techniker für Holztechnik auszubilden. Dieser Ausbildungszweig ist für junge Facharbeiter gedacht, die nach der Gesellenprüfung und einer einjährigen Praxiserfahrung nun in Führungsetagen von Betrieben aufsteigen wollen. Und damit mit dem Meisterabschluss vergleichbare Ausbildung benötigen. Diese Ausbildung in Kamenz ist dabei kostenlos.

Spannende Einblicke also, die der Ausbildungstag am Sonnabend bot. Ein Angebot, das trotz des zurückgekehrten Winters und den damit verbundenen schwierigen Straßenverhältnissen, von sehr vielen Interessierten genutzt wurde.