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Freital

Spenden statt Geburtstagsgeschenke

Die RuV Freital/Pirna hat 2.682,50 Euro gesammelt. Das Kinderheim in Dorfhain hat mit dem Geld schon konkrete Pläne.

Der regionale SZ-Geschäftsführer Jörg Seidel (li.) und der Freitaler Redaktionsleiter Tilman Günther (re.) übergeben einen Spendenscheck an Heimleiterin Sybille Clemens im DRK Kinderheim Dorfhain.
Der regionale SZ-Geschäftsführer Jörg Seidel (li.) und der Freitaler Redaktionsleiter Tilman Günther (re.) übergeben einen Spendenscheck an Heimleiterin Sybille Clemens im DRK Kinderheim Dorfhain. © Andreas Weihs

Das vornehm anmutende Anwesen in Dorfhain wirkt verschlossener, als es ist. Das Tor zur Einfahrt öffnet automatisch, Heimleiterin Sybille Clemens empfängt die Gäste mit Kaffee und Kuchen, den die Kinder des Hauses selber gebacken haben. Und die Gäste ihrerseits haben auch etwas mitgebracht: einen Spendenscheck.

Exakt 2.682,50 Euro hat die RuV Freital/Pirna gesammelt. Geld, das der Herausgeber der Sächsischen Zeitung im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bereits vergangenes Jahr zum 20-jährigen Firmenjubiläum gesammelt hat. „Zu unserer Feier im Dezember hatten wir die Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft um Spenden für zwei Kinderheime gebeten“, sagt RuV-Geschäftsführer Jörg Seidel. „Eins in Pirna und eben auch für das DRK-Heim in Dorfhain.“

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Und die Gäste öffneten großherzig ihre Brieftaschen. Manche gaben das Geld direkt an die Heime, andere an die RuV Freital-Pirna. Die Summe wurde dann unter den zwei Heimen hälftig aufgeteilt. Insgesamt waren es also 5.365 Euro, die zusammengekommen waren. Heimleiterin Sybille Clemens ist dankbar: „Wir freuen uns immer sehr über Spenden“, sagt sie. Denn die Finanzierung der Plätze für die Kinder laufe zwar über das Jugendamt des Landkreises und sei somit gedeckt, aber das sei vergleichbar mit Hartz-IV-Niveau. Für jedes kleine Extra fehle das Geld. „Spielplatz, Kleinkindbereich, Ausflüge, Sommerfest, Weihnachtsfeier“, der Chefin fallen spontan sehr viele Dinge ein, die sie nur über Spenden finanzieren kann.

Das jetzt überreichte Geld wird wohl vor allem in den Bau eines Spielplatzes im Garten für die jüngsten Bewohner einfließen. In dem DRK-Haus, dass schon zu DDR-Zeiten ein Kinderheim war, ursprünglich aber als Fabrikantenvilla gebaut wurde, leben zurzeit 18 Kinder und Jugendliche in zwei Wohngruppen. Die Ältesten sind schon 17 und müssen bald ausziehen. Das jüngste der Kinder ist gerade erst zwei Jahre alt. „Wir brauchen für die Kleinen auf unserem Spielplatz noch einen Bereich“, sagt Clemens.

Sie leitet das Heim bereits seit elf Jahren. Und sie kann stolz sein auf das, was sie und ihre 17 Mitarbeiter in den vergangenen Jahren für die Kinder erreicht haben. Im Haus gibt es verschiedene Kreativräume, beispielsweise eine Töpferwerkstatt mit eigenem Brennofen. Es gibt einen kleinen Fitnessraum, eine eigene Ergotherapeutin und psychologische Betreuung. „Wir müssen uns vieles erkämpfen und immer wieder neu einfordern“, sagt die Chefin. „Aber es lohnt sich.“

Noch einmal verschärft habe sich die Situation in der Corona-Zeit. Normalerweise gehen die Kinder tagsüber in die Schule und in den Kindergarten. „Da ist von acht bis zwölf hier Ruhe.“ Doch plötzlich waren alle immer da. „Eine extreme Beanspruchung für die Mitarbeiter“, sagt Sybille Clemens. Zum Glück habe das DRK als Träger schnell reagiert und Erzieherinnen, die sonst in Kitas arbeiten, zur Unterstützung geschickt. „Wir müssten ja plötzlich viel mehr Dienste abdecken.“

Jetzt normalisiert sich die Situation wieder. Für die Kinder aber bleibt es ein erzwungenes Zuhause auf Zeit. „Niemand wächst gerne im Kinderheim auf“, sagt Clemens. Jedes der Kinder wünsche sich, in einer intakten Familie zu leben, aus dem Heim raus zu können. Doch der Kontakt zu den Eltern, die oft schon mit ihrem eigenen Leben überfordert sind, beschränkt sich in der Regel auf die Wochenenden.

„Wir geben hier alles, um die Kinder auf ein eigenständiges Leben vorzubereiten“, sagt die Chefin. Das hänge natürlich nicht nur am Geld. Aber eine gute Ausstattung des Heims sei auch wichtig. „Deshalb sind wir dankbar für jede Spende. Wir können es gebrauchen.“ 

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