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Hartmann: Möchte bei Dynamo kein Anhängsel sein

Dynamos dienstältester Profi hat gerade eine Knie-OP hinter sich. Aufhören möchte er aber nicht, führt stattdessen Gespräche mit dem Verein und plant ein Abenteuer.

Marco Hartmann will auch nach seiner jüngsten Verletzung weder aufgeben noch aufhören.
Marco Hartmann will auch nach seiner jüngsten Verletzung weder aufgeben noch aufhören. © Foto: dpa-Zentralbild/Robert Michael

Dresden. Irgendwie fühlt man sich an den Film-Klassiker mit dem Murmeltier erinnert. Seit Jahren kämpft Marco Hartmann mehr mit seinen Verletzungen als mit Gegenspielern, immer wieder wird er zurückgeworfen, muss sich in der Reha quälen. Bei seinen wenigen Einsätzen zeigt Dynamos dienstältester Profi, der bereits seine achte Saison für die Dresdner bestreitet, jedoch, dass er nicht nur mithalten kann, sondern nach wie vor ein echter Leistungsträger ist. So war es auch bei seinen fünf Startelf-Einsätzen in der Hinrunde, als die Schwarz-Gelben mit ihm als Abwehrchef eine Serie starteten.

Erneut wurde der 33-Jährige jedoch von einer Verletzung gestoppt. Zunächst wurde versucht, diese konservativ zu behandeln. Hartmann kehrte sogar vor drei Wochen für eine Einheit ins Mannschaftstraining zurück. Doch er habe direkt gemerkt, "dass sich wieder etwas gelöst hat", erzählt er nun in einem Interview auf der Vereinshomepage. Vor einer Woche wurde er in München am Knie operiert. Das Saison-Aus ist damit besiegelt. Ernsthafte Sorgen macht er sich jedoch nicht. "So eine Verletzung ist ohne Zweifel nicht schön, aber jetzt auch nicht so gravierend, dass ich für die Zukunft größere gesundheitliche Probleme oder Einschränkungen erwarten müsste. Mein Körper ist nicht in einem Zustand, dass ich nach der Karriere direkt in den Rollstuhl müsste", erklärt er.

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"Wir sind gerade in Gesprächen"

Über den Grund für die häufigen Rückschläge habe er sich schon oft den Kopf zerbrochen, sei aber zu keinem Ergebnis gekommen. "Ich war nie an dem Punkt, an dem ich sagen konnte: ‚Genau so ist es.‘ Ich tappe die ganze Zeit ein bisschen im Dunkeln", erzählt er. Auch bei dieser Verletzung sei es ganz schwer einzuschätzen, woher sie kommt und wieso das Ganze so passiert ist.

An ein sofortiges Karriere-Ende denkt Hartmann nicht. "Ich habe das Gefühl, dass ich nach wie vor auf dem Platz helfen kann, wenn ich gesund bin", findet er. Sein Vertrag läuft jedoch Ende Juni aus. Diese Ungewissheit sei natürlich nicht einfach, aber "auch das ist nichts, was mich nachts nicht schlafen lässt". Ob Dynamo ein weiteres Mal mit ihm verlängert, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. "Wir sind gerade in Gesprächen. Aber es gibt noch nichts Konkretes zu vermelden", erklärt Hartmann.

"Durch die Operation werde ich voraussichtlich drei Monate ausfallen. Dann wird man sehen, wie die Perspektive des Vereins ist und inwiefern man mich als Spieler einbinden kann. Ich hätte auf jeden Fall Bock darauf, aber es muss am Ende selbstverständlich auch für beide Seiten passen und Sinn ergeben. Ich will keiner sein, der eine Art Anhängsel ist, das man nicht loswird, sondern jemand, der wirklich gebraucht und aus diesem Grund mitgenommen wird."

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Nach dem Ende seiner Karriere könnte Hartmann als Lehrer arbeiten. Das Studium hat er parallel zu seiner Fußballkarriere abgeschlossen. "Das ist schon ein Punkt, der den Blick in die etwas weiter entfernte Zukunft sehr entspannt macht, weil ich eine ganz gute Perspektive als Alternative habe", sagt er. Vorher aber möchte er sich mit seiner Frau und den beiden Kindern noch einen großen Traum erfüllen. Nach dem Karriereende will er mit seiner Familie zu einer großen Weltreise aufbrechen. "Sollte sie im Sommer 2022 beginnen, wäre der Startpunkt voraussichtlich Kanada. Anschließend geht es immer mit der Sonne Richtung Süden weiter. Über den Winter stünde Neuseeland und Australien auf dem Plan. Aber wo die Reise dann endet – keine Ahnung, vielleicht irgendwo im Südpazifik." Vorher aber soll seine Reise auf dem Fußballplatz weitergehen.

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