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Aus drei mach eins - das ehrgeizige Freitaler Projekt

Nach der Fusion hat der neue Verein große Ziele – sowohl sportlich als auch finanziell und nicht nur im Fußball.

Jörg Schneider führt den neuen Freitaler Sportverein.
Jörg Schneider führt den neuen Freitaler Sportverein. © Karl-Ludwig Oberthuer

Freital. Es ist vieles neu und außergewöhnlich in der neuen Saison der Fußball-Landesliga, die am Wochenende beginnt – allein schon die Anzahl der Mannschaften: 22 Vereine ergeben ein Mammutfeld. Doch die größte Unbekannte dürfte dabei der Sportclub Freital sein. Durch die Fusion von Hainsberger SV, Stahl Freital und Motor Freital ist in diesem Sommer ein neuer Klub entstanden, der durchaus das Potenzial besitzt, zu einem sportlichen Schwergewicht der Region zu werden.

Mit bereits jetzt rund 1.500 Mitgliedern ist der SC Freital aus dem Stand der größte Verein im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Ein Dutzend verschiedener Abteilungen soll den Spagat zwischen Breiten- und Leistungssport hinbekommen. Die Ziele in der Spitze sind ambitioniert: Langfristig will man in Freital Olympia-Teilnehmer ausbilden. Hoffnungen setzt man zunächst etwa in die Schwimmer, Bogensportler und Volleyballerinnen. Und für das Aushängeschild des Vereins, die Fußballer, sollen Landes- und Oberliga nur Zwischenstationen sein.

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Stadion-Umbau für fünf Millionen Euro

Über alle Abteilungen hinweg planen die Macher mit einem Budget von etwa 400.000 Euro, und „das wird weiterwachsen“, sagt Präsident Jörg Schneider. Die Corona-Krise habe daran nichts geändert, im Gegenteil: „Die große Mehrheit der Sponsoren unterstützt die Fusion und würde teilweise ihr Engagement auch verstärken wollen, sofern sich die wirtschaftliche Lage nicht weiter verschlechtert.“ Was dem neuen Verein noch fehlt, ist eine angemessene Heimstätte. Diese soll bis 2022 durch Um- und Ausbau des Stadions des Friedens in der Stadtmitte entstehen. Ein Funktionsgebäude mit Tribünen für 500 zusätzliche Zuschauer ist geplant, dazu ein neuer Kunstrasenplatz.

Sämtliche Vereine der Stadt und auch die Schulen werden die Anlage nutzen können. Überregionale Leichtathletik-Wettkämpfe sind denkbar. Um einen Teil der auf fünf Millionen Euro taxierten Kosten zu begleichen, soll das traditionsreiche Stadion am Burgwartsberg verkauft werden. Dort, wo einst auch Dynamo Dresden vor Tausenden Zuschauern bei den Stahl-Fußballern zu Gast war, ist als Baufläche für Wohnhäuser angedacht. Erhalten bleibt dem SC Freital das Johannes-May-Stadion im Stadtteil Hainsberg, in dem künftig unter anderem der Nachwuchssport konzentriert werden soll.

Das Aushängeschild sollen die Freitaler Fußballer sein, die mit vier Mannschaften in verschiedenen Ligen an den Start gehen. Das erste Pflichtspiel der Vereinsgeschichte gewannen die Landesliga-Kicker vor wenigen Tagen im Landespokal gegen den Liga-Kontrahenten FC 1910 Lößnitz mit 2:1. In der Meisterschaft ist die Aufstiegsrunde das erste Ziel des Neulings.

Der Aufstiegsverzicht des amtierenden Meisters Einheit Kamenz, die aufgrund des Saisonabbruchs angesetzte Quotienten-Regel und die Tatsache, dass es 2019/2020 keine Absteiger gab, stellten den Sächsischen Fußball-Verband (SFV) vor eine große Herausforderung. 42 Spieltage zu absolvieren, ist für den Amateurbereich nicht machbar. So wird es eine einfache Hinrunde bis Ende März mit 21 Spieltagen geben. Danach spielen die zehn besten Teams um den Titel, die restlichen zwölf gegen den Abstieg.

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Da der SFV innerhalb von zwei Jahren zur alten Ligenstärke mit 16 Mannschaften zurückkehren will, kann es bis zu acht Absteiger geben. Logisch, dass die Vereine personell zugelegt haben – nicht nur beim Spielerkader. So geht Stahl Riesa mit Ex-Dynamo Karsten Oswald als neuem Trainer in diese Saison. Neuling Striesen hat sich den ehemaligen DDR-Auswahlspieler Matthias Müller in den Trainerstab geholt, und die Laubegaster haben Marcus Hesse als Torwart-Trainer verpflichtet. Hesse schaffte es einst bei Alemannia Aachen bis in die Bundesliga und stand danach bei Dynamo unter Vertrag.

Ein heißer Titelanwärter ist sicher Ex-Regionalligist Budissa Bautzen, dessen Heimstätte, die Müllerwiese, auch vom Viertligisten Bischofswerda genutzt wird.

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