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Leipzig reist wieder mit Frust aus Manchester ab - BVB vorzeitig im CL-Achtelfinale

Zwei Halbzeiten, zwei verschiedene Leistungen: Am Ende verliert RB Leipzig erneut bei Manchester City. Der BVB erreicht dagegen gegen Mailand trotz der schweren Gruppe vorzeitig das Achtelfinale der Champions League.

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Erling Haaland (M) von Manchester City in Aktion.
Erling Haaland (M) von Manchester City in Aktion. © David Davies/PA Wire/dpa

Mailand/Manchester. Diesmal reichten drei Tore für die nächste schmerzvolle Erfahrung von RB Leipzig bei Manchester City. Trotz einer 2:0-Führung zur Pause nach einem Doppelpack von Lois Openda herrschte kurz nach dem Spiel in England Frust, berichtete RB-Profi Nicolas Seiwald. "Dass du das über 90 Minuten so nicht halten kannst, ist klar. Dass wir aber drei Gegentore in der zweiten Halbzeit bekommen, ist bitter", sagte Seiwald nach dem 2:3 am Dienstagabend. Immerhin: Sieben Gegentore wie bei der Demütigung im März blieben dem Fußball-Bundesligisten erspart.

"Wir wussten, dass wir lange verteidigen und Geduld bewahren müssten", sagte Keeper Janis Blaswich nach der neuerlichen Niederlage: "Letztlich hat es nicht hingehauen." So gut die Leistung in der ersten Hälfte war und so stark natürlich der Kader des Champions-League-Titelverteidigers ist: Unterm Strich steht für die Leipziger die vierte Niederlage in den vergangenen sechs Pflichtspielen. Im Pokal ist der Titelverteidiger raus, in der Liga vor dem 13. Spieltag Fünfter mit elf Punkten Rückstand auf Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen.

Immerhin hatten die Leipziger den Einzug in die K.o.-Runde der europäischen Meisterklasse schon vor dem Match in Manchester klargemacht. Platz eins ist nach der Niederlage aber nicht mehr drin, wenn es am letzten Gruppenspieltag am 13. Dezember daheim gegen die Young Boys Bern geht.

Sie könnten auch vieles Gutes mitnehmen von dem Spiel gegen City, meinte Seiwald: "Dass wir gegen Topteams über 45 Minuten bestehen können." Das müsse nun nur noch auch 90 Minuten gelingen. Besser laufen soll es am kommenden Samstag daheim gegen Aufsteiger 1. FC Heidenheim.

Sieg in Mailand: BVB vorzeitig im Achtelfinale der Champions League

Borussia Dortmund hat dagegen die schwerste Gruppe der Champions League mit Bravour gemeistert und vorzeitig das Achtelfinale erreicht. Selbst in der heißen Atmosphäre von San Siro behielt das Team von Trainer Edin Terzic kühlen Kopf und festigte mit dem 3:1 (1:0) über die AC Mailand die Tabellenführung. Damit bleibt dem zuvor nur als Außenseiter gehandelten BVB ein Endspiel am letzten Vorrundenspieltag am 13. Dezember gegen Paris Saint-Germain erspart.

Vor 75.600 Zuschauern sorgten Marco Reus (10./Foulelfmeter), Jamie Bynoe-Gittens (59.) und Karim Adeyemi (69.) am Dienstagabend für den zweiten Auswärtscoup des Bundesliga-Vierten nach dem 1:0 in Newcastle. Samu Chukwueze (37.) gelang der zwischenzeitliche Ausgleich für Milan. Der Sieg schürt beim BVB das Selbstvertrauen für das Bundesliga-Topspiel am Sonntag beim bisher noch ungeschlagenen Tabellenführer Bayer Leverkusen.

Wer nach dem turbulenten 4:2-Erfolg gegen Gladbach auf einen besseren Start des BVB gehofft hatte, wurde jedoch zunächst getäuscht. Es waren nicht mal sechs Minuten gespielt, als Außenverteidiger Julian Ryerson im Vorwärtsgang ein schwerer Fehlpass unterlief. Der Konter der Gastgeber landete bei Chukwueze, dessen Schuss im Strafraum an den Oberarm von Nico Schlotterbeck ging - es gab einen fragwürdigen Elfmeter, den Gregor Kobel stark gegen Olivier Giroud abwehrte.

Gehaltener Elfmeter und kleine Aussetzer beim BVB

Jetzt hätte der BVB wieder in alte Muster verfallen können, doch stattdessen gab die Kobel-Parade den Gästen Aufschwung. Nicht mal drei Minuten später wurde Bynoe-Gittens im Milan-Strafraum gefoult - und nun gab es Strafstoß für die Borussia. Reus machte es besser als Giroud und verwandelte souverän zur frühen Führung.

Dortmund spielte in der Folge konzentriert, ähnlich reif wie schon vor einigen Wochen in der ersten Halbzeit bei Newcastle United. Dabei hatte Terzic zunächst auf Salih Özcan und Julian Brandt verzichtet, die wegen Erkältungen auf der Bank saßen. Doch die Startelf machte es gut, immer wieder wurde der BVB den teils hoch aufrückenden Italienern über seine schnellen Flügelspieler gefährlich.

Dortmunds Jamie Bynoe-Gittens (2.v.r.) jubelt nach seinem Tor zum 1:2 mit dem Team.
Dortmunds Jamie Bynoe-Gittens (2.v.r.) jubelt nach seinem Tor zum 1:2 mit dem Team. © Federico Gambarini/dpa

Bis dann wieder das passierte, was schon so oft in der Vergangenheit passierte: eine Unaufmerksamkeit in der Defensive. Auf Rechtsaußen kam der flinke Chukwueze an den Ball und weder Bynoe-Gittens noch Ramy Bensebaini gingen in den Zweikampf mit dem Nigerianer, sie leisteten bestenfalls Begleitschutz. Der 24-Jährige bedankte sich und schoss aus spitzem Winkel den Ausgleich.

Es war eines dieser typischen Muster, in die der BVB immer wieder verfällt. Es lief zwar eigentlich fast alles gut, vor allem die Konzentration stimmte diesmal in weiten Teilen. Die Mailänder pressten auch nach dem Seitenwechsel hoch, doch die Borussia verteidigte meistens sicher und konsequent. Kleinere Aussetzer gab es trotzdem. Diese leistete sich zum Glück der Gäste aber auch die AC.

Denn ähnlich wie die Dortmunder Defensive griffen auch die Italiener nicht wirklich ein, als der BVB sich nach knapp 60 Minuten vor dem Sechzehner durch kombinierte. Nach feiner Vorlage von Marcel Sabitzer kam schließlich Bynoe-Gittens an den Ball und schlenzte ihn flach ins linke Eck. Gleich der erste gute Angriff nach der Pause bescherte Dortmund die erneute Führung.

Kurz darauf wechselte Terzic den jungen Torschützen etwas überraschend aus. Doch die Ideen des Trainers zahlten sich aus. Anstelle des Engländers glänzte nun der eingewechselte Adeyemi, dem die Milan-Abwehr erneut zu viel Platz gab und somit den Schuss zum 3:1 ermöglichte. (dpa)